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Juli 20, 2026

Allman Brothers Band - Eat A Peach
Heute vor genau fünf Jahrzehnten, am 20. Juli 1976, ereignete sich einer der rätselhaftesten und zugleich legendärsten Momente der Rockgeschichte: Neil Young beendete die gemeinsame US-Tournee mit seinem langjährigen Weggefährten Stephen Stills abrupt und ohne Vorwarnung. Nach einem Konzert im Carolina Coliseum in Columbia, South Carolina verschwand Young aus der Tourkarawane. Während Crew und Band bereits auf dem Weg zum nächsten Auftritt in Atlanta waren, ließ Young seinen Bus kurzerhand in die entgegengesetzte Richtung fahren. Wenig später erhielt Stills ein knappes Telegramm, das bis heute Kultstatus besitzt: "Dear Stephen, funny how some things that start spontaneously end that way. Eat a peach. Neil".

Das Projekt der Stills-Young Band war ursprünglich als hochkarätige Wiedervereinigung zweier kreativer Schlüsselfiguren von "Buffalo Springfield" gedacht. Die Arbeiten begannen im Frühjahr 1976 in den Criteria Studios mit den Aufnahmen zum Album "Long May You Run". Bereits während der Sessions zeigten sich jedoch deutliche Spannungen. Der Versuch, daraus eine vollständige Reunion von Crosby, Stills, Nash & Young zu machen, scheiterte letztlich an Terminproblemen. Für zusätzliche Kontroversen sorgte anschließend die Entscheidung von Stills und Young, die bereits aufgenommenen Gesangsspuren von David Crosby und Graham Nash wieder von den Masterbändern zu entfernen. [Weiter: Stills-Young-Band funktionierte nicht ...]

Juli 10, 2026

Neil Young Gefängiszelle 1966, Fotomontage
Am 10. Juli 2026 jährt sich ein dunkles Kapitel aus der frühen Karriere von Neil Young zum 60. Mal. Was als Verkehrskontrolle auf dem Sunset Strip begann, endete mit Polizeigewalt und hatte weitreichende gesundheitliche Folgen für den Musiker. Ein Rückblick auf die Ereignisse, die Youngs Verhältnis zu Autoritäten nachhaltig prägten:

Der Sommer 1966 in Los Angeles war eine Zeit extremer Spannungen. Während "Buffalo Springfield" im "Whisky a Go Go" erste Erfolge feierten, schwelte auf dem Sunset Strip bereits der Konflikt zwischen der wachsenden Gegenkultur der "Langhaarigen" und den konservativen Ordnungshütern – ein Konflikt, der später im Jahr zu den berühmten "Sunset Strip Riots" führen sollte, den die Band in ihrem einzigen Hit "For What It’s Worth" aufgriff. Für Neil Young selbst wurde diese Spannung am 10. Juli 1966 brutale Realität.

Young war an jenem Abend in seiner 1957er Corvette unterwegs, begleitet von Freund Freddy Brechtel. In der Nähe des "Whisky" bemerkte er, wie Richard "Dickie" Davis, Tourmanager der Band, wegen eines Bagatellvergehens (Parkverstoß) von der Polizei bedrängt wurde. Young hielt an, um die Situation zu beobachten oder zu schlichten – ein fataler Fehler. Sofort richtete sich die Aufmerksamkeit der Beamten auf den jungen Kanadier. Berichten zufolge war es vor allem Youngs äußeres Erscheinungsbild – die langen Haare und die auffällige Fransenjacke – das die Feindseligkeit der Polizisten weckte. Youngs rechtliche Lage war prekär: Er besaß weder einen gültigen US-Führerschein noch ein Arbeitsvisum und hatte zudem unbezahlte Strafzettel. Dies reichte für eine sofortige Festnahme. Neil Young landete in einer Zelle des örtlichen Polizeireviers. [Weiter: Eskalation im Polizeirevier ...]

Mai 29, 2026

Am heutigen Freitag, 29. Mai 2026, erscheint offiziell Neil Youngs neues Livealbum "As Time Explodes". Nachdem bereits zum Record Store Day im April eine limitierte Vinyl-Edition erschienen war, folgt nun die reguläre Veröffentlichung über Reprise Records auf CD, Doppel-Vinyl sowie in digitalen Formaten.

Das über 70 Minuten lange Album dokumentiert Stationen der "Love Earth Tour" in Europa und Nordamerika aus dem Jahr 2025 und präsentiert Young gemeinsam mit seiner aktuellen Begleitband "The Chrome Hearts". Produziert wurde das Album von Young selbst gemeinsam mit Niko Bolas unter dem Namen "The Volume Dealers", unterstützt von Lou Adler und Anthony LoGerfo.

