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August 18, 2025

Neil Young Toronto 2025
Neil Young & The Chrome Hearts haben am Sonntagabend die erste von zwei Shows auf der Budweiser Stage in Youngs Geburtsstadt Toronto gespielt. Dort war er noch vor einem Jahr mit "Crazy Horse" zu Gast. Und im Jahr davor spielte er - ebenfalls mit "Crazy Horse" - ein Privatkonzert in einem Club in Toronto, das später als Live-Album "Fuckin' Up" erschien. Für seinen diesjährigen Besuch mit den "Chrome Hearts", bei dem seine Halbschwester Astrid als Vorgruppe auftrat, hatte Neil Young zwei Überraschungen für seine kanadischen Landsleute parat.

Nach "Mr. Soul" - erneut mit der vor 60 Jahren in Toronto zurückgelassenen und kürzlich wiedergefundenen Gretsch-Gitarre gespielt - griff Neil Young zur kleinen Ukulele und spielte "Tumbleweed", die Hommage an seine Frau Dary Hannah. Als Zugabe gab es dann "This Note's For You" - zum ersten Mal seit fast 28 Jahren. Zuletzt hatte Neil Young den Song gegen Werbung und Sponsoring in der Rockmusik 1997 live gespielt. Damit distanzierte sich Young auch klar vom US-Biermulti Budweiser, dem Namensgeber der Budweiser Stage in Toronto. Der Song enthält die Zeile "Ain't singing for Bud" und sein Titel ist eine Anspielung auf Budweisers früheren Werbeslogan "This Bud's for You".

Am Dienstag steht das zweite Konzert in Toronto an, bevor die Love Earth-Worldtour wieder zurück in die USA geht. Alle Tourtermine Neil Youngs im Überblick hier im Rust Moon-Tourkalender.

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Februar 22, 2022

Neil Young - Mickey and Bunny
Der Einmarsch Russlands in Teile der Ukraine hat auch ein Kapitel in der frühen Karriere Neil Youngs wieder ins Bewusstsein gerückt. Der Rockmusiker machte seine ersten Schritte im Musikgeschäft in Winnipeg, der Hochburg urkrainischer Auswanderer nach Kanada. Auch einige frühe Bandkollegen und Musikerfreunde wie Randy Bachmann kamen aus der ukrainischen Community in Winnipeg.

The Sultan
Mehr noch: Seine allererste Platte erschien auf einem Plattenlabel für ukrainische Musiker. „The Sultan b/w Aurora“, die 1963 erschienene Single von Neil Youngs erster eigenen Band „The Squires“, war mit Nummer V-109 die neunte Single des Labels „V Records“ aus Winnipeg. Das Label hat neben Neil Young sonst fast ausschließlich ukrainische Polka-Musiker, ukrainische Folklore und bizarre ukrainische Popmusik veröffentlicht.

Betrachtet man heute das damalige Programm von „V Records“, wird klar: Neil Youngs erste Single erschien in einem skurrilen musikalischen Paralleluniversum, das wenig mit der frühen Beat- und Rock’n’Roll-Ära zu tun hat, mit dem man den frühen Neil Young eigentlich verbinden würde. Der Herr über dieses ukrainische Paralleluniversum in Winnipeg war ein gewisser Alex Groshak.

Aus aktuellem weltpolitischen Anlass hier eine aktualisierte Fassung eines bereits 2012 auf "Rusted Moon" erschienenen Artikels über Neil Young und die ukrainischen Wurzeln seiner Weltkarriere. [Weiter ...]

November 19, 2014

Neil Young 133 Rose Park Drive
Wer jetzt kurz vor Weihnachten noch 1,4 Millionen kanadische Dollar übrig hat, kann sich ein ganz besonderes Geschenk machen: Ein Haus in Toronto, in dem Neil Young einmal als Kind gewohnt hat. Das zweistöckige Backsteingebäude aus dem Jahre 1922 mit der Adresse Rose Park Drive Nr. 133 steht derzeit zum Verkauf. Die Familie Young hatte dort für etwa ein Jahr von 1954 bis 1955 im Erdgeschoss gewohnt. Die fünf Räume - Wohnzimmer, Küche, Bad und zwei Schlafzimmer - sind im Grundriss heute noch erhalten. Laut der Immobilienanzeige wurde das Haus im letzten Jahr umfassend saniert, erhielt unter anderem ein neues Dach und neue Wasserleitungen.

Für Neil Young verbinden sich mit dem Haus am 133 Rose Park Drive einschneidende Kindheitserinnerungen, die er in seinen Memoiren "Special Deluxe" beschreibt. Zu den negativen gehören Erlebnissen gehörte, dass er damals einen heftigen Streit seiner Eltern beobachtete, in deren Verlauf der Vater die Mutter schlug. Neil Young hatte diesen Augenblick kürzlich in einem Interview als einen der traurigsten Momente seines Lebens bezeichnet.

Eher peinlicher Natur war sein Erlebnis mit einer Jugendfreundin aus der Nachbarschaft. Der brachte er ein auf einem Jahrmarkt im angrenzenden Park gewonnenes Halsband als Geschenk vorbei. Später musste er erfahren, dass die Angebetete wenig erfreut war - es war ein Hundehalsband. In den damals noch unausgebauten Keller des Hauses, so beschreibt Neil Young in "Special Deluxe", habe er sich mit seiner Lionel Modelleisenbahn immer zurückzogen und gespielt. Der Neunjährige hat mit dem Transformator gespielt, den Zug festgehalten und dann  zugeschaut, wie die Funken flogen. Das, so schreibt Neil Young, sei seine erste Verbindung zur Elektrizität gewesen. Wer diesen Erinnerungen in dem Haus in Toronto selber nachspüren will - für schlappe 1,4 Millionen ist man dabei.

