Dienstag, 13. August 2013

UPDATE Neil Young serviert PONO mit Zuckerbrot & Peitsche

Neil Youngs PONOEliot Van Buskirk von evolver.fm, der seit Bekanntwerden regelmäßig über Neil Youngs PONO-Aktivitäten berichtet, hat angeblich neue Details ausgegraben. Mit Bezug auf eine "Quelle mit Kenntnissen des aktuellen Stands" sollen die Hi-Res-PONO-Dateien auf allen Geräten abspielbar sein. Allerdings könnten übliche MP3-Player, Mobiltelefone, Autoradios oder PCs nicht deren beste Soundqualität wiedergeben.

Wer PONO-Dateien im 24bit/192kHz-Format in Studioqualität genießen will, sei zwingend auf Neil Youngs speziellen PONO-Player angewiesen. Laut Van Buskirk sollen auch andere High-End D/A-Wandler, wie sie in Geräten von Soundschmieden wie LINN und anderen enthalten sind, PONO-Dateien nicht in höchster Qualität abspielen können.

Neil Young scheint auch auf eine Strategie á la "Zuckerbrot und Peitsche" zu setzen: Zum Einen können Kunden im geplanten PONO-Shop Hi-Res-PONO-Dateien kaufen und abspielen, auch wenn sie noch keinen PONO-Player besitzen. Sie können zudem "geliehene" Dateien von Freunden auf normalen Geräten abspielen. Zum Anderen sollen laut Van Buskirk PONO-Dateien in höchster Qualität aber nur auf dem PONO-Player desjenigen zu hören sein, der sie auch gekauft hat. [Weiter ...]

Während die "normale" Soundqualität also als "Freemium" frei verfügbar und auch tauschbar sei, soll es für den "Premium"-Sound eine feste Verknüpfung der gekauften Dateien mit dem PONO-Player geben - sozusagen ein Kopierschutz nur für die höchste Qualitätsstufe. Die Musiktitel - ob vom Hi-Res-Master oder aufgepimpte CD-Qualität - sollen dazu einen von Neil Youngs Partner "Meridian" entwickelten Prozess durchlaufen, so Van Buskirk. Tatsächlich hatte Neil Young kürzlich während der "Crazy Horse Alchemy Tour 2013" den schottischen Hi-Fi-Hersteller "Meridian" in Glasgow besucht.


Keine Hypothek aufs Haus für die Lautsprecher

Van Buskirk schätzt den Verkaufspreis des gelben, dreieckigen PONO-Players auf  100 bis 250 Dollar. Er glaubt aber nicht, dass echte Audiofreaks das Gerät kaufen werden, um es an ihre High-End-Anlagen zu stöpseln. Dieser Kundenkreis setze auf einen von ihnen selber ausgewählten D/A-Wandler. Der können vom PONO-Player aber mangels Digitalausgang nicht angesteuert werden.

Neil Young mit Pono-Player
Nach Einschätzung von Van Buskirk werde Neil Young auch nicht die Kunden erreichen, denen herkömmliche MP3-Qualität, ausgegeben über billige Wegwerf-Kopfhörer, völlig ausreicht. Zielgruppe für PONO seien also ausschließlich Kunden zwischen diesen Extremen, wie groß diese Gruppe auch immer sei.

Van Buskirk beschreibt diese Zielgruppe der "Semi-Audiophilen" als Leute, die sich genug Gedanken über Soundqualität machen, Geld für einen neuen Player ausgeben wollen und auch bereit sind, Musik im PONO-Shop, statt per Flatrate in der Cloud, zu kaufen - die aber für neue Lautsprecher nicht gleich eine Hypothek aufs Haus aufnehmen wollen.

Als Vorbild für PONO könne dabei die Firma "Beats Electronics" dienen. Der sei es gelungen, hochwertige und hochpreisige Kopfhörer als Statussymbol zu vermarkten. Zum Statussymbol  für Leute, die ihren Hang zu hochwertigem Musikgenuss zeigen wollen, könne daher auch der gelbe PONO-Player werden, wenn er im Laufe des Jahres erscheine. Ein Startdatum des einst von Neil Young für Juni 2013 versprochenen PONO-Players steht bislang aber immer noch in den Sternen.

Der Originalartikel von Eliot Van Buskirk ist hier auf evolver.fm nachzulesen (in Englisch).

UPDATE: Inzwischen sind auf Facebook weitere Fotos vom Prototypen des PONO-Players aufgetaucht. Sie wurden auf der diesjährigen "California Audio Show" in Los Angeles gemacht, die vom 9. bis 11. August stattfand. PONO oder Neil Youngs Firma "Ivanhoe Ltd." standen allerdings nicht auf der Ausstellerliste. Die Fotos zeigen den gelben Player am Stand des amerikanischen High-End-Kopfhörerherstellers "AUDEZE".

 
Fotos: PONO-Prototyp auf der CAS (Klick in Foto zum Vergrößern)


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