Musikalisch verbindet "As Time Explodes" intime akustische Momente mit ausufernden elektrischen Passagen und spannt dabei einen Bogen durch mehrere Jahrzehnte von Youngs Karriere. Neben bekannten Stücken wie "Like a Hurricane" und "Harvest Moon" enthält das Album auch selten gespielte Songs wie "Daddy Went Walkin'" oder "Long Walk Home". Warum das ebenso selten gespielte "Ambulance Blues" nicht den Weg auf das Album gefunden hat, bleibt Youngs Geheimnis. Zu den Höhepunkten zählt eine knapp 15-minütige Version von "Cortez the Killer".

"As Time Explodes" gehört als Livealbum zu einer aussterbenden Art von Musikalben. Während viele Künstler im Zeitalter von Konzertmitschnitten auf YouTube oder Festival-TV-Streams auf solche Veröffentlichungen verzichten, bleibt Neil Young auch hier Traditionalist. Obwohl er seit Jahren Dutzende Konzertmitschnitte aus allen Äras seiner 60-jährigen Bühnenkarriere als Archivalben auf den Markt warf, dokumentiert er aktuelle Tourneen und Bandprojekte weiterhin mit regulären Livealben. Und Neil Young wäre nicht er selbst, wenn nicht jedes dieser Livealben irgendeine, teils sogar absurde Besonderheit oder einen besonderen Twist besäße. Im Folgenden präsentiert Rusted Moon eine Übersicht aller regulären Livealben bis zurück ins Jahr 1973. [Weiter: Alle Neil Young-Livealben ...]

März 25, 2026

Neil Young Borrowed Guitars
Neil Young ist nicht nur für sein musikalisches Schaffen, sondern auch für seine ikonischen Instrumente bekannt. Seine Gitarren - seien es die elektrischen wie "Old Black" und die Gretsch White Falcon oder die akustischen wie seine Martins - spielt er seit vielen Jahrzehnten. Gleiches gilt für die Pumporgel oder die Pianos, die auch seit Ewigkeiten bei ihm auf der Bühne stehen.

Im Laufe seiner Karriere griff der Musiker bei unterschiedlichsten Gelegenheiten aber auch auf Instrumente zurück, die ihm nicht selbst gehörten. Ein Blick in die Archive fördert mindestens 21 solcher Gitarren zutage, die sich Neil Young bei unterschiedlichen Anlässen für einen Auftritt mal eben ausgeliehen hat.

Diese "Leihgitarren" sind oft mit besonderen musikalischen Begegnungen und spontanen Auftritten verknüpft. Young als Gastmusiker, als Mitglied einer All-Star-Band, bei Jams mit Partygästen. Die nachfolgende Chronik beleuchtet die dokumentierten Instrumente in zeitlicher Abfolge. [Weiter: Alle Gitarren, die sich Neil Young mal auslieh ...]

März 18, 2026

Poster, "Neil Young", Eppelheim, 1976
Vor 50 Jahren - am 18. März 1976 - stand Neil Young zum ersten Mal auf einer deutschen Bühne. Zusammen mit seiner legendären Backing-Band "Crazy Horse" führte ihn die zehnte Station der Japan und Europa-Tour in eine beschauliche Kleinstadt in Baden-Württemberg, unmittelbar vor den Toren Heidelbergs gelegen. Schauplatz von Neil Youngs Deutschlandpremiere war die Rhein-Neckar-Halle in Eppelheim.

Rhein-Neckar-Halle in Eppelheim
Rhein-Neckar-Halle Eppelheim
Aus Kopenhagen kommend, war Youngs Show in Eppelheim die erste von insgesamt vier, die der Veranstalter MAMA CONCERTS in Deutschland gebucht hatte. Im Abstand von jeweils nur einem Tag spielten Neil Young und Crazy Horse danach noch in Offenbach, Köln und Hamburg, bevor es weiter nach Paris ging.

Die Japan und Europa Tour mit Crazy Horse“ war am 3. März 1976 im japanischen Nagoya gestartet. Innerhalb von nur 30 Tagen wurde dann ein Pensum von insgesamt 22 Konzerten abgespult - sieben in Japan und 15 in Europa. Die letzte Show dieser Tour ging am 2. April 1976 im schottischen Glasgow über die Bühne. [Weiter: Alles über Neil Youngs erstes Deutschlandkonzert ...]