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August 28, 2014

Montreal Gazette vom 30.07.1971
Montreal Gazette vom 30.07.1971 (Klick zum Vergrößern)
Neil Young hat dem legendären Folk-Club "The Riverboat" in Toronto in "Ambulance Blues" ein musikalisches Denkmal gesetzt. "Back in the old folky days", hatte er sich Ende 1965 erfolglos als Folk-Sänger in der Coffeehouse-Szene Torontos versucht. Im "Riverboat", das von dem deutschstämmigen Bernie Fiedler betrieben wurde, durfte er damals nur bei "Hootenanny"-Abenden als Nachwuchskünstler ans Mikrofon. Bernie Fiedler soll ihm keine große Zukunft vorhergesagt haben. Er irrte sich und ließ Neil Young vier Jahre später als inzwischen erfolgreichen Musiker eine ganze Woche im "Riverboat" auftreten. Diesem Gastspiel 1969 folgte mit dem Konzert in der Massey-Hall 1971 eine weitere triumphale Rückkehr in seine Geburtsstadt Toronto. [Weiter: Geld-Zurück im Riverboat ...]

August 12, 2014

Neil Young - Human Highway
Überraschung: Neil Young bringt seinen Film "Human Highway" wieder ins Kino. Ein Director's Cut des Films wird beim "Toronto International Film Festival" (TIFF) Premiere haben. Das Festival läuft vom 4. bis 14. September in Neil Youngs kanadischer Geburtsstadt.

Ganz ohne Vorwarnung erfolgt das Re-Release des bizarren Films aber nicht: Neil Young hatte in seinen im September 2012 erschienenen Memoiren "Waging Heavy Peace" darüber geschrieben. Der Film gehöre, so der Musiker, zu jenen Dingen, die er endlich zu einem Abschluss bringen will. "Wie kann ich mich weiterentwickeln, wenn ich nicht vorher Klarschiff gemacht habe?", schrieb der damals 66-Jährige. Der Film sei nie zu seiner vollen Zufriedenheit beendet worden, habe sein Potenzial nie verwirklicht und sei kommerziell begraben worden bevor er richtig fertig war.

Auf der Basis von drei vorhandenen Versionen und wieder entdecktem Schnittmaterial hat Neil Young "Human Highway" im Schneideraum in der Eisenbahnscheune seiner Ranch dann fertig gestellt. Der Film, dessen Handlung er am Schneidetisch nach eigenen Angaben mit nun 30-jähriger Filmerfahrung neu "zurechtgebastelt" habe, besitze nun seine endgültige Gestalt. Neil Young: "Es ist nicht der tollste Film der Welt, aber es ist mein Film, und er gefällt mir, wie er daherkommt." [Weitere Infos zum Film ...]

Juni 21, 2014

Steve Keene - Rust Never Sleeps
(Klick zum Vergrößern)
Wer Neil Young & Crazy Horse nicht nur live sehen und hören, sondern auch mit ihnen essen will, sollte einmal Toronto besuchen. Dort hat seit September 2012 die "Momofuku Noodle Bar" geöffnet, ein stylisch gestalteter Ableger des gleichnamigen Restaurants in New York City.

Das Besondere an der Filiale in Neil Youngs kanadischer Geburtsstadt Toronto ist ein übergroßes Gemälde des New Yorker Künstlers Steve Keene. Es trägt den Titel "Rust Never Sleeps" und thematisiert den Auftritt von Neil Young & Crazy Horse am 28. September 1978 im Madison Square Garden. Eingearbeitet sind aber auch zahlreiche Anspielungen auf Alben und Equipment Neil Youngs. Momofuku-Besitzer David Chang ist großer Young-Fan und Freund des Malers, der das Bild gegen Nudeln tauschte.

Wie sein New Yorker Vorbild, bietet das Momofuku in Downtown Toronto gleich mehrere Restaurant- und Barkonzepte - hier aber unter unter einem Dach eines dreistöckigen Gebäudes in Form eines Glaswürfels. Geboten wird bereits mehrfach prämierte japanisch-asiatische Fusion-Küche.  [Weiter ...]

Juni 16, 2014

Mariposa Folk Festival 1969
Vor 45 Jahren, im Sommer 1969, hätte Neil Youngs Geburtsstadt Toronto beinahe ein zweites Solo-Konzert ihres berühmten Sohnes erlebt. Nachdem der Musiker bereits Anfang Februar 1969 an sechs Tagen hintereinander in Torontos berühmtem "Riverboat Coffehouse" aufgetreten war, sollte er am 25. Juli auch beim Mariposa Folk-Festival spielen. Das seit 1961 in Ontario veranstaltete Festival fand 1969, wie bereits schon im Vorjahr, an drei Tagen auf den Toronto Islands statt - einer Inselgruppe im Ontario-See. Neben Neil Young waren unter anderem Joan Baez, Joni Mitchell, Ian and Sylvia und Pete Seeger gebucht.

Der Festivalauftritt Neil Youngs bei Mariposa 1969 kam dann aber doch nicht zustande. Kurzfristig, zwei Wochen vor Festivalbeginn, erhielten die Veranstalter eine Absage. Offizieller Grund für den Rückzieher: Neil Youngs Einstieg bei Crosby, Stills, Nash & Young. Mit der neuen Supergruppe ging er ab August auf Tournee, zu deren 36 Shows auch ein Festivalauftritt gehörte: Woodstock.

