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November 09, 2012

Neil Young in "Melodie & Rhythmus"
Die Zeitschrift "Melodie und Rhythmus", 1957 als Fachblatt für Tanz- und Unterhaltungsmusik in der DDR gegründet, erscheint am heutigen 9. November als Jubiläumsausgabe zum 55. Geburtstag.

Der Schwerpunkt des aktuellen Hefts 6/2012 ist die Rolle der Zeitschrift innerhalb der Rock- und Pop-Kultur der DDR.

Im Artikel "Neil Young als Bückware", in dem es allerdings weniger um den Musiker selbst, als um die damals geringe Verfügbarkeit der Zeitschrift im Handel geht, ist ein tolles Foto abgedruckt. Er war ursprünglich in einem Artikel über Neil Young  in der M&R-Ausgabe von Dezember 1980  erschienen.


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Oktober 17, 2012

Am 18. und 19. Oktober jährt sich zum 30. Mal ein legendäres Konzert: Neil Young gastierte an beiden Tagen mit der "Trans Band" in der Berliner "Deutschlandhalle". Es war die letzte Station einer Tournee, die Neil Young durch halb Europa führte. Eine Tournee, die finanziell, organisatorisch und menschlich zu den größten Desastern in der Karriere Neil Youngs wurde. Auch viele Fans haben die damaligen Konzerte wegen der ungeliebten Vocoder- und Synthesizer-Einlagen in keiner guten Erinnerung.

Und trotzdem haben Trans-Tour und Abschlusskonzert in der Berliner "Deutschlandhalle" Geschichte geschrieben: Da ist zum Einen der Song "After Berlin", den Neil Young spontan vor Ort schrieb und in Berlin ein einziges Mal in seiner Karriere spielte. Das Lied ist ein musikalischer Hilferuf am Ende einer chaotischen Tour: "After Berlin", nach der letzten Tour-Etappe, kann alles nur besser werden ...

Da ist aber auch Neil Youngs Besuch an der Berliner Mauer. Die Grenzanlagen mit Mauer und Stacheldraht hatten Berlin damals noch in zwei Hälften geteilt. Neil Young bestieg eine Aussichtsplattform am Potsdamer Platz  und schaute ins abgeriegelte Ost-Berlin hinüber. An einer anderen Stelle schrieb er "Love is all you need", die berühmte Textzeile der Beatles, auf die Mauer.

"Rusted Moon" schrieb in "'Checkpoint Shakey' - Neil Young und die Berliner Mauer" alles über die Trans-Tour und Neil Youngs Mauer-Besuch.

Februar 18, 2012

Neil Young - Harvest - DDR
Eine aus deutscher Sicht besonders interessante Ausgabe von „Harvest“ ist 1989 in der DDR auf dem "Amiga“-Label erschienen. 17 Jahre, nachdem Neil Young sein Album herausbrachte – und unmittelbar bevor die DDR aufhörte zu existieren – kam „Harvest“ hinter dem „Eisernen Vorhang“ in die Läden. Das ist auch deshalb erstaunlich, weil der Kanadier nie einen Fuß auf sozialistischen Boden gesetzt hat. Anders, als zum Beispiel Bob Dylan oder Bruce Springsteen, die sogar in der DDR auftraten. Näher, als auf einer westlichen Aussichtsplattform an der Berliner Mauer im Jahre 1982, ist Neil Young dem Osten also nie gekommen. Übrigens auch nach dem Fall der Mauer nicht.

„Amiga“ war das für populäre Musik zuständige Label des staatlichen Tonträgerproduzenten "VEB Deutsche Schallplatten Berlin". Was man damals auf Vinyl presste, wurde aber im Wesentlichen vom Ministerium für Kultur bestimmt. Neben einem ausgewogenen Mix der Musikgenres wurde dabei auch auf den kulturpolitischen Überbau geachtet. Beat- und Rockmusik war in der Staatsführung nämlich verpönt, galt sogar als "Werk des Klassenfeindes", der die Jugend des Arbeiter und Bauernstaates verdummen und "zu Exzessen aufputschen" sollte. In einer legendären Rede vor dem ZK 1965 geißelte der spätere Staats- und Parteichef Erich Honecker den schädlichen Einfluss "dieser Musik" (Video unten). Als „Harvest“ im Jahre 1972 erschien war übrigens Klaus Gysi, Vater von Gregor Gysi, im ZK Minister für Kultur und zuständig für das "Amiga"-Label.

Dezember 07, 2011

Neil Young und Kanadas Botschaft in Berlin
Kanada in Berlin - gestern u. heute
(click to enlarge)
Im Artikel "Checkpoint Shakey - Neil Young und die Berliner Mauer" wurde "Under The Rusted Moon" schon ausgiebig über die beiden Konzerte am Ende der Trans-Tour im Jahr 1982 berichtet. Damals kletterte Neil Young am Potsdamer Platz auf eine Besucherplattform und schaute über die Mauer und den Todesstreifen hinüber in das abgeriegelte Ost-Berlin.

Würde der gebürtige Kanadier Neil Young heute - fast 30 Jahre nach dem Mauerfall - an der gleichen Stelle stehen, er wäre wohl ziemlich überrascht: Wo sich 1982 noch eine leere Fläche mit Minenfeld und Stacheldraht hinter der Mauer erstreckte, steht nämlich heute die kanadische Botschaft. Ob sich Neil Young, der immer noch die kanadische Staatsbürgerschaft besitzt, das jemals hätte träumen lassen?

