Montag, 10. August 2015

'Spielen mit Neil Young ist wie eine Lehre beim Jedi-Meister'

Micah Nelson hat Andy Greene vom Rolling Stone ein Interview gegeben, das jetzt in der amerikanischen Online-Ausgabe des Musikmagazins erschien. Darin erzählt er ein paar Hintergrundgeschichten zur gerade beendeten "Rebel Content Tour" und schildert Erfahrungen, die er und sein Bruder Lukas in der Zusammenarbeit mit Neil Young dabei gemacht haben.

Wichigste Botschaft: Micah Nelson geht davon aus, dass die Tour weitergeht. Sein letzter Stand sei, dass man nach dem FarmAid-Konzert am 22. September bis zum Bridge School Benefit am 24. Oktober eine Tour entlang der amerikanischen Westküste plane. Allerdings sei das mit der Kommunikation in der Neil-Young-Welt so eine Sache. Manchmal würden sie eher etwas erfahren, als Youngs Management. Dann wiederum würden sie manches erst in der Presse lesen. In dem Interview mit Greene schildert Micah Nelson auch den Beginn der Tourvorbereitungen. Neil Young habe ihnen eine Liste mit 80 Songs geschickt, von denen sie etwa 95 Prozent zumindest schon einmal gehört hatten. Diese Songs hätte die Band dann mehrfach durchgespielt.

Die eigentlichen Proben zur Tour fanden dann wenige Tage vor dem Start im Alpine Valley Resort in Wisconsin statt. Das grundlegende Konzept der Shows - ausgehend von akustisch über sanft bis hin zu hart und elektrisch - habe man dort gemeinsam erarbeitet. Micah Nelson über das Konzept: "Jeder Abend war wie Bergsteigen. Du brichst im Auenland auf und am Ende stehst du im Krater des Schicksalsberges. Er wollte wirklich nie, dass wir etwas zu sehr proben, einfach nur das Wesentliche und die Stimmung jedes Songs erfassen. Manchmal war es vor 50.000 Menschen das erste Mal, dass wir einen Song spielten." [Weiter mit Passagen des Interviews ...]

Micah Nelson berichtet auch von einer außerkörperlichen Erfahrung auf der Tour: "Wir spielten 'Big Box' während der Nebraska-Show und plötzlich schwebte ich über meinen Körper. Ich dachte mir, ich spiele gerade eine Show und ich muss meine Hände in Bewegung halten und wieder runter kommen, weil ich es sonst vermassle. Es war sehr bizarr und euphorisch."

"Einer der schönsten Momente war, als wir 'Cortez the Killer' für 20 Minuten als Zugabe am Jones Beach spielten. Am Ende spielte Neil einfach nur das Drei-Noten-Riff für, wie es schien, zehn Minuten, während wir alle auf der Bühne tanzten und mit unseren Gitarren herumfuchtelten, als würden wir einen Kampf mit Lichtschwertern austragen. Er betätigte das Tremolo so hart, dass alle Saiten aus der Gitarre rissen. Es war nicht nur einer meiner Lieblingsmomente der Tour, sondern in meinem ganzen Leben. "

Die Erfahrungen der Tour will Micah Nelson jetzt in die Arbeit mit seiner eigenen Band "Robots vs. Insects" einfließen lassen.: "Beim Spielen mit Neil habe ich so viel gelernt. Es ist, wie bei einem Jedi-Meister in die Lehre zu gehen."

Bei aller Euphorie bleibt Micah Nelson aber Realist. Neil Youngs berühmter Wankelmut ist auch den beiden Söhnen Willie Nelsons nicht unbekannt: "Das könnte für uns morgen alles wieder vorbei sein. Im Moment reitet er auf der Welle mit uns, aber morgen kann er anrufen und sagen 'OK, ich will eine Polka-Platte mit dieser deutschen Band aufnehmen'. Neil tut, was er will, wenn ihn die Muse ruft. Aber jetzt heißt die Muse gerade Promise of the Real - und Neil ist unsere Muse. Es ist eine wunderbare Zusammenarbeit. Es klingt, als ob wir sie weiter voran treiben bis es nicht mehr weiter geht."

Das Interview mit Micah Nelson ist hier im Rolling Stone nachzulesen (in Englisch).

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Kommentare :

  1. Vielen Dank für den interessanten Artikel. Es ist aber leider wohl nicht davon auszugehen, dass Neil mit den Nelson Brüdern nach Deutschland kommt, denke ich. Ich bin heute über eine überrschende Information gestolpert, die besagt, dass Neil sein Haus auf Hawaii verkauft hat. Das hat mich wieder mal sehr überrascht. Seine Ranch besitzt er ja bereits seit langem und ich dachte, dass er an dem Haus auf Hawaii ebenfalls so hängen würde. So habe ich es jedenfalls in Erinnerung aus den Schilderungen aus seiner Autobiografie. Aber bei Neil weiß man ja nie was als Nächstes folgt. Habt Ihr vielleicht noch meht Informationen zu diesem Thema? Hat er sich ein neues Haus auf Hawaii gekauft? Ich denke Geldnot war nicht der Ausschlaggebende Faktor zum Verkauf. Oder plant er einen neuen großen Coup? Benötigt er zur Veröffentlichung von den Archiven Vol. 2 das Geld? Hier der Link von meiner Quelle: http://www.handelsblatt.com/finanzen/immobilien/immobilien-boom-hawaii-wird-zur-spielwiese-reicher-kalifornier/12174512.html

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  2. Das wird mit dem laufenden Scheidungsverfahren zwischen Neil und Pegi Young und den darin getroffenen Vereinbarungen zusammenhängen. Wem die Ranch gehört oder dort Wohnrecht hat, ist derzeit unklar. Den Verkauf auf Hawaii muss man wohl auch in dem Zusammenhang sehen. Oft ist Verkauf ja der einzige Weg, um Ansprüche und Zugewinn auszugleichen.

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