Post Nr. 1000
Gegen das gigantische Woodstock hatte das kleine, bescheidene Mariposa natürlich keine Chance. Obwohl der "Helicopter Day" von Woodstock ganz sicher nicht unmittelbar etwas mit der Absage an Toronto zu tun hatte. Rein zeitlich hätte Neil Young den Solo-Auftritt in Kanada durchaus in seinem Kalender unterbringen können. Bis zur CSNY-Tour waren schließlich noch vier Wochen Zeit. Vermutlich hätte ein erneuter Solo-Auftritt aber einfach nicht mehr ins Konzept gepasst: Der Riverboat-Gig in Toronto im Februar war nämlich erst einmal der letzte, bei dem Neil Young alleine auftrat. Schon drei Tage später, beim Auftritt im "Bitter End" in New York City, präsentierte er "Crazy Horse" als neue Band. Mit ihr bestritt Young während der 1969er "Crazy Horse"-Tour bis zum Juni insgesamt 37 Shows, ehe er sich dann CSNY anschloss. Ein erneuter Solo-Gig in Mariposa hätte die vom Zick-Zack-Kurs irritierten Fans wohl vollends verwirrt. [Weiter mit Neil Young in Mariposa ...]

Januar 13, 2014

Massey Hall Toronto
Am Sonntagabend hat Neil Young die erste von vier Shows seiner "Honour The Treaties"-Tour absolviert. In der legendären "Massey Hall" seiner Geburtsstadt Toronto gastierte er erst zum vierten Mal seit 1971, 2007 und 2011. Das Programm des Solo-Konzerts entsprach im Wesentlichen dem der Shows der "Carnegie Hall" in der letzten Woche (Setlist bei sugarmt.org).

Neil Youngs kanadischer Heimat waren "Helpless" und "Journey Throught The Past" geschuldet, deren Texte "Kanada" und "Ontario" enthalten und entsprechenden Zwischenapplaus erhielten. Auffälligste Änderung in der Setlist aber war "Pocahontas" auf der Pumporgel, das nicht nur wegen des indianischen Hintergrunds gut zur "Honour The Treaties"-Tour passte. Mit der Textänderung "Pocahontas, Stephen Harper and me" richtete Neil Young auch ein verklausuliertes Gesprächsangebot an den kanadischen Premierminister. Ob Stephen Harper das Angebot annimmt und die beiden Streithähne demnächst am Lagerfeuer über Energiepolitik reden, bleibt allerdings abzuwarten. Die nächste Show ist am Donnerstag in Winnipeg.

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Dezember 23, 2013

Neil Youngs Vater Scott Young war Sportreporter und Schriftsteller. Unter den 45 Büchern, die er geschrieben hat, findet sich auch "Home For Christmas and Other Stories". Der 1989 erschienene Band enthält 12 Kurzgeschichten, die auf unterschiedliche Weise mit Weihnachten und der Familie Young zu tun haben.

Eine dieser Kurzgeschichten geht besonders zu Herzen. Scott Young schildert darin das Weihnachtsfest in Winnipeg des Jahres 1933. Neil Youngs Vater war damals 15 Jahre alt und ging in die Kelvin High School - dieselbe Schule, die auch sein Sohn Neil Young 60 Jahre später besuchte. Die Schilderung der Armut der Familie Young, die trotz aller Not dem Sohn eine Weihnachtsüberraschung macht, rührt zutiefst an. Sie zeichnet darüber ein Gesellschaftsbild aus dem Kanada jener Jahre, das später auch Neil Young noch prägen sollte. 


Scott Youngs Buch ist am 10. Dezember als E-Book in englischer Sprache neu erschienen. Es ist bei iTunes, Amazon Kindle, Google PlayBook und anderen Anbietern erhältlich und jedem Fan von Neil Young ans Herz zu legen. Der Download ist auch an den Feiertagen möglich.

Zu den Weihnachtsfeiertagen hat "Rusted Moon" Scott Youngs Geschichte von Weihnachten in Winnipeg 1933 ins Deutsche übersetzt und nacherzählt. "Rusted Moon" wünscht allen Lesern und Freunden ein frohes und friedliches Weihnachtsfest 2014. [Weiter zu Scott Youngs Weihnachtsgeschichte ...]

November 09, 2013

Neil Young's 10 Cellar Doors
Am 6. Dezember erscheint in Deutschland Neil Youngs Archivalbum Nr. 2.5 "Live at The Cellar Door 1970" mit Aufnahmen eines Solo-Auftritts in dem berühmten Club mit der Kellertür in Washington D.C. Dieser Veranstaltungsort ist aber beileibe nicht der einzige Keller und die einzige Kellertür in Neil Youngs Karriere. Tatsächlich spielen eine ganze Reihe von Kellern in Neil Youngs frühem Musikerleben eine nicht unwichtige Rolle.

Am naheliegendsten ist natürlich die Assoziation mit der berühmten "Cellar Door", an der "Crazy Horse"-Gitarrist Danny Whitten in Neil Youngs Songklassiker "The Needle And The Damage Done" klopfte - bevor er an einer Überdosis starb. Dabei handelt es sich aber wohl eher um eine Metapher. Welche Kellertür Neil Young tatsächlich meinte, darüber lässt sich nur spekulieren.

Keine Spekulation sind dagegen die in dieser Übersicht vorgestellten 10 dunklen Keller. Sie hatten alle Anteil an der Weltkarriere Neil Youngs. Wer weiß, wie sein musikalischer Weg verlaufen wäre, hätte er diese 10 Kellertüren nicht geöffnet. Zum bevorstehenden Release von "Live at The Cellar Door" präsentiert "Rusted Moon" Neil Young als "Kellerkind". [Weiter zu einer Reise durch 8 berühmte Neil-Young-Keller ...]