Dezember 12, 2025

Neil Youngs Drums
Wenn das Bühnenlicht angeht, ist es oft das Erste, was das Publikum sieht – noch bevor der erste Akkord erklingt: der Name der Band auf der Vorderseite der Bassdrum. Diese runde Fläche, die sich zentral auf der Bühne befindet, ist die wohl wertvollste Werbefläche im Musikgeschäft. Was heute selbst für die kleinsten Garagenbands zum Standard gehört, hat eine evolutionäre Geschichte, die eng mit der Entwicklung der Popkultur verknüpft ist. Sie beginnt in den 1920er und 1930er Jahren. In der Ära des Jazz und Swing nutzten Big Bands und Orchesterleiter die Trommelfelle zunächst, um Initialen oder Wappen darauf zu platzieren. 

Der entscheidende Wendepunkt folgte am 9. Februar 1964 mit dem Auftritt der "Beatles" in der "Ed Sullivan Show". Das dort präsentierte ikonische "Drop-T"-Logo auf Ringo Starrs Ludwig-Schlagzeug etablierte die Frontseite als Standard in der Popkultur. Nach der Ausstrahlung wollte jeder Schlagzeuger nicht nur ein Ludwig-Set, sondern auch den eigenen Bandnamen prominent darauf platzieren. Die Bassdrum war endgültig zur Werbetafel geworden. In den späten 1960er- und 1970er-Jahren erweiterten Rockbands diesen Trend um künstlerische Designs – eine Tradition, die bis heute anhält.

In Neil Youngs langer Karriere hatte das Bassdrum-Logo zunächst keine allzu große Bedeutung. Natürlich gehörten auch seine Bands in den Jugendjahren zu den Nachahmern der "Beatles" und verzierten ihre Bassdrums. Auch "Buffalo Springfield" rührte die Werbetrommel. Danach jedoch blieben die großen Trommeln von Youngs Begleitband lange schmucklos. So entfernte "Crazy Horse"“-Drummer Ralph Molina lange Zeit das Frontfell seiner Bassdrum oder spielte auf der „Rust Never Sleeps“-Tour gar ein transparentes Schlagzeug. Meist war nur das Logo des Herstellers Ludwig zu sehen. Der berühmte reitende Indianer zierte erst ab 2012 sein Basstrommelfell.

Auch andere von Neil Youngs vielen Backingbands, wie die "Stray Gators", "Santa Monica Flyers", "Ducks", "Bluenotes" oder die "Trans Band2, verzichteten auf Logos. Episoden mit den "Shocking Pinks", den "International Harvesters" oder mit "Pearl Jam" zeigten dagegen wieder eine geschmückte Bassdrum. Ab 2012 gab es dann keine Tournee mehr ohne Logo: Bei "Crazy Horse" ist es der reitende Indianer, bei „Promise of the Real” das rote Herz und bei seiner aktuellen Band, „Chrome Hearts”, das Chromherz.

Hier ist eine chronologische Übersicht über alle bekannten Bassdrum-Logos, die Neil Young seit 1962 auf der Bühne verwendet hat. [Weiter: Alle Bassdrum-Logos von Neil Youngs Bands ...]

August 21, 2025

Neil Young - Squires - Gretsch 6120
Neil Young hat auf den letzten drei Konzerten seiner „Love Earth“-Tour eine verloren geglaubte Jugendliebe präsentiert: die orangefarbene Gretsch-Gitarre des Modells 6120 Chet Atkins, mit der er in seiner Jugendband „The Squires“ spielte und die er 1965 in Toronto verkaufen musste.

Beim Konzert im Blossom Music Center in Cuyahoga Falls, Ohio, USA am 15. August, hielt Neil Young die verlorene Gitarre überraschend wieder in den Händen. Auch bei den folgenden beiden Shows in Toronto kam das Instrument erneut beim Song „Mr. Soul“ zum Einsatz – in ebenjener Stadt, in der Young die Gitarre vor 60 Jahren zuletzt besaß.

Rusted Moon hatte bereits 2011 mit dem Artikel "Neil Youngs "Orange Periode" - Die Gretsch 6120" über die damals noch verloren geglaubte Gitarre geschrieben. Viele Fakten war damals nicht genau bekannt und mussten mühsam recherchiert werden. In den Jahren danach hat sich Neil Young selber in zwei Memoiren-Bänden, in Artikeln auf seiner Webseite und jetzt aktuell bei der Präsentation nach der Widerentdeckung zu der Gitarre geäußert. Grund genug also, die Geschichte dieses Instruments, ohne das manche Songs nie entstanden und Youngs Weltkarriere möglicherweise anders verlaufen wäre, zu aktualisieren. [Weiter: Wie Neil Young zu der Gitarre kam ...]

