Vor 40 Jahren - am 13. Oktober 1986 - fand im Shoreline Amphitheatre in Mountain View, Kalifornien, das erste BenefizKonzert zugunsten der Bridge School statt. Top-Stars wie Crosby, Stills, Nash and Young, Bruce Springsteen, Nils Lofgren, Tom Petty, Don Henley und Robin Williams traten ohne Gage auf.
Die Einnahmen des Konzerts bildeten das Startkapital der Bridge School. Die Schule hat sich seit ihrer Gründung - auch durch das kontinuierliche Engagement von Neil Young - zu einer international anerkannten Institution für Kinder mit komplexen Kommunikations- und körperlichen Einschränkungen entwickelt. Über drei Jahrzehnte trugen die jährlich veranstalteten Benefizkonzerte maßgeblich zur finanziellen Stabilität und Sichtbarkeit der Schule bei.
Neil Youngs damalige Ehefrau Pegi Young gründete die Schule 1986 gemeinsam mit Jim Forderer und der Sprachpathologin Dr. Marilyn Buzolich. Ausgangspunkt war die Suche nach einer geeigneten Förderung für ihren Sohn Ben. Der war mit infantiler Zerebralparese geboren worden und konnte nicht sprechen. Die pädagogische Leitidee der Bridge School war von Beginn an klar formuliert: fehlende Lautsprache bedeutet nicht fehlende kognitive Fähigkeiten. Auf dieser Grundlage entwickelte sich ein Ansatz, der Unterstützte Kommunikation (AAC) und assistive Technologien (AT) systematisch in den Unterricht integriert. Ein interdisziplinäres Team aus Pädagogik, Therapie und Technik erarbeitet individuelle Lösungen für jedes Kind. Der Lehrplan umfasst neben spezifischer Förderung auch klassische Fächer. Seit 1995 ist die Schule bewusst auf dem Gelände einer öffentlichen Grundschule angesiedelt, um Inklusion im Alltag zu verankern. Programme wie "Teacher in Residence" tragen das Know-how inzwischen in zahlreiche Länder. [Weiter: 30 Jahre Bridge-School-Konzerte ...]
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| Neil & Pegi Young |
Zur Finanzierung des aufwendigen Schulbetriebs etablierten Neil Young und Pegi Young die jährlichen Bridge School-Benefizkonzerte. Zwischen 1986 und 2016 fanden sie stets im Shoreline Amphitheatre statt und entwickelten sich zu einer festen Größe im internationalen Musikkalender.
Das Konzept der Shows war bewusst reduziert: überwiegend akustische Sets, Fokus auf Songs und Atmosphäre. Dank Neil Youngs herausragendem Status und seinen weitreichenden Verbindungen in der Musikindustrie traten dort einige der größten Namen der Musikgeschichte auf: Bruce Springsteen (Video vom ersten Bridge-School-Konzert unten), David Bowie, Pearl Jam, Metallica, Tom Waits, Elton John und viele andere. Allein durch den Verkauf der reservierten Sitzplätze generierten die zweitägigen Konzertwochenenden jährlich über eine Million US-Dollar, was sie zur primären Einnahmequelle der Bridge School machte.
Neil Young, der die Konzerte stets mit einem akustischen Set eröffnete, nutze sie auch zu zwei vielbeachteten Reunions: Im Jahr 2010 standen "Buffalo Springfield" mit Stephen Stills, Neil Young und Richie Furay erstmals seit vier Jahrzehnten wieder gemeinsam auf der Bühne. Drei Jahre später folgte dann ein seltenes Wiedersehen mit Crosby, Stills, Nash & Young. Der Auftritt blieb aber nicht nur musikalisch in Erinnerung, sondern auch wegen subtiler Spannungen innerhalb der Band. Statt des üblichen Finales mit "Rockin’ in the Free World" endete das Set mit "Teach Your Children".
Nach der Scheidung von Neil und Pegi Young im Jahr 2014 fanden die Konzerte noch zweimal statt. Dann gab das ehemalige Ehepaar im Juni 2017 das endgültige Aus der Konzertreihe aus "persönlichen Gründen" bekannt. In seiner damaligen Erklärung betonte Neil Young jedoch: "Obwohl ich mich weiter um das Sammeln von Spenden bemühen werde, werde ich von diesem Jahr an das Bridge School Concert aus persönlichen Gründen nicht mehr ausrichten.". Er dankte explizit seinem Sohn Ben, der ihm all die Jahre bei den Konzerten zur Seite gestanden hatte.
Sein Versprechen hielt der Musiker: Noch im gleichen Jahr verkaufte er Autos, Instrumente Musikequipment, Teile seiner Modeleisenbahn und vieles mehr in einer großen Auktion, deren Erlös auch der Bridge School zugute kam. Seit September 2019 organisiert er am Lake Hughes das Charity-Event "Harvest Moon - A Gathering", bei dem er sich selbst auftritt. Die Erlöse gehen zur Hälfte an die Bridge School sowie an ein Feriencamp für kranke Kinder. Auf einer Archivseite bietet er historische Videoaufnahmen der Bridge-School-Konzerte gegen Bezahlung als Stream zur Verfügung, wobei sämtliche Einnahmen direkt an die Schule fließen.
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