September 19, 2013

Neil Young Gretsch Ampeg Echo Twin 1963
Neil Young, Gretsch & Echo Twin 1963
Vor 50 Jahren, am 20. September 1963, trat Neil Young mit seiner damaligen Band "The Squires" in einem Keller der St. Mary's Church in Winnipeg auf. Die Tanzveranstaltung wurde vom "CYO", der katholischen Jugendorganisation der St. Mary's Gemeinde organisiert. "The Squires", damals mit Neil Young an der Lead-Gitarre, Allan Bates an der Rhythmus-Gitarre, Ken Koblun am Bass und Ken Smyth am Schlagzeug, erhielten für den Auftritt stolze 52 kanadische Dollar.

Das Besondere an diesem 20. September 1963: Neil Young spielte bei diesem Gig zum allerersten Mal öffentlich seine Gretsch 6120 Chet Atkins Gitarre. Eine Gitarre, die er fortan bis zur Auflösung der "Squires" und danach - durch ein anderes Exemplar gleichen Baujahrs ersetzt - bis heute spielt.

Die Gretsch 6120 hatte Neil Young damals gebraucht von Johnny Glowa, einem ehemaligen Mitglied einer bekannten Band aus Winnipeg gekauft, in der auch Neil Youngs damaliges Vorbild Randy Bachman spielte - ebenfalls mit einer Gretsch 6120. Neil Youngs alte Les Paul Junior, mit der er nur wenige Wochen zuvor noch seine erste Single "The Sultan" aufgenommen hatte, war wegen eines Defekts ausgemustert worden.

Alles über Neil Youngs wichtigste elektrische Gitarre neben "Old Black" zum Nachlesen im ausführlichen Artikel: "Neil Youngs "Orange Periode" - Die Gretsch 6120".

Neben der Gretsch 6120 gehörte auch ein Ampeg "Echo Twin" Verstärker zum Setup des damals 17-jährigen Neil Young. Den Amp hatte er sehr wahrscheinlich 1962 zu Weihnachten geschenkt bekommen. Im Begleitbuch zu "Neil Young Archives Vol.2" ist ein Foto abgedruckt, das den 17-jährigen Weltstar in spe vor einem in Geschenkpapier verpackten Verstärker zeigt. Neil Youngs Mutter Rassy hatte zu dem Foto notiert, es sei der Verstärker, um den es in der Familie so viele Debatten gegeben hatte. [Weiter mit dem "Echo Twin" ...]

Juli 20, 2013

Vor 50 Jahren, am 23. Juli 1963, erreichte die Musikerkarriere des damals 17-jährigen Schülers Neil Young ihren ersten Höhepunkt: Mit seiner damaligen Band "The Squires" nahm er im Studio des Radiosenders CKRC in Winnipeg die Single "The Sultan" auf - die erste Schallplatte mit Neil Young. Bis heute sollten über 50 offizielle Alben und über 50 Singles folgen. Die B-Seite dieser ersten Single hieß "Aurora". Produziert wurde die Platte vom lokalen Radio-DJ Bob Bradburn. Harry Taylor bediente als Toningenieur die 2-Spur-Bandmaschine des lokalen Radiosenders.

Neil Young schreibt in seinen Memoiren "Waging Heavy Peace" über die Aufnahmesession, er habe mehrere Instrumentals für die Aufnahmen geschrieben sowie einen Song herausgesucht, auf dem er sang: "I Wonder". Man entschied sich dann aber doch für die Instrumentals - Neil Youngs Stimme war noch nicht reif, um auf Platte zu erscheinen. "I Wonder" nahmen die "Squires" dann ein Jahr später mit Ray Dee in Fort Williams auf.

Am Ende des ersten Tages in Winnipeg wurden "The Sultan" und "Image in Blue" als Titel für die A- und B-Seite ausgewählt. Der Produzent Bob Bradburn änderte jedoch eigenmächtig den Titel des Liedes "Image in Blue" in "Aurora" und nahm seine eigene Stimme mit der Ansage "Aurora" am Ende des Liedes auf. Zu Beginn von "The Sultan" ertönte ein zuvor aufgenommener Gong. [Weiter ...]

Mai 21, 2013

Beim Film-Festival im französischen Cannes haben die Brüder Joel und Ethan Coen ("True Grit", "Fargo") ihren neuen Film "Inside Llewyn Davis" im Wettbewerb um die "Goldene Palme" präsentiert. Der von Publikum und Kritik begeistert aufgenommene Film wird im Dezember in den USA in die Kinos kommen. Der Start in Deutschland ist für den 2. Januar geplant. Für Neil-Young-Fans ein absoluter Pflichttermin. Es ergeben sich nämlich gleich mehrere Verknüpfungspunkte mit der frühen Karriere Neil Youngs.

Die melancholische Filmkomödie im im typischen Stil der Coen-Brüder schildert den vergeblichen Versuch des fiktiven Folkmusikers Llewyn Davis (gespielt von Oscar Isaac), in der Folk- und Songwriter-Ära der frühen 1960er Jahre Erfolg zu haben.

Die Filmhandlung ist rund um die legendären „Coffee Houses“ des Greenwich Village in New York angesiedelt, in denen damals eine bunte Mischung aus Beatnicks, Bürgerrechtsbewegten und studentischer Boheme den angesagten Folkmusikern und Songwritern wie Pete Seeger, Joni Mitchell oder Bob Dylan lauschten. Davis, der tragische Held des Films, schafft es aber trotz großer Anstrengungen nicht, in dieser Szene als Musiker Fuß zu fassen. [Weiter ...]