August 12, 2025

Neil Young - Old Ways - 1985
Heute vor 40 Jahren, am 12. August 1985, veröffentlichte Neil Young sein Country-Album "Old Ways". Einer seiner vielen musikalischen Schwenks, der damals Fans und vor allem sein Label Geffen Records so irritierte, dass es den Künstler wegen „untypischer Musik“ verklagte. Heute gilt das Album als Zeugnis künstlerischer Integrität.

Die Veröffentlichung von "Old Ways" markierte den Höhepunkt eines bizarren Konflikts zwischen Neil Young und seinem damaligen Plattenlabel. Nach musikalischen Experimenten wie dem elektrolastigen Album "Trans" (1982) und dem Rockabilly-Projekt "Everybody’s Rockin’" (1983) reichte Geffen Records Klage ein. Der Vorwurf: Young produziere "unrepräsentative und untypische" Musik. Für Young war dies eine inakzeptable Einmischung in seinen kreativen Prozess. Eine erste Version des Country-Albums, intern als "Old Ways I" bekannt, hatte das Label bereits 1983 abgelehnt.

Unbeirrt nahm Young zwischen 1983 und 1985 in Nashville, in Texas und auf seiner Ranch eine neue Version auf. Er umgab sich mit Country-Koryphäen und langjährigen Weggefährten wie Ben Keith. Die Country-Legenden Waylon Jennings und Willie Nelson steuerten Gesangs- und Gitarrenparts bei und verliehen dem Album zusätzliche Authentizität. Die begleitende Tour mit den Session-Musikern, den "International Harvester", wurde später auf dem Live-Album "A Treasure" (2011) dokumentiert und unterstrich die musikalische Kraft dieser Phase. Eine Aufnahme des Auftritts bei der TV-Show "Austin City Limits" im September 1984, der Song "California Sunset", wurde Teil des Albums

Musikalisch ist "Old Ways" ein klares Bekenntnis zum Country, geprägt von Pedal-Steel-Gitarre, Fiddle und Banjo. Die Texte sind oft introspektiv und behandeln Themen wie familiäres Glück in "My Boy" und "Once an Angel" oder die Sehnsucht nach einem einfacheren Leben. Das Album beinhaltet auch eine Coverversion des Gypsy-Life-Standards „The Wayward Wind“, den Young aus seiner Kindheit kannte.

Kommerziell war das Album zunächst kein Erfolg und stieß auf ein geteiltes kritisches Echo. In der Rückschau gilt "Old Ways" jedoch als übersehenes Juwel – ein aufrichtiger Ausdruck künstlerischer Freiheit, ungefiltert von kommerziellen Erwartungen. Damit war Young seiner Zeit voraus, in einer Ära, in der Country-Musik noch nicht die heutige Mainstream-Dominanz in Amerika besaß. Für dieses Jahr hat Neil Young mit "Tennessee" ein Archivalbum angekündigt, das einige unveröffentlichte Songs der der damaligen Country-Sessions enthalten soll.

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Juni 17, 2025

Neil Young Hearse Mort 1965 Blindriver
Am 18. Juni starten Neil Young und seine neue Band "The Chrome Hearts" in Schweden ihre "Love Earth"-Tour. Doch die lange Erfolgsgeschichte des inzwischen 79-Jährigen und den Namen seiner Band gäbe es vermutlich gar nicht, wäre es vor genau 60 Jahren nicht zu einer legendären Autopanne mit einem Leichenwagen gekommen. Anlass genug, noch einmal an ein Ereignis zu erinnern, das zu einem bedeutenden Wendepunkt in Youngs Karriere wurde.

Im Jahr 1965 verbrachte der damals 20-jährige Neil Young mit seiner Band "The Squires" mehrere Monate in Fort William (heute Thunder Bay), einer betriebsamen kanadischen Industriestadt am Lake Superior. Mit Auftritten in kleinen Clubs wie dem "4-D Coffeehouse" oder dem "Flamingo" erspielten sie sich eine lokale Fangemeinde. Die Bandmitglieder – Neil Young an der Gitarre, Bassist Ken Koblun und Schlagzeuger Bob Clark – waren begierig darauf, sich musikalisch weiterzuentwickeln, und knüpften Kontakte zur lebendigen lokalen Musikszene. Dazu zählten Musiker wie Terry Erickson, der die "Squires" an Gitarre und Bass unterstützte und zeitweise offizielles Bandmitglied wurde, sowie Tom Horricks und Donny Brown von der lokal bekannten Band "Donny B and The Bonnvilles".

