Freitag, 18. September 2015

45 Jahre alte Platte mit Neil Young an der Gitarre erschienen

Heute, am 18. September, hat das auf  Raritäten und Fundsachen spezialisierte Label "Numerophon" eine seit 45 Jahren verschollene Platte veröffentlicht: "Greasepaint Smile" der kanadischen Singer-Songwriterin Elyse Weinberg. Als Gastmusiker auf dem damals unveröffentlicht gebliebenen Album ist Neil Young zu hören, der auf dem Song "Houses" ein markantes Gitarrensolo beisteuert. Der Track mit Young ist nicht unbekannt. Er war 2001 als Bonustrack auf der CD-Wiederveröffentlichung von Weinbergs Debütalbum enthalten und seitdem fälschlicherweise oft dieser Platte aus dem Jahr 1968 zugerechnet worden.

Das 1969 in San Francisco aufgenommene Album "Greasepaint Smile" (Deutsch: "Aufgeschminktes Lächeln") sollte eigentlich Elyse Weinbergs zweite Veröffentlichung auf dem von Bill Cosby gegründeten Label "Tetragrammaton Records" werden. Produzent war David Briggs, der mit Neil Young damals gerade "Everybody Knows This I Nowhere" aufgenommen hatte. Briggs war zuvor schon als Toningenieur bei "Tetragrammaton" tätig, bevor er in Los Angeles die beiden Kanadier Elyse Weinberg und Neil Young kennenlernte, mit dem er dann über Jahre zusammenarbeitete. [Weiter mit Greasepaint Smile...]

Tetragrammaton Werbeanzeige 1969
Werbung von Tetragrammaton, 1969
Neil Young nahm 1968 nach der Auflösung von "Buffalo Springfield" zunächst solo, später mit CSN&Y und "Crazy Horse" auf. Elyse Weinberg war etwa zur selben Zeit aus Toronto mit einem Umweg über New York nach Kalifornien gekommen, wo sie bei ihrem Landsmann Neil Young im Laurel Canyon unterschlüpfte.

Young und Weinberg kannten sich aus den gemeinsamen "Old Folky Days" in Torontos Studenviertel Yorkville. Dort hatten sich sich die beiden im Sommer 1965 für einige Zeit ein Apartment geteilt und traten mit einer lose zusammengewürfelten Folktruppe namens "Public Futilities" bei Open-Mic-Abenden in Yorkvilles Coffeehouses wie dem legendären "Riverboard" auf (Foto unten).

Neil Young verließ Toronto dann im März 1966 in Richtung Kalifornien, Elyse Weinberg folgte ihm knapp zwei Jahre später. In der Laurel-Canyon-Szene von Los Angeles wurde dann "Mama" Cass Elliot auf Neil Youngs kanadische Bekannte aufmerksam und empfahl sie ihrem Manager Roy Silver, der auch Mitbesitzer des "Tetragrammaton"-Labels war. Das nach ihr selbst benannte Debütalbum war mit Platz 31 der Billboard-Charts ein Achtungserfolg. Der darauf enthaltene Song "Band Of Thieves" wurde sogar von Cher gecovert. Elyse Weinberg trat in L.A. in Clubs wie dem "Troubadour" auf und schaffte es in die Johnny Carson TV-Show.

Neil Young in Toronto, 1965
Neil Young 1965 in Toronto
Ihr Nachfolgealbum "Greasepaint Smile" fiel 1970 dann aber der Insolvenz des Plattenlabels zum Opfer und war bislang nur als Testpressung bekannt. Weinberg nahm für das Asylum-Label von David Geffen, später für einige Jahre unglücklicher Plattenboss von Neil Young, noch ein drittes Album mit dem Titel "Wildfire" auf. Auch hier soll Neil Young als Gastmusiker mitgewirkt haben. Nachdem aber auch dieses Album nicht veröffentlicht wurde, änderte Elyse Weinberg ihren Namen in Cori Bishop und zog sich für 40 Jahre komplett aus dem Musikgeschäft zurück. Erst mit der CD-Wiederveröffentlichung ihres Debütalbums im Jahr 2001 und einem neuen Album 2009 tauchte sie wieder aus der Versenkung auf.

In einem Interview mit Robert Williston aus dem Jahr 2010 erinnert sich Weinberg/Bishop an die damalige Aufnahmesession für "Houses" auf  ihrem Album "Greasepaint Smile": "Ich war in San Francisco und ich glaube, Neil war auch da. Ich bat ihn, auf dem Album zu spielen. Ich erinnere mich, mit ihm im Studio gewesen zu sein. Er stöpselte sich direkt ins Mischpult ein und ich saß neben ihm, als er spielte - den Arm um ihn geschlungen. Es war sehr süß."

"Greasepaint Smile" von Elyse Weinberg gibt es ab heute als CD, Vinyl und Download:


Video: "Houses" als Bonus-Track von "Elyse" (2001):




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