Mai 18, 2013

Neil Young 1963 - Singing for Coke
"Ain't singin' for Pepsi", "Sponsored by Nobody" - Neil Young lässt sich ungern vor einen Werbekarren spannen. Es sei denn, es handelt sich um Charity-Projekte. Ganz so idealistisch wie heute, konnte er als junger Nachwuchsmusiker aber nicht sein. Da galt wohl eher die Devise: "Ich bin jung und brauche das Geld".

Es war daher nicht ungewöhnlich, dass der damals 17-jährige Neil Young mit seiner Band "The Squires" im Jahr 1963 - also vor 50 Jahren - auch auf der Open-Air-Parkplatz-Party eines Discount Supermarktes in Winnipeg auftrat. Dabei machte er sogar Reklame für Coca-Cola. Dieser in mehrerer Hinsicht denkwürdige Auftritt war zugleich das vermutlich allererste Open-Air-Konzert von Neil Young überhaupt: "The Squires" spielten auf der Pritsche eines Coca-Cola-LKW zum Tanz auf.

Zwei Wochen vor dem Open-Air-Start der "Alchemy Tour 2013 Europa" mit "Crazy Horse" in der Berliner Waldbühne am 2. Juni erinnert "Rusted Moon" daher an diesen Startpunkt einer langen Kette von Freiluftkonzerten des kanadischen Musikers, die ihn von dem trostlosen Supermarktparkplatz in Winnipeg, über die Felder von Woodstock, das Londoner Wembley-Stadion, den New Yorker Central Park, das Red Rock Amphitheater und das Kolosseum in Rom in alle bedeutenden Freiluftbühnen der Welt führten. [Weiter ...]

Dezember 24, 2012

"Es begab sich aber zu der Zeit ..." - So beginnt bekanntlich die biblische Weihnachtsgeschichte. Das Bild des umherwandernden, einsames Paares, das allein in der Fremde Unterkunft und Hilfe sucht, gehört seither ebenso zu den klassischen Weihnachsmythen, wie der selbstlose Helfer, der einsamen Menschen Herberge und Essen gibt.

Ein solche rührende Geschichte findet sich überraschend auch in Neil Youngs kanadischer Vergangenheit. Noch dazu verbindet ihn diese Weihnachtsgeschichte mit einem anderen kanadischen Star der Musikgeschichte: Joni Mitchell. Die Geschichte ereignete sich Mitte der 1960er Jahre im verschneiten weihnachtlichen Winnipeg:

November 19, 2012

Heute Abend spielen Neil Young & Crazy Horse im Rahmen ihrer "Alchemy Tour 2012" in Toronto, Neil Youngs Geburtsstadt. (Setlist rechts im Radar)

Dort kam der Musiker am 12. November 1945 um 06:45 Uhr zur Welt. Alles über seine Geburt in der Hauptstadt Ontarios im Artikel

"Neil Young "Born In Ontario" - Im Toronto General Hospital"


September 21, 2012

Obwohl Neil Young schon Hunderte von Songs schrieb, ist er als Buchautor ein absoluter Anfänger. Wer da keinen Ghostwriter hat, tut sich in der Regel schwer. Gut, wenn da eine erfahrene Tante in der Familie ist, die mit hilfreichen Tipps und klugen Ratschlägen hilft.

Neil Youngs Tante Lavinia „Vinia“ Hoogstraten war so ein hilfreicher Geist. "Aunt Toots", wie die Schwester von Neil Youngs Mutter Rassy in der Familie genannt wurde, gab nämlich Unterricht in kreativem Schreiben. Die Autorin für Presse und Rundfunk war außerdem Präsidentin der „Canadian Authors Association“ (CAA) – einem landesweiten Zusammenschluss von Autoren. Dort kümmert man sich um Rechtfragen und tauscht sich über die Schriftstellerei aus. Neil Youngs Tante stand als Präsidentin von 1966 bis 1969 an der Spitze der CAA.

In English
Am 9. Juli 1966 berichtete die “Winnipeg Free Press”, die Lokalzeitung in Vinia Hoogstratens Heimatstadt, über die neue Präsidentin der CAA. Der Artikel gibt erstaunliche Einblicke in das Frauenbild der 60er Jahre – und hat manch guten Tipp für den Schriftstellerlehrling Neil Young parat. Selber fragen konnte der Musiker seine Tante „Toots“ leider nicht mehr. Sie verstarb schon 2003, lange bevor ihr berühmter Neffe seine Memoiren "Waging Heavy Peace" schrieb.

Juli 23, 2012

Heute vor 49 Jahren, am 23. Juli 1963, hatte Neil Young seine erste Plattenaufnahme. Mit seiner Band "The Squires" nahm er im Studio des Rundfunksenders CKRC in Winnipeg die Single "Sultan" auf. Die B-Seite hatte den Titel "Aurora". Produzent war der lokale Radio-DJ Bob Bradburn. Harry Taylor bediente als Aufnahmeingenieur die 2-Spur-Bandmaschine.

Von der Single wurden nur wenige Hundert Exemplare in Montreal gepresst. Der größte Teil davon ging als Promotionexemplare an Radiostationen sowie an Verwandte und Bekannte der Band. Der Rest wurde bei Gigs der "Squires" verkauft.

Die Single mit den beiden Instrumentals im Stil der "Shadows" erschien einige Monate nach der Aufnahmen beim Label "V Records" unter der Katalognummer V-109. Label-Boss Alex Groshak bediente mit seinem kleinen Imperium aus drei Labels die Zielgruppe von Kanadiern mit ukrainischen Wurzeln. Alles über das skurrile Label "V Records im Artikel "Neil Young and The Squires" - Die ukrainischen Wurzeln".