Im April 1965 kam es zu einer besonders prägenden Begegnung, als Neil Young und die "Squires" im "4-D Coffeehouse" Stephen Stills und dessen Band "The Company" live erlebten. Stills' charismatische Interpretation des Folksongs "High Flying Bird" von Billy Edd Wheeler begeisterte Young und seine Mitmusiker so sehr, dass sie nicht nur bald ihre eigene Version des Liedes spielten, sondern sich auch mit dem talentierten Stills anfreundeten. Diese musikalischen Einflüsse und die wachsende Ambition führten dazu, dass die Band sich in "The High Flying Birds" umbenannte – inspiriert von ebendiesem Song – und am 16. Juni 1965 im Nachmittagsprogramm ihr letztes Konzert im "4-D Coffeehouse" gab. [Weiter: Aufbruch zur Weltkarriere ...]

Mai 14, 2024


Seit fast 50 Jahren trägt Neil Youngs seinen ikonischen Gitarrengurt mit den Peace & Dove-Symbolen, die seit 1993 aus unerfindlichen Gründen auf dem Kopf stehen. Der Gurt, der 1977 während der Sommertournee mit den "Ducks" erstmals auftauchte und 1978 auf der "Rust Never Sleeps"-Tour zum Markenzeichen wurde, ist heute kaum wiederzuerkennen. Zerrissen, löchrig und fadenscheinig präsentiert er sich auf der aktuellen "Love Earth"-Tour in seiner ganzen zerlumpten Pracht - "Ragged Glory" zum Umhängen.

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August 09, 2022

Neil Young & POTR - Berlin
Die Rückseite des neuen Live-Albums "Noise & Flowers" zeigt eine Fotomontage, die Neil Young & Promise of the Real als Graffiti auf der Berliner Mauer zeigt. Die Mauer ist zudem - passend zum Albumtitel - mit Blumen geschmückt. Warum genau die Berliner Mauer auf das Cover kam, ist nicht bekannt. Vermutlich hat die Zahl der Songs den Ausschlag gegeben, die vom Konzert in der Berliner Waldbühne am Juni 2019 auf das Album gelangten. Mit fünf von 14 Titeln ist das Berliner Konzert am stärksten auf dem Live-Album vertreten. Ein sechster Titel aus Berlin, "Hey Hey, My My",  läuft beim dazugehörigen Konzertfilm beim Abspann. Bei soviel Berlin hat man sich bei der Covergestaltung dann eben für das - zumindest aus amerikanischer Sicht - berlintypischste Motiv entschieden: Die Mauer.

Dabei war die Berliner Mauer bereits bis auf wenige Reste komplett verschwunden, als die meisten der jungen Bandmitglieder von POTR geboren wurden. Nur Neil Young hat die Mauer noch selber stehen sehen. 1982, beim Berliner Abschlusskonzert der damaligen Trans-Tour, hat er besichtigt, mit dem Beatles-Zeile "Love is all we need" bekritzelt und im Song "After Berlin" sogar besungen.

Der Mauerabschnitt von der Fotomontage auf  "Noise & Flowers" befand sich in der Zimmerstraße an der Kreuzung zur Charlottenstraße im Berliner Bezirk Kreuzberg - in unmittelbarer Nachbarschaft zum berühmten "Checkpoint Charlie" an der zur Charlottenstraße parallel laufenden Friedrichstraße. Das für die Montage verwendete Mauerfoto wurde 1986 geschossen, also drei Jahre vor dem Mauerfall. Neil Young hat es als  Stockfoto bei einer Bildagentur für die Covergrafik lizensiert.

Aufbau, Ausbau und Abbruch der Mauer an dieser Stelle ist über die 30 Jahre ihres Bestehens durch zahlreichen Fotos gut dokumentiert. Das gilt auch für einen der dramatischsten Momente der dunklen Mauerzeit: Den Tod eines jungen Mannes, der hier 1962 - ein Jahr nach dem Mauerbau - bei einem Fluchtversuch von Grenzposten angeschossen wurde und qualvoll verblutete. Seitdem erinnerte dort ein stets mit Blumen geschmücktes Kreuz an den Vorfall. "Noise & Flowers" haben dadurch noch eine beklemmende Bedeutung erhalten, die Neil Young bei der Auswahl des Motiv wohl gar nicht bewusst war. [Weiter: Fotos, Videos zum Abschnitt an der Berliner Mauer ...]


März 11, 2022

Neil Young - Harvest - #1 Album Charts

Heute vor 50 Jahren - am 11. März 1972 - erreichte Neil Youngs Album "Harvest" Platz eins der US-Album-Charts. Dort hielt sich das Album zwei Wochen, bevor es am 25. März vom Album "America" der gleichnamigen britischen Band auf den zweiten Platz verdrängt wurde. Deren Hit "Horse with no Name" hatte zuvor bereits Neil Youngs Song "Heart of Gold" vom Thron der US-Single-Charts geworfen.

