Am 13. August 2026 veröffentlichte der britische Musikvideo-Regisseur Tim Pope seine Memoiren "I Shoot Rock Stars: The Wild Adventures of a Music Video Director". (Affiliate-Link zu jpc) Pope gehörte in den 1980er Jahren zu den prägenden Köpfen der MTV-Generation und schuf mit seinen Clips einen unverwechselbaren visuellen Stil. In seinem Buch, für das Robert Smith von The Cure das Vorwort schrieb, widmet er Neil Young gleich zwei ausführliche und ausgesprochen unterhaltsame Kapitel. Darin blickt Pope auf ihre Zusammenarbeit während einer der turbulentesten Phasen in Youngs Karriere zurück – geprägt von kreativen Experimenten und dem erbitterten Konflikt mit Geffen Records.
Die Geschichte startet zu Beginn der Video-Ära im Jahr 1983, als Youngs Manager Elliot Roberts den Regisseur kontaktierte. Nach einem Telefonat mit Neil Young flog Pope nach Los Angeles, um das Video zu "Wonderin'" (Video untern) vom Album "Everybody's Rockin'" zu drehen. Der in der Londoner Punkszene verwurzelte Brite stand Young zunächst skeptisch gegenüber und sah in ihm vor allem einen Hippie-Veteran der Woodstock-Generation. Während des Flugs hörte er den Song in Endlosschleife – und landete in einer, wie der Regisseur schreibt, für ihn völlig neuen Welt.
Schon die ersten Stunden in Kalifornien hielten einige Überraschungen bereit. Im Sunset Marquis Hotel sah Pope zum ersten Mal überhaupt den Musiksender MTV und stellte verblüfft fest, dass dort bereits sechs seiner Videos in hoher Rotation liefen. Ebenso amüsant beschreibt er seine Erkenntnis, dass sich das legendäre Hollywood tatsächlich in Los Angeles befindet. Das erste Treffen mit Neil Young auf der "Broken Arrow"-Ranch verlief ebenso ungewöhnlich: Young empfing den Regisseur barfuß und in Begleitung seines Hundes Elvis. Pope stellte seine Idee für das Video vor – Young als einsamer Drifter, während die Umgebung durch eine Bildrate von lediglich 12,5 Bildern pro Sekunde in surreal beschleunigter Bewegung vorbeizieht. Young war sofort begeistert und gab ohne Zögern grünes Licht. [Weiter: Tim Pope über Neil Young ...]