Juli 21, 2012

Auf der Facebookseite des aus dem Elsass stammenden kanadischen Fotografen Manfred Buchheit sind drei bislang unbekannte Fotos aufgetaucht. Die sensationellen Aufnahmen zeigen Neil Young im Riverboat Coffeehouse in Toronto im Jahr 1965. Neil Young versuchte sich damals erfolglos als Folksänger. Fotos aus dieser Zeit sind extrem selten. 

Auffällig ist vor allem die akustische Gitarre - vermutlich eine Guild F-50. Bislang war aus dieser Periode nur eine 12-saitige Gibson bekannt. Neil Young selber sprach in einem Interview auch mal von einer Martin D-18.

Jacques-Eric Legard hat die Fotos auf seinen Blog "Purple Words On A Grey Background" gestellt.

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März 07, 2012

Neil Youngs „Orange Periode“, in der er ausschließlich seine im September 1963 gekaufte Gretsch „Chet Atkins“ spielte, ging im Herbst 1965 in Toronto zu Ende. Nach Toronto, seiner Geburtsstadt und Wohnort seines Vaters Scott, war Neil Young im Sommer 1965 gekommen. Von seiner Band „The Squires“ waren nur noch Bassist Ken Koblun und Schlagzeuger Bob Clark übrig, der aber auch nach wenigen Tagen das Handtuch warf. Mit neuen Bandmitgliedern als Ersatz, versuchten Neil Young und Ken Koblun dann erfolglos, die damals noch streng in Rock und Folk aufgeteilte Musikszene von Toronto zu erobern. Die Bemühungen von Mangager Martin Onrot, der inzwischen in „Four To Go“ umbenannten Band Auftritte zu verschaffen, waren aber vergeblich.

Neil Young's twelve string guitar
Frustriert vom ausbleibenden Erfolg und beeinflusst durch neue Bekanntschaften aus der kanadischen Folk-Szene, wagte Neil Young schließlich den Schritt zum Solokünstler. Seine orangefarbene elektrische Gretsch 6120 Gitarre erschien Young dazu aber eher unpassend. Am Folk orientierte Liedermacher wie Phil Ochs und Gordon Lightfoot, die Neil Young zu dieser Zeit bewunderte, spielten alle auf akustischen Instrumenten. Auch Bob Dylan, der 1965 auf dem Newport-Festival zwar erstmals elektrisch spielte, wurde von Neil Young vor allem wegen dessen Akustikspiels bewundert.

English Version
english version
Also verkaufte er die geliebte Gretsch vermutlich im November 1965 in einem Laden in Toronto. Für das neue Kapitel in seiner Musikerkarriere wollte Neil Young jetzt ebenfalls akustische Saiten aufziehen. Dieses Kapitel liegt bis heute aber noch weitgehend im Dunkel. Wechselte er gleich auf eine 12–saitige Gitarre oder auf eine der üblichen 6-saitigen Akustikgitarren? Oder hatte er sogar beide Varianten zeitgleich im Einsatz? Waren es somit in Summe gar 18 Saiten, die für die restliche Zeit in Kanada und bis zur Übersiedlung nach Kalifornien im März 1966 unter Youngs Plektrum erklingen sollten?

„Aktenzeichen NY ungelöst“ und „CSI: NY“ gehen in dieser Folge dem Rätsel auf den Grund:

Januar 16, 2012

Mutter Rassy Youngs Giraffenlampe
(Foto: Neil Young Archives #1)
Der tierische Artenreichtum in Neil Youngs Songtexten ist legendär. Im Artikel "Shakeys Arche - Neil Youngs Texte zoologisch betrachtet" konnten 88 Tiere nachgewiesen werden, die seine Lieder seit 1965 bevölkern. Von Insekten bis zu Sauriern sind so ziemlich alle Arten und Gattungen vertreten. Aber erstaunlich: Eine Giraffe ist nicht darunter.

Dabei hat der afrikanische Paarhufer mit den langen Hals in Neil Youngs Kindheit offensichtlich eine gewisse Rolle gespielt. Ein Foto aus den "Neil Young Archiven #1" zeigt den damals 17-jährigen zu Weihnachten 1962 im Kreise von Verwandten. Neil Young sitzt auf dem Boden des Wohnzimmers seiner Tante Toots in Winnipeg. Noch eingepackt in Geschenkpapier, steht sein erster eigener Gitarrenverstärker, den Mutter Rassy (2. von rechts) ihrem Sohn damals zu Weihnachten schenkte.

Verstecktes Highlight auf diesem Foto: Auf einem Ecktisch neben dem Sofa sieht man bei genauem Hinsehen auch eine ganz besondere Wohnzimmerbeleuchtung - Eine Giraffenlampe. Dieses seltene Kleinod der Innenarchitektur ist bis heute in unterschiedlichen Varianten erhältlich. Von der Kinderlampe, über Messing-Kitsch bis hin zum Designerobjekt ist alles erhältlich. Ob die Familie Young damals eine besondere Affinität zu Afrika hatte, Giraffenlampen in Winnipeg gerade in Mode waren, oder das Ding eher zufällig in Tante Toots  Wohnzimmer kam, ist nicht bekannt. Ein nettes Detail ist es aber allemal. Bleibt nur die Frage, warum Neil Young seinen vielen Tieren, die seine Lieder bevölkern, eigentlich nicht auch eine Giraffe hinzufügte?