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Februar 22, 2022

Neil Young - Mickey and Bunny
Der Einmarsch Russlands in Teile der Ukraine hat auch ein Kapitel in der frühen Karriere Neil Youngs wieder ins Bewusstsein gerückt. Der Rockmusiker machte seine ersten Schritte im Musikgeschäft in Winnipeg, der Hochburg urkrainischer Auswanderer nach Kanada. Auch einige frühe Bandkollegen und Musikerfreunde wie Randy Bachmann kamen aus der ukrainischen Community in Winnipeg.

The Sultan
Mehr noch: Seine allererste Platte erschien auf einem Plattenlabel für ukrainische Musiker. „The Sultan b/w Aurora“, die 1963 erschienene Single von Neil Youngs erster eigenen Band „The Squires“, war mit Nummer V-109 die neunte Single des Labels „V Records“ aus Winnipeg. Das Label hat neben Neil Young sonst fast ausschließlich ukrainische Polka-Musiker, ukrainische Folklore und bizarre ukrainische Popmusik veröffentlicht.

Betrachtet man heute das damalige Programm von „V Records“, wird klar: Neil Youngs erste Single erschien in einem skurrilen musikalischen Paralleluniversum, das wenig mit der frühen Beat- und Rock’n’Roll-Ära zu tun hat, mit dem man den frühen Neil Young eigentlich verbinden würde. Der Herr über dieses ukrainische Paralleluniversum in Winnipeg war ein gewisser Alex Groshak.

Aus aktuellem weltpolitischen Anlass hier eine aktualisierte Fassung eines bereits 2012 auf "Rusted Moon" erschienenen Artikels über Neil Young und die ukrainischen Wurzeln seiner Weltkarriere. [Weiter ...]

September 19, 2020

Am 19. September 1970 - heute vor 50 Jahren - erschien Neil Youngs drittes Album "After The Gold Rush". Es war zugleich sein erstes, dessen Songs überwiegend im eigenen Heimstudio aufgenommen wurden. Eine Produk­tions­weise, die die folgenden fünf Jahrzehnten seiner Karriere prägen sollte, als unzählige Alben in den diversen Scheunen und Gebäuden seiner Ranch in Nord­kali­fornien ent­standen. Nur wenige Monate bevor Neil Young dorthin zog, entstand "After The Gold Rush" in seinem Haus im Topanga Canyon in Los Angeles.

Das vierstockige Haus an der Adresse 611 Skyline Trail, war 1965 auf Gipfel eines der Hügel des Canyons aus Redwood-Holz gebaut worden. Das Anwesen mit seinen 142 Quadratmetern Wohnfläche, riesigem Grundstück, drei Schlafzimmern und zwei Bädern kaufte Neil Young im August 1968 für 17.000 Dollar. Kurz zuvor hatten sich "Buffalo Springfield" aufgelöst. Die Summe hatte sein Manager Elliot Roberts beim Reprise-Label als Vorschuss für sein erstes Soloalbum ausgehandelt. Es war Youngs erstes eigenes Haus, nachdem er zuvor in einer gemieteten Hütte im benachbarten Laurel Canyon wohnte. [Weiter: Tonstudio im Kellergeschoss ...]

Dezember 26, 2019

Neil Young - Life - Noriega Playlist
Heute vor 30 Jahren, am 27. November 1989, gehörte die Musik Neil Youngs zu einem kuriosen Waffenarsenal, mit dem die US-Streitkräfte den panamaischen Diktator Manuel Noriega zur Kapitulation zwingen wollte. Der hatte sich nach einer Invasion der USA mit ein paar Getreuen  in die Botschaft des Vatikans geflüchtet.

Die US-Streitkräfte waren nur wenige Tage zuvor im Rahmen einer "Just Cause" genannten Operation in Panama eingedrungen. Der ursprünglich von den USA gestützte Diktator hatte sich in Drogengeschäfte verwickelt, seine demokratische Abwahl für ungültig erklärt und einen Militärputsch brutal niedergeschlagen. Durch das so angerichtete politische Chaos im Land sah US-Präsident George Bush senior die amerikanischen Interessen am strategisch und wirtschaftlich wichtigen Panamakanal gefährdet und gab den Befehl zum Einmarsch.

Das kleine Panama hatte dem US-Militär nichts entgegenzusetzen und Heiligabend hockte Manuel Noriega in einem kleinen Zimmer, das ihm vom diplomatischen Vertreter des Heiligen Stuhls in Panama als Zuflucht angeboten worden war. Die Amerikaner forderten die Herausgabe des Diktators, den sie wegen seiner Drogengeschäfte in den USA vor Gericht stellen wollten. Da ein gewaltsames Eindringen in die Botschaft aus diplomatischen Gründen ausgeschlossen war, sollte Noriega mit anderen Mitteln mürbe gemacht werden. Die Wahl fiel ausgerechnet auf laute Rockmusik . Schlimmer noch: auf 80er-Jahre Rockmusik. [Weiter: Mit Neil Young gegen Noriega ...]

