Posts mit dem Label 1987 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label 1987 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

September 01, 2026

Im September 2026 jährt sich der Start der "Live From A Rusted Out Garage"-Tour zum 40. Mal. Mit "Crazy Horse" als Backingband bestritt Neil Young vom 15. September bis Ende November insgesamt 41 Shows in Nordamerika. Im darauffolgenden Frühjahr wurde die Tour mit 28 Shows in Europa fortgesetzt. Das besondere an dieser Tour: Gilt Young heute als kompromissloser Verfechter analoger Technik, so gehörte der Musiker in jener Phase Mitte der Achtzigerjahre zu den expe­rimen­tier­freu­dig­sten Anwendern digitaler Musik­tech­no­logie im Rockgeschäft.

Und ausgerechnet mit "Crazy Horse", einer Band, die seit den späten Sechzigern für spontanen, ungeschliffenen Garagenrock steht, wagte Neil Young damals ein technisches Abenteuer, das seiner Zeit voraus war. Kaum eine andere Tournee seiner Karriere steht deshalb heute so sehr für Widersprüche: Auf der einen Seite die rohe, ungeschliffene Kraft einer legendären Rockband. Auf der anderen Seite ein hochkomplexes Netzwerk aus Computern, Synthesizern, MIDI-Controllern und digitalen Workstations.

Rückblickend wirkt die Vorstellung fast schon surreal: Neil Young, der später zu einem der prominentesten Kritiker digitaler Klangformate werden sollte, experimentierte Anfang und Mitte der Achtziger mit Technologien, die damals noch wie Zukunftsmusik wirkten. Zwar hatte er elektronische Instrumente wie den Vocoder und das Synclavier bereits zuvor verwendet. Während der Arbeiten an Alben wie "Re-Ac-Tor" und "Trans" erkundete er elektronische Klangwelten und brache sie während der Tourneen 1982 und 1983 auch auf die Bühne. Die Vernetzung einer kompletten Band über den damals noch jungen MIDI-Standard stellte jedoch eine neue Dimension dar. Die Jahre 1986 und 1987 markieren deshalb eine einzigartige Phase in Youngs Schaffen – eine Zeit, in der "Crazy Horse" eher einem digitalen Forschungslabor als einer Rockband glich. [Weiter: Neil Youngs MIDI-Tour 1986/87 ...]

November 15, 2015

Neil Young - Doris Day
Neil Youngs aktuelles Archivalbum "Bluenote Café" enthält mit "Welcome To The Big Room" einen Song, der die ursprüngliche Idee hinter Neil Youngs Blues-Projekt von 1987 widerspiegelt: Ein Film im Stil von "The Blues Brothers". Autor Johnny Rogan beschreibt in "Zero to Sixty", dass der Plot des Films von einer Gruppe erfolgloser Freizeitmusiker handeln sollte, die mit Blues-Nummern in Klubs, Lounges, Restaurants und auf Hochzeitsgesellschaften auftreten.

Neil Young wiederum erzählt in seinen Memoiren "Special Deluxe", dass er damals "völlig berauscht von der Idee" war. Der Streifen sollte "The Big Room" heißen und eine Art Las Vegas-Parodie werden. Neil Young: "Nur richtig schäbig". Er habe sich damals ausführliche Notizen gemacht, die Charaktere und das Klubambiente ausgearbeitet. Er selber wollte als Bandleader namens "Shakey Deal" in dem Film auftreten, Saxophonist Steve Lawrence eine Rolle namens "Big Man" spielen. Er habe auch "einen großartigen Typen für die Rolle des Nachtclubbesitzers" gehabt, schreibt Neil Young weiter. Auch "Autos, ein paar Babes, Zigarettenmädels, Alk" waren schon organisiert .Er habe sogar die Songs für den Film gehabt - und meint damit die Blues-Nummern im Jimmy Reed-Stil, die er dann auf der Tour und dem 1988er Album "This Note's For You" spielte sowie für das damals geplante Live-Album aufnahm.

Eine passende Filmkulisse hatte Neil Young für sein Projekt auch schon ausgesucht. In "Special Deluxe" schreibt er: "Der Klub hätte ein Vegas-Hotel im Miniformat sein sollen, in einer Location, die mal Doris Day gehört hatte. Der Eingangsbereich war vom Typ "Caesars Palace" und die Architektur sehr prächtig, aber es war relativ klein. Eine Vegas Miniatur. Der Showroom war perfekt."  [Weiter: Alles über Doris Days Hotel ...]

