Vor 45 Jahren, im Sommer 1969, hätte Neil Youngs Geburtsstadt Toronto beinahe ein zweites Solo-Konzert ihres berühmten Sohnes erlebt. Nachdem der Musiker bereits Anfang Februar 1969 an sechs Tagen hintereinander in Torontos berühmtem "Riverboat Coffehouse" aufgetreten war, sollte er am 25. Juli auch beim Mariposa Folk-Festival spielen. Das seit 1961 in Ontario veranstaltete Festival fand 1969, wie bereits schon im Vorjahr, an drei Tagen auf den Toronto Islands statt - einer Inselgruppe im Ontario-See. Neben Neil Young waren unter anderem Joan Baez, Joni Mitchell, Ian and Sylvia und Pete Seeger gebucht.
Der Festivalauftritt Neil Youngs bei Mariposa 1969 kam dann aber doch nicht zustande. Kurzfristig, zwei Wochen vor Festivalbeginn, erhielten die Veranstalter eine Absage. Offizieller Grund für den Rückzieher: Neil Youngs Einstieg bei Crosby, Stills, Nash & Young. Mit der neuen Supergruppe ging er ab August auf Tournee, zu deren 36 Shows auch ein Festivalauftritt gehörte: Woodstock.
Gegen das gigantische Woodstock hatte das kleine, bescheidene Mariposa natürlich keine Chance. Obwohl der "Helicopter Day" von Woodstock ganz sicher nicht unmittelbar etwas mit der Absage an Toronto zu tun hatte. Rein zeitlich hätte Neil Young den Solo-Auftritt in Kanada durchaus in seinem Kalender unterbringen können. Bis zur CSNY-Tour waren schließlich noch vier Wochen Zeit. Vermutlich hätte ein erneuter Solo-Auftritt aber einfach nicht mehr ins Konzept gepasst: Der Riverboat-Gig in Toronto im Februar war nämlich erst einmal der letzte, bei dem Neil Young alleine auftrat. Schon drei Tage später, beim Auftritt im "Bitter End" in New York City, präsentierte er "Crazy Horse" als neue Band. Mit ihr bestritt Young während der 1969er "Crazy Horse"-Tour bis zum Juni insgesamt 37 Shows, ehe er sich dann CSNY anschloss. Ein erneuter Solo-Gig in Mariposa hätte die vom Zick-Zack-Kurs irritierten Fans wohl vollends verwirrt. [
Weiter mit Neil Young in Mariposa ...]