November 08, 2019

Am 9. November 2019 jährt sich der Fall der Berliner Mauer zum 30. Mal. 37 Jahre zuvor, im Oktober 1982, stand Neil Young auf einer Aussichtsplattform am Potsdamer Platz und blickte über die mit Mauer, Wachtürmen und Todes­streifen ausgebaute Grenze. Fotograf Joel Bernstein hielt den Moment fest.

Abends absolvierte er in der Berliner Deutsch­land­halle das letzte Konzert der "Trans Tour". Als Zugabe gab es damals "After Berlin", einen Song, den er unter dem Eindruck seines Besuchs an der Mauer schrieb - und bis heute nur ein einziges Mal spielte. Das Video oben zeigt jenen Mauerabschnitt, an dem Neil Young damals stand, in exakt montierten Fotos im Wandel der Zeit - vor, mit und nach der Mauer. 

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August 14, 2017

Heute vor 50 Jahren, am 14. August 1967, drehte Neil Young als Mitglied von "Buffalo Springfield" in den Paramount Studios in Hollywood eine Szene für die US-Krimiserie "Mannix" (Video links). Die Band spielt dabei in der fiktiven Bar "Lost Dimension" Stephen Stills Songs "Bluebird", dazu tanzt verzückt ein Go-Go-Girl. 

Inhalt der Szene: Während sich Neil Young im Hintergrund im schwarzen Fransen-Jacket an seiner orange­far­benen Gretsch-Gitarre abmüht, gerät im Vor­der­grund Privatdetektiv Joe Mannix in eine prekäre Lage. Der von Mike Connors gespielte Schnüffler gerät mit den zwielichtigen Angestellten des "Lost Dimension" aneinander und kann sich am Ende nur durch Drohen mit der Schusswaffe aus der Situation befreien.

Die Episode sieben der TV-Serie trägt den Titel "Warning Live Blueberries" (deutscher Titel: "Stoff für den Guru") und wurde rund zwei Monate später am 28. Oktober ausgestrahlt. "Buffalo Springfield" waren zum Zeitpunkt der Dreharbeiten eine angesagte Band. Mit "Bluebird" hatten sie gerade ihre vierte Single am Start, nachdem es der Vorgänger "For What It's Worth" bis auf Platz sieben der US-Charts brachte. Zwei Wochen vor den Dreharbeiten sorgte ihr Auftritt beim "Monterey Pop Festival" für zusätzliche Publicity, die der TV-Sender CBS, bei dem "Mannix" lief, offenbar für sich nutzen wollte. [Weiter: Neil Young fast nicht dabei ...]

Januar 14, 2017

Neil Young Guitar Strap
Neben der schwarzen Gibson "Old Black" gehört der breite Gitarrengurt mit den auffälligen weißen Peace-Zeichen und Friedens­tauben zu den wohl bekanntesten Marken­zeichen Neil Youngs. Den Gurt, der 2017 sein 40-jähriges Bühnenjubiläum feiert, verbinden viele Fans ausschließlich mit "Neil Young & Crazy Horse". Dabei sind Herkunft und die vielen Veränderungen dieses Gitarrengurts so komplex und verworren wie die lange Karriere des Musikers selbst - "There is more to the picture than meets the eye ..."

Der Gurt war zwar immer an Neil Youngs Gibson Les Paul "Old Black" befestigt - aber keineswegs zu jeder Zeit und auf jeder Tour. Er stammt auch nicht direkt aus der "Rust Never Sleeps"-Ära mit "Crazy Horse", sondern kam zuvor bereits bei zwei anderen Bands zum Einsatz. Und im Verlauf seiner nun 40-jährigen Verwendung kam er in die Änderungs­schnei­derei und durchlebte wundersame Metamorphosen. Mit seinem zerfetzten und fadenscheinigen Äußeren sieht der Gitarrengurt heute aus, als hätten ihn Archäologen in den staubigen Überresten einer untergegangenen Rockmusik-Arena ausgegraben. Wer das auseinander­ fallende Stück Textil auf der letzten "Rebel Content Tour" live gesehen hat, wundert sich, dass es die schwere Gibson-Gitarre überhaupt noch halten kann.