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Januar 06, 2012

Die Kirche feiert den 6. Januar traditionell als Dreikönigstag. Gleich vier kleine Könige standen am 6. Januar 1961 in einem Jugendclub einer Schule in Winnipeg auf der Bühne - jedenfalls werden sie sich wie Könige gefühlt haben. Es war nämlich der erste öffentliche Auftritt ihrer Schülerband "The Jades" - und ihr einziger. Einer der vier Teenager war Neil Young, damals gerade 15 Jahre alt. Seine bis heute dauernde Bühnenkarriere begann an diesem denkwürdigen Tag.

"Under The Rusted Moon" hat vor einem Jahr zum 50. Jahrestag im Artikel "Neil Youngs ersten Bühnenauftritt mit "The Jades" in Winnipeg" ausführlich berichtet.


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November 04, 2011

"Tubby's Pizza" Winnipeg
Partys und Tribute-Konzerte zu Neil Youngs 66. Geburtstag gibt es weltweit viele. Wer aber nach der coolsten Party-Location sucht, der sollte kurzentschlossen nach Winnipeg reisen. Dort findet nämlich am 11. November ein Neil-Young-Geburtstags-Tribut im "The Grove Pub" statt, bei dem man in den Festtag des Musiker hineinfeiern kann.

"The Grove Pub" befindet sich in Winnipeg an der Ecke Grosvenor Avenue / Stafford Street - und damit genau auf halbem Weg zwischen Neil Youngs damaliger Wohnung im 2. Stock des Hauses 1123 Grosvenor Ave. und der Kelvin High School, die er damals besuchte. Der Laden hieß früher "Tubby's Pizza" und wurde zu Neil Youngs Schulzeiten von Charlie Clement betrieben. Bei ihm hingen der angehende Musiker und seine Kumpels nach der Schule oft rum. Wer also einmal in Neil Youngs "Bermuda-Dreieck" stilecht versacken will, der ist hier an der richtigen Adresse:

Oktober 28, 2011

Von allen Bands, in denen Neil Young zu Beginn seiner langen Karriere spielte, war wohl "Four To Go" die mit Abstand erfolgloseste. In dem knappen Vierteljahr ihrer Existenz hatten sie nur einen einzigen Auftritt. Das gilt zwar auch für Neil Youngs erste Band "The Jades", aber da waren alle Mitglieder ja noch Teenager. Mit "Four To Go" dagegen, wollte der damals 20-jährige Neil Young als richtiger Profimusiker in Toronto Erfolg haben.

Die Band hatte mit Martin Onrot sogar einen Manager. Der konnte zwar anderen Künstlern zu Auftritten und Plattenaufnahmen verhelfen, bei "Four To Go" bleiben jedoch alle Bemühungen erfolglos. Fast alle! Denn ein einziges Mal, am Vorabend von Allerheiligen, am 31. Oktober 1965, sollte "Four To Go" doch noch auf einer richtigen Bühne und vor Publikum stehen.

Halloween-Party 2011
Allerdings stand der Aufritt in einer für den Aprés-Ski-umgebauten Scheune im Ski-Gebiet von Killington im US-Bundesstaat Vermont statt. Der Gig im sogenannten "Wobbly Barn" stand unter einem ebenso schlechten Stern wie die gesamte "Karriere" dieser unglücklichen Band.

Am 29. Oktober 2011 feiert die die "Wobbly Barn" ihre diesjährige große Halloween-Party. Ein guter Anlass, um mit einem großen Halloween-Special an Neil Youngs von Legenden umranktes Desaster im Oktober 1965 zu erinnern:


Juni 07, 2011

NY Ungelöst
Elektrisch mag es Neil Young vor allem Schwarz und Weiß: „Old Black“, seine legendäre Les Paul, und die Gretsch „White Falcon“ gehören zu seinen bevorzugten E-Gitarren. Beide Hauptinstrumente waren auch auf dem letzten Album und der letzten Solotour die Hauptakteure des elektrischen Sets. Dabei waren Neils Youngs Anfangsjahre eigentlich tief Orange. Diese Farbe nämlich hat die „Gretsch 6120 Chet Atkins“, die er in seinen Anfangsjahren gleich zwei Mal kaufte: 1963 in Winnipeg und 1966 in Los Angeles. Während über „Old Black“ und ihre Besonderheiten nahezu alles bekannt ist, liegen viele Details dieser beiden orangefarbenen Gretsch-Gitarren noch im Dunkeln oder werden teilweise sogar fehlerhaft wiedergegeben.

Gretsch 6120Mit der aktuellen Albumveröffentlichung "A Treasure" wird die Zeit der "Gretsch 6120" noch einmal lebendig. Bei der auf diesem Album dokumentieren Tour von 1984/85 hatte Neil Young die orangefarbene Gitarre intensiv in Gebrauch. Auch bei der aktuellen Reunion-Tour von "Buffalo Springfield" kommt die "Gretsch 6120" wieder zum Einsatz.

Aus aktuellem Anlass nehmen „Aktenzeichen NY ungelöst“ und „CSI NY“ daher in dieser Folge die Spur der beiden legendären Gitarren auf, mit denen Neil Young seine ersten professionellen Auftritte bestritt, auf denen Songklassiker wie „Sugar Mountain“ entstanden und mit denen Neil Young sogar erstmals im Fernsehen zu sehen war:

Mai 19, 2011

Neil Youngs musikalischer Werdegang begann bekanntlich mit einer „Arthur Godfrey“-Plastik-Ukulele, die ihm seine Eltern 1958 im kanadischen Städtchen Pickering kauften. Neil Young war damals knapp 13 Jahre alt und begann gerade, auf Schallplatten und in Radiosendungen den Rock’n Roll zu entdecken.