November 08, 2015

Neil Young Sears Silvertone amp
Am 13. November erscheint Neil Youngs Archivalbum "Bluenote Café", auf dem die Club-Tour mit seiner Band "The Bluenotes" in den Jahren 1987 und 1988 dokumentiert ist. Neil Young hatte damals wieder einen seiner berühmt-berüchtigten, abrupten Genrewechsel vollzogen - diesmal hin zu Rhythm & Blues mit Soul- und Jazz-Elementen. Sein damaliger Bühnensound war dabei stark von einer fünfköpfigen Bläsergruppe geprägt, in der unter anderem Ben Keith und Larry Cragg am Saxophon mitwirkten und die Songs - eine Mischung aus uralten Titeln der "Squires", eigens für die Tour geschriebenen Stücken sowie ein paar "verbluesten" Klassikern - mit Bläsereinsätzen und Soli aufpeppten.

Neil Young selber griff damals auf seine bewährte Gibson Les Paul "Old Black" und Mundharmonika zurück - nahm allerdings beim Gitarrenverstärker eine ziemlich radikale Änderung an seinem Setup vor: Anstelle seines berühmten kleinen 1959er Fender Deluxe mit Whizzer-Aufsatz, der über Magnatone 280 und Baldwin Exterminator zusätzlich hochverstärkt wird, stellte er sich einen billigen Versandhaus-Verstärker der Marke "Silvertone" auf die Bühne.

Videobilder und Fotos der Tour belegen, dass es sich dabei entweder um das Modell "Silvertone 1484 Twin Twelve" oder "Silvertone 1485 Six Speakers" von Mitte der 1960er Jahren handelte - gut zu erkennen an dem für diese Modelle typischen schwarzen Hintergrund der unteren Frontplatte des Verstärkerkopfteils. Das verwendete Lautsprecherkabinet wurde den Fotos nach mit zwei Mikrophonen abgenommen, was eher für die 2 x 12" Box des Modells 1484 spricht. Dennoch kommt auch das optisch gleiche 120-Watt Schwestermodell 1485 mit seiner 6 x 10" Box in Betracht. [Weiter: Alles über die beiden Silvertone Amps & Video ...]

Oktober 09, 2015

Neil Young and Bluenote Cafe - 2015
Neil Young macht sich und seinen Fans ein besonderes Geburtstagsgeschenk: Am 13. November - einen Tag nach seinem Siebzigsten -  erscheint das Album “Bluenote Café“ als Doppel-CD und Vierfach-LP mit der Nummer 11 in der Neil Young Archives Performance Serie. Seit heute ist das Album unter anderem in Neil Youngs Webshop und hier bei Amazon Deutschland vorbestellbar. “Crime In The City“ ist als Single bereits jetzt vorab als Downlad verfügbar.

Die beiden CDs von “Bluenote Café“ enthalten 21 Songs und zwei Ansagen, aufgenommen bei Live-Shows in der Zeit von November 1987 bis August 1988, als Neil Young mit einem jazzigen Blues-Rock in den USA unterwegs war. Diese kurze Phase seines an Genrewechseln reichen Schaffens war bislang nur durch das 1988 erschienene Studioalbum “This Note's For You“ dokumentiert. (Alles über diese Zeit hier im Artikel “Neil Young wird zum Blues Brother“)

Auf dem neuen Live-Album erscheinen nun sieben bislang unveröffentlichte Songs sowie Live-Takes bekannter Songs aus dieser Periode. Mit dabei ist auch das legendäre “Ordinary People“, von dem eine stark bearbeitete Fassung auf “Chrome Dreams II“ erschienen war. Ein weiteres Highlight ist eine 19-Minuten-Fassung von “Tonight's The Night“. [Weiter: Tracklist, Video und Albumcredits ...]

November 02, 2012

Als Neil Young seine Jungs von „Crazy Horse“ zusammenrief, um das Folk-Album „Americana“ einzuspielen, war das beileibe nicht der erste Ausflug in ein fremdes Musikgenre. Und es war auch nicht das erste Mal, dass Neil Young mit „Crazy Horse“ einen Zeitsprung zurück in die frühen 1960er Jahre machte – in die Zeit seiner Teenager-Band „The Squires“. 

So wie „Americana“ im Sommer 2012 alte Folk-Arrangements der „Squires“ wiederbelebte, so griff Neil Young auch schon 25 Jahre zuvor auf Songs zurück, die er mit seiner ersten richtigen Band aus dem kanadischen Winnipeg 1964 geschrieben und gespielt hatte.

Heute vor 25 Jahren, am 2. November 1987, spielten "Neil Young & The Bluenotes" – ein um eine Bläsergruppe erweitertes „Crazy Horse“ – ihr erstes Konzert der "Bluenotes Club Tour" im Cocoanut Grove in Santa Cruz.

/* Gallery */