April 20, 2026

Neil Youngs E-Gitarre und Bühnenanzug unter dem Hammer

Neil Young - 1956 Les Paul Jr. - Sothebys
Das Auktionshaus Sotheby's bietet derzeit einige bemerkenswerte Objekte aus der langen Karriere von Neil Young zur Ersteigerung an. Darunter eine E-Gitarre des Typs Gibson Les Paul Junior aus dem Jahr 1956 sowie ein farbbespritztes Bühnenoutfit. Beide Stücke kamen während der ausgedehnten "Continental Tour" (auch als "Chrome Dreams II"-Tour bekannt) zwischen 2007 und 2009 in Nordamerika und Europa zum Einsatz.

Die Bedeutung der Gitarre erschließt sich vor dem Hintergrund von Youngs frühen musikalischen Jahren. Seine erste elektrische Gitarre war Anfang der 1960er Jahre ebenfalls eine Gibson Les Paul Junior. Nachdem er zuvor lediglich Ukulele und eine einfache Akustikgitarre gespielt hatte, erhielt er im November 1961 zu seinem 16. Geburtstag ein gebrauchtes Exemplar dieses Modells. Das Instrument prägte seine Anfänge in Winnipeg, wo er in Bands wie "The Classics", "The Twilighters" und insbesondere den "Squires" spielte. Mit dieser Gitarre nahm er im Sommer 1963 seine erste Single "The Sultan" mit der B-Seite "Aurora" auf. Kurz danach wurde das Instrument jedoch irreparabel beschädigt. In der Folge verkaufte Young seine Golfausrüstung, um sich eine Gretsch 6120 Chet Atkins finanzieren zu können, die seinen Sound in der Mitte der 1960er Jahre maßgeblich beeinflusste.

Viele Jahrzehnte später kehrte Neil Young bewusst zu diesem frühen, rohen Klang zurück. Für die Tourneen 2008 und 2009 mit der der Continental- und Electric-Band nutzte er erneut eine 1956er Gibson Les Paul Junior in Sunburst-Ausführung. Mit ihrem charakteristischen P-90 "Dog-Ear"-Tonabnehmer wurde sie zu einem seines Live-Setups, für das er er auch den Song "The Sultan" ausgrub, den er damals erstmals seit 1963 wieder live spielte.  Genau dieses Tour-Instrument mit der Seriennummer 614303 wird nun bei Sotheby's als Lot 100 angeboten. Die Gitarre wurde von seinem langjährigen Gitarrentechniker Larry Cragg authentifiziert und wird inklusive Originalkoffer versteigert. Der Schätzwert liegt bei 100.000 bis 150.000 US-Dollar, das Startgebot beginnt bei 60.000 US-Dollar.

Ergänzend wird als Lot 101 ein Bühnenoutfit aus dem Jahr 2008 angeboten. Es besteht aus einem grauen Cordsakko, einer khakifarbenen Hose sowie einem weißen Hemd der Marke Gentleman Farmer. Neil Young trug dieses Ensemble regelmäßig während der Tour. Auffällig sind die zahlreichen Farbspritzer auf dem Stoff, die auf ein besonderes Element der Bühnenshow zurückgehen: Der Künstler und Roadie Eric Johnson fertigte während der Konzerte live Gemälde an, wodurch es immer wieder zu Farbspuren auf der Kleidung kam. Das Outfit wird ohne Mindestgebot angeboten, der Schätzwert liegt bei 5.000 bis 7.000 US-Dollar.

Wer noch Kleingeld übrig hat, kann noch auf zwei Lose mit original Songmanuskripten aus der Jugendzeit Neil Youngs bieten. Darunter eine frühe Version von "Don't Cry No Tears". Die um Akkordfolgen ergänzten handschriftlichen Textblätter stammen aus dem Besitz einer der beiden Nentwig-Schwestern, mit denen Young 1963/64 in Winnipeg - zur Zeit seiner ersten Gibson Les Paul Junior - liiert war. Alle Auktionen (Link) enden planmäßig am 23. April.

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