Höchste Zeit also, die Geschichte des legendären Gurts einmal ausführlich zu beleuchten. "Rusted Moon" hat dazu alle Daten & Fakten zu dem wohl berühmtesten Gitarren­gurt der Rockgeschichte recherchiert und stellt seine Herkunft, den Einsatz in Neil Young verschiedenen Karriere­abschnitten sowie seine zahlreichen Veränderungen detailliert da. [Weiter: Die Geschichte von Neil Youngs Gitarrengurt ...]

Januar 03, 2017

Buffalo Springfield, Ondine, 1967
Foto (C) Thomas Monaster
Vor 50 Jahren, in den ersten Januartagen des Jahres 1967, spielte Neil Young mit "Buffalo Springfield" für mehr als eine Woche im New Yorker Club "Ondine". Nach einem Gig im "Night Owl Café" im Greenwich Village am 30. Dezember wurde die Band aus Los Angeles im "Ondine" für zehn Shows, von Sylvester bis zum 9. Januar 1967, als Vorband von "Mitch Ryder & the Detroit Wheels" verpflichtet.

Es war Neil Youngs erste Rückkehr nach New York, nachdem er dort ein Jahr zuvor erfolglos für das ELEKTRA-Label vorspielte und vergeblich nach Stephen Stills suchte. Damals fand er nur Richie Fury in Stills Apartment vor und machte sich ein paar Wochen später mit Bassist Bruce Palmer von Toronto nach Kalifornien auf. Nur ein dreiviertel Jahr nach Gründung von "Buffalo Springfield" standen nun genau diese vier - Neil Young, Bruce Palmer, Stephen Stills und Richie Furay, ergänzt um Drummer Dewey Martin - auf der Bühne des kleinen, aber angesagten Clubs auf der New Yorker East Side. Es war der erste Auftritt der Band an der Ostküste überhaupt.

Die zehn Tage im "Ondine" gingen aus gleich mehreren Gründen in die Geschichte der Band ein. Zum einen, weil an einem Abend Soul-Sänger Otis Redding auf die Bühne kam und mit ihnen "In the Midnight Hour" spielte. Später tauchte Redding auch bei einer Aufnahmesession in den New Yorker Atlantic Studios auf. "Buffalo Springfield" nahmen dort direkt nach dem "Ondine"-Engagement unter anderem mehrere Versionen von Neil Youngs Song "Mr. Soul" auf. Angeblich wollte Otis Redding den Song sogar für sich selber haben - als Nachfolger seiner erfolgreichen Version des Stones-Klassikers "Satisfaction". Neil Young verweigerte aber laut Dewey Martin seine Zustimmung. Otis Redding starb im darauf folgenden Dezember bei einem Flugzeugabsturz. [Weiter: Schlägerei mit Stephen Stills ...]

Dezember 04, 2016

Buffalo Springfield - Buffalo Springfield
Vor 50 Jahren, am 5. Dezember 1966, erschien Neil Youngs allererstes Album: Das Debütalbum von "Buffalo Springfield". Den nach der Band benannten Erstling nahm das Quintett mit Neil Young, Stephen Stills, Richy Furay, Bruce Palmer und Dewey Martin zwischen Juli und September 1966 in den Gold Star Studios in Los Angeles für das Atco-Label auf. Ganze drei Monate, nachdem sich "Buffalo Springfield" nach einem zufälligen Treffen auf dem Sunset Strip in Los Angeles gegründet hatte.

Nur zehn Monate zuvor war Neil Youngs Traum von einem ersten Album noch wie eine Seifenblase geplatzt. Damals verbannte das Motown-Label die in Detroit eingespielten Aufnahmen der kanadischen Band "Mynah Birds" mit Young an der Gitarre in den Giftschrank. Grund: Sänger Rick James war als Fahnenflüchtiger der US-Marine aufgeflogen.

Neil Young und Bruce Palmer reisten enttäuscht per Leichenwagen von Kanada nach Kalifornien, wo es mit "Buffalo Springfield" dann besser lief: Neil Young schrieb fünf der zwölf Songs auf dem Album und durfte trotz der Kontroversen um seine Stimme bei zwei davon ("Burned", "Out Of My Mind") sogar die Lead-Vocals singen. Unter den von Young geschriebenen Beiträgen war mit "Nowadays Clancy Can't Even Sing" auch jener Song, den er im Dezember 1965 in New York schon einmal für das ELEKTRA-Label erfolglos als Demo aufgenommen hatte. "Nowadays Clancy Can't Even Sing" wurde auch vorab im August 1966 als erste Single der "Buffalo Springfield" veröffentlicht, erreichte aber nicht die Top 100 der Charts. Neil Youngs "Burned", im November als zweite Single nachgeschoben, floppte total. [Weiter mit Neil Youngs Albumdebüt ....]

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