Kanada
Keine 100 Meter trennen die Stelle, an der einst die Besucherplattform auf der Westseite der Mauer stand, vom Eingang der Botschaft (siehe Grafik oben). Sie steht auf der östlichen Seite der Ebertstraße, auf der damals die Grenzlinie verlief. Die Kanadier haben das Botschaftsgebäude, dass sich westlich zur Ebertsraße und südlich zum Leipziger Platz öffnet, 2005 eingeweiht.

Auch Peter M. Boehm, derzeitiger kanadischer Botschafter in Berlin, hätte wohl nicht gedacht, dass vor seinem Fenster einmal einer seiner berühmtesten Landsleute auf der andere Straßenseite stand und herüber blickte. Damals war die andere Straßenseite ja noch der Teil einer anderen Welt. Heute steht die kanadische Botschaft in Berlin (-> virtueller Rundgang) auch Besuchern offen. Es gibt viele öffentliche Räume, die über Kanada informieren. Es gibt sogar eine "Nord-West-Passage" mit der man das Gebäude durchqueren kann. "Keep On Rockin' in The Free World" ...

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Oktober 02, 2011

Neil Young schwarz rot gold
Der 3. Oktober ist "Tag der Deutschen Einheit". Der deutsche Nationalfeiertag - 21 Jahre nach der Wiedervereinigung - ist durchaus ein passender Anlass, einmal einen Blick auf Neil Youngs statistische Deutschlandbilanz zu werfen: 

Insgesamt verzeichnet die Datenbank auf SugarMountain.org für Deutschland 58 Auftritte. Im alten West-Deutschland trat Neil Young von 1976 bis 1990 insgesamt 22 Mal auf. Seit 1990 kamen dann noch 36 Aufritte im wiedervereinten Deutschland hinzu. Davon entfielen aber nur magere 5 Shows auf die Neuen Bundesländer: Je 2 Mal trat er in Leipzig und Erfurt auf. Auch den Auftritt 2009 in der Berliner O2-World kann man hier mitzählen, liegt diese Halle doch - im Gegensatz zu allen vorherigen Berliner Auftrittsorten Neil Youngs - im ehemaligen Ost-Teil der Stadt.

Überhaupt scheint die sprichwörtliche „Mauer in den  Köpfen“ auch bei Neil Young durchaus ein Thema zu sein: Denn außer einem einzigen Auftritt 1995 in Prag mit „Pearl Jam“ hat der Kanadier nie ein Konzert hinter dem ehemaligen „eisernen Vorhang“ gespielt. Während andere Kollegen wie Bruce Springsteen oder Bob Dylan sowohl vor als auch nach dem Mauerfall in Ost-Europa auftraten, macht Neil Young bis heute einen Bogen um diesen Teil der Welt.

Dabei ist die Fan-Basis und der Musikmarkt in Ländern wie etwa Polen, Ungarn oder Russland ökonomisch sicher nicht uninteressanter, als andere von ihm bediente Märkte wie Südamerika, Neuseeland oder Japan.

August 30, 2011

Checkpoint Shakey - Neil Young an der Berliner Mauer
'Checkpoint Shakey' - Plattform
am Potsdamer Platz
Die Berliner Mauer – das wohl bekannteste Teilstück des sogenannten „eisernen Vorhangs“ und Symbol für die Zweiteilung der Welt in der Zeit des kalten Krieges – wurde im August 50 Jahre alt. Damals, am 13.  August 1961 riegelte die DDR die Sektorengrenze zu West-Berlin in einer Nacht-und-Nebel-Aktion mit Steinen und Stacheldraht ab. In den folgenden Jahren wurde diese zunächst nur behelfsmäßige Mauer immer weiter ausgebaut und perfektioniert: Mit Vor- und Hinterlandmauer, Todesstreifen, Panzersperren und Wachtürmen zog sich bald ein unüberwindliches Monstrum um ganz West-Berlin.

Checkpoint Charly
'Checkpoint Charly'
in der Friedrichstraße
An kaum einer anderen Stelle waren Ausmaße und Auswirkungen dieser monströsen Grenzanlagen so sichtbar wie am Potsdamer Platz. Diese einst verkehrsreichste Kreuzung Europas, an der 1924 die erste Verkehrsampel in Deutschland aufgestellt wurde, war bis zum Fall der Mauer 1989 nur noch ein ödes, ummauertes Brachland, aus dem einige Hausruinen und die Wachtürme der DDR-Grenztruppen ragten.

Die Aussichtplattform neben dem stillgelegten U-Bahneingang auf der westlichen Seite des Potsdamer Platzes war bis 1989 ein beliebtes Ziel von Berlinern und Touristen. Auch Neil Young ließ sich 1982 die Gelegenheit nicht entgehen, einen Blick über die Mauer und auf die Grenzanlagen zu werfen. Fotograf Joel Bernstein machte dabei ein Foto, das Neil Young auf der Aussichtsplattform und vor der mit Graffities bemalten Westseite der Mauer zeigen. Das Foto auf der Plattform am Potsdamer Platz ist auch Teil der Bilder in Jimmy McDonoughs Biography „Shakey“.

Passgenau eingebettet in andere Fotos, die im Laufe der Zeit an dieser Stelle der Mauer gemacht wurden, ergibt sich ein interessantes zeitgeschichtliches Mosaik: Die Errichtung, der Ausbau und schließlich der Abriss und das Verschwinden der Berliner Mauer werden greifbar. Mitten drin – 21 Jahre nach ihrer Errichtung und 7 Jahre vor ihren Abriss – steht ein sichtlich beeindruckter Neil Young:


Das im Video enthaltene Mauer-Foto auf der Besucherplattform am Postdamer Platz entstand am Rande der beiden Konzerte, die Neil Young am 18. und 19. Oktober 1982 in der Berliner Deutschlandhalle gab.

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