Freitag, 15. November 2013

3 Mal 'Tonight's The Night' - Azoffs Anekdote über Neil Young

Neil Young - Tonight's The Night
Irving Azoff, Chef des Konzertveranstalters und Tickethändlers Live Nation, war im letzten November Gast der vom "Billboard Magazine" veranstalteten "Touring Conference" in New York. Während einer Talkrunde, die von Billboard Chefredakteur Bill Werde moderiert wurde, erzählte Azoff auch eine nette Anekdote über Neil Young, die heute genau 40 Jahre zurück liegt.

Sie bezieht sich auf die "Tonight's The Night"-Tour von 1973. Damals war Irving Azoff gerade neu in der Firma von Neil Youngs Manager Elliot Roberts angestellt. Gleich in seinen ersten Arbeitstagen musste er am 15. November 1973 nach New York zum Auftakt des US-Teils der Tour reisen, weil Elliot Roberts plötzlich erkrankt war. [Weiter zum Video ...]


Azoff, der zum ersten Mal mit Neil Young zu tun hatte, wunderte sich, dass der Musiker nach dem großen Erfolg des Harvest-Albums nicht einen einzigen Song dieses Mega-Sellers spielte. Das Publikum in der Halle des New Yorker Queen's College sei wegen der unbekannten und düsteren Stücke des damals noch nicht veröffentlichten Albums "Tonight's The Night" geradezu konsterniert gewesen.

Als Neil Young dann am Ende der Show zum zweiten Mal an diesem Abend "Tonight's The Night" gespielte hatte, reagierte das Publikum fassungslos. Neil Young sei dann konsterniert zu Azoff gekommen und habe gefragte "Mr. Manager, was soll ich denn noch spielen?". Darauf Azoff: "Spiel etwas, was die Leute schon kennen." Daraufhin ging Neil Young zurück auf die Bühne und spielte "Tonight's The Night" ein drittes Mal.

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Kommentare :

  1. Nicht das ich ihm nicht glauben wollte, aber die Geschichte ist schon ein bisschen seltsam, der Mann beschreibt irgendwie ein anderes Konzert als das, dass stattgefunden hat.

    http://www.sugarmtn.org/getshowsgrid.php?tour_key=109&flag=2

    Das Neil Tonights The Night dreimal gespielt hat, stimmt schon allerdings fand das bei zwei Konzerten in England (Bristol und das zweitemal London) statt. Ausserdem hat Neil bei den zwei Konzerten (was auch nicht erwähnt wird Neil hat an diesem Tag zwei Konzerte im Queens College gegeben) in New York sowie auf der ganzen Tour nicht mehr das ganze Tonights The Night Album gespielt sondern nur ein kurzes Set von fünf songs in der Mitte:

    http://www.sugarmtn.org/show.php?show=197311151
    http://www.sugarmtn.org/show.php?show=197311152&flag=1

    Von all diesen Shows gibt´s auch ziemlich vollständige Publikumsaufnahmen bei denen auch die Zugabenpausen mit drauf sind(er spielt dann zwar tatsächlich TTN zum Schluss ein zweites mal vorher aber auch zb Cowgirl In The Sand zu tosendem Applaus), es scheint also weder als hätte er bei einem der Konzerte Tonights The Night dreimal gespielt noch das ganze Album. Es gab sogar einige Klassiker (einiges von Everybody Knows und Goldrush und sogar Needle And The Damage Done von Harvest). Ausserdem wird die ganze UK Tour mit keinem Wort erwähnt, das ganze ist ziemlich verwirrend...

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  2. Es geht hier nicht um eine historisch genaue Aufarbeitung der TTN-Tour, sondern um die Wiedergabe dessem, was Irving Azoff auf der Veranstaltung erzählte. Anekdoten sind zumeist immer etwas aufgehübscht. Auch Neil Youngs Interviews, und selbst seine Memoiren, sind voller Unkorrektheiten. trotzdem sind solche Sichtweisen der damals Beteiligten, gerade wegen der historischen Verbiegungen, wichtig für's Gesamtbild und erzählen zwischen den Zeilen. Mit der Goldwaage allein kommt man hier nicht weiter ...

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  3. Das mit den Anekdoten stimmt schon. Das erinnert mich daran wie Nils Lofgren über die Tour gesagt hat (ich glaube es war in der „Don´t Be Denied“ Dokumentation), dass das Publikum damit gerechnet hat, sie würden jeden Moment Cinnamon Girl oder Like A Hurricane spielen. Das kann natürlich auch so nicht ganz stimmen, ich verstehe aber woher das kommen könnte.

    Bei Azoff finde ich allerdings, dass die Setlist kein Detail sondern quasi die Prämisse der Geschichte ist, ohne die ihre Pointen nicht funktionieren würden (er erzählts im Video ja auch ganz witzig).

    Ich habe halt eher so das Gefühl dass er die Geschichte von einem Kollegen aus England gehört hat und sie erzählt weil es einfach die bessere Geschichte ist, als das was tatsächlich passiert ist.

    Das ändert natürlich nichts an der Qualität der Geschichte an sich (die so sicherlich passiert ist) und was sie über Neil Young aussagt. Und ich denke das war in diesem Fall wichtig…

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