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Dezember 22, 2011

A Winter Wonderland - Neil Young 1965 im Hudson Hotel

"I'm dreaming of a White Christmas" - Ein kitschiger Weihnachtsklassiker, der in diesen Tagen oft erklingt. Ob auch Neil Young von einer weissen Weihnacht träumt, dürfte eher fraglich sein. Der gebürtige Kanadier hat in seiner nördlichen Heimat genug Schnee und Kälte erlebt. Er bevorzugt im Winter Kalifornien oder Hawaii.

Hudson Hotel in Churchill, Manitoba
Seltenes Fotodokument: Hudson Hotel in Churchill, 1971
(CREDIT: NWT Archives/Northwest Territories.
Dept. ofInformation fonds/G-1979-023: 0842)
Neil Youngs musikalische Frühzeit aber ist reich an Anekdoten und abenteuerlichen Wintergeschichten. Mit seiner Band, "The Squires", trat der Musiker in vielen Orten und entlegenen Nestern in den Weiten Kanadas auf. Meist hielten sich die Entfernungen aber in Grenzen - jedenfalls für kanadische Verhältnisse. Mit dem Zug, Mutter Rassys Kleinwagen, Autos von Kumpeln oder später Neil Youngs altem Leichenwagen ging es seit Anfang 1963 zu den Auftritten rund um Winnipeg. Im langen kanadischen Winter war das oft kein Vergnügen.

Den wohl weitesten und abenteuerlichsten Trip machten "Neil Young and the Squires" aber im April 1965: Für eine Woche ging es in das eiskalte und tief verschneite Churchill, hoch im Norden Manitobas. Die Fahrt mit dem Zug von Winnipeg nach Churchill ging über 1.700 Kilometer. Die Strecke hat über 80 Stationen und eine Fahrt dauert auch heute noch zwei volle Tage. In dem entlegenen Nest an der Hudson Bay, im Permafrost der kanadischen Tundra, spielten  "Neil Young and the Squires" vom 8. bis 14. April 1965 im örtlichen Hudson Hotel.

In der von "Squires"-Bassist Ken Koblun penibel geführten Gig-Liste ist außer den sieben Auftritten im Hudson Hotel auch noch ein Gig im örtlichen Navy Club verzeichnet. Am 11. April, einem Samstag, traten die "Squires" also gleich zwei Mal auf. Das brachte ihnen laut Kobluns Liste zusätzliche 30 kanadische Dollar Gage ein. Für die sieben Auftritte im Hudson Hotel erhielt die Band insgesamt 150 Dollars.