Dem Plastikinstrument folgten schnell weitere Viersaiter. An „eine bessere Ukulele, eine Banjo-Ukulele und eine Bariton-Ukulele“, erinnert sich der spätere Weltstar in Jimmy McDonoughs Biographie „Shakey“ an sein damaliges „Equipment“.

Harmony Monterey
Über die Instrumente, die der „Arthur Godfrey“-Ukulele folgten, ist so gut wie nichts bekannt. Ukulelen waren damals populäre Instrumente und wurden unter unzähligen Markennamen vertrieben. Die Bariton-Ukulele hatte Neil Young wohl am längsten in Gebrauch, bevor er zwei zusätzliche Saiten aufzog und zur Gitarre wechselte. Comrie Smith, Schulfreund und erster musikalischer Wegbegleiter in Toronto, verbindet viele Erinnerungen an die Bariton-Ukulele, mit der Neil Young zusammen mit Comrie und anderen Schulfreunden sogar erste Banderfahrungen machte - wenn man das Zusammenspiel von ein paar Teenagern vor Radio oder Plattenspieler denn so nennen mag. Die Bariton-Ukulele blieb Neil Youngs Instrument bis zum Wegzug nach Winnipeg im Sommer 1960 und war damit etwa eineinhalb Jahre in Gebrauch.

In Winnipeg änderte sich Neil Youngs Leben dann radikal. Nach der Scheidung der Eltern, schon bald allein ohne Bruder bei seiner Mutter lebend, stieg er auf Gitarre um. Nach eigenen Angaben kaufte sich Neil Young in einem Laden in Winnipeg, „der auch Fender-Verstärker und gebrauchte Sachen verkaufte“, für 30 Dollar eine "Harmony Monterey" - eine akustische Archtop-Gitarre. Ganz sicher ist sich Young über die Einkaufsquelle nicht: „Es könnte auch eine Pfandleihe gewesen sein“.

Pfandleihe oder Musikgeschäft, nicht nur diese Frage liegt in Bezug auf die „Harmony“ im Dunkeln und ist damit ein weiterer Fall für „Aktenzeichen N.Y. ungelöst“ und „CSI NY“:

April 17, 2011

Neil Young hat seinen Indianer-Song "Pocahontas" wohl viel früher geschrieben, als bislang gedacht. Vermutlich schon zu der Zeit, als er in Winnipeg lebte. Vorbild war möglicherweise ein deutscher(!) Song der Eiskunstläuferin Marika Kilius von 1964. Neil war da gerade mit seiner Band "The Squires" in Winnipeg aktiv.



April 07, 2011

Am 18.08.1964 legten die Beatles in Winnipeg eine Zwischenlandung auf dem Weg nach L.A. ein, weil das Flugzeug betankt werden musste. Ob Neil Young, der damals in Winnipeg lebte, in der Menge am Flughafen wartete, wer weiß ...

Die Beatles wussten aber sehr wohl, was sie in Winnipeg suchten. Hier die TV-Bilder des kanadischen Fernsehens und was die 4 Pilzköpfe wirklich sagten:



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März 18, 2011

Lucille Emond  (2. v. l.)
John Einarson, Autor und Musikhistoriker, hat in der "Winnipeg Free Press" eine schöne Geschichte mit dem Titel "Whatever happened to... Lucille Emond" veröffentlicht. Lucille Emond aus Winnipeg war in der 60er Jahren Sängerin und Model für einen lokalen Jeans-Hersteller.

Interessantes Detail am Rande: Lucille Emond gewann als 12-jährige in einem Fernsehgesangswettbewerb und sollte dann einige Werbelieder für die den lokalen Winnipeg-Fernsehsender CKRC aufnehmen. Im Sender war dafür Bob Bradburn zuständig, der 1963 auch mit Neil Young und den Squires in den CKRC-Studios die Single "Sultan/Aurora" aufnahm.

Lucille Emond erzählte Einarson, dass Bradburn Neil Young überreden wollte, das Mädchen als Sängerin zu engagieren. Doch die Jungs wollten kein Mädchen in der Band. Sie absolvierte aber mehrere Gigs mit den Squires. "Ich war also das kleine Mädchen, das von Neil Young begleitet wurde. Mehr hat nicht sollen sein", so Lucille Emond.

Januar 19, 2011

Heute vor genau 40 Jahren, am 19. Januar 1971, trat Neil Young im kanadischen Toronto auf – seiner Geburtsstadt. In der altehrwürdigen „Massey Hall“ in der Victoria Street in Downtown Tororonto (Link zu Google-Streetview) absolvierte er an diesem Tag im Rahmen seiner „Journey through the Past Solo Tour“ gleich zwei Auftritte, die von Youngs damaligem Produzenten David Briggs aufgezeichnet wurden. Die Aufnahme der Late Show erschien dann 36 Jahre später unter dem Titel „Live at Massey Hall 1971“ als zweite CD der „Archives Performance Serie“.

Zur bei Neil Young typischen Verwirrung trägt der Umstand bei, dass diese zweite CD offiziell als „Volume 03“ der Serie veröffentlicht wurde. “Volume 00“ - Live at Canterbury House 1968 – erschien aber erst danach und „Volume 02“ - Live at the Riverboat 1969 – ist Teil der "Archives Vol. 1" und wurde zudem mit unterschiedlichen Previewtracks auf Bonus-CDs einigen Varianten des Albums „Chrome Dreams II“ von 2009 beigelegt, das seinerseits wiederum eine um ein paar Songs ergänzte Neuauflage des unveröffentlichten Albums „Chrome Dreams“ von 1977 war, dessen Songs allerdings zum großen Teil aber auch schon auf anderen Alben enthalten waren. Alles klar?

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