Freitag, 1. Juni 2012

Das große Americana Special - Alles zum neuen Album

Neil Young & Crazy Horse Americana Release Day June 1
In Deutschland ist schon der 1. Juni "Americana-Tag". Das neue Album von "Neil Young & Crazy Horse" erscheint hierzulande bereits vier Tage früher, als im Land des Namensgebers für "Americana".

"Under The Rusted Moon" hat in den letzten Wochen umfassend im Vorfeld der Veröffentlichung berichtet und die verschiedenen Aspekte dieses außergewöhnlichen Albums beleuchtet. Neil Young hat schließlich noch nie ein komplettes Album mit Coverversionen veröffentlicht.

In diesem "Großen Americana Special" werden noch einmal alle Daten, Fakten und Hintergünde zum ersten Album mit "Crazy Horse" seit neun Jahren zusammengefasst und aktualisiert:



Credits

Tracks/Laufzeiten/Tonart:
01. "Oh Susannah" - 5:02 - (A-Moll)
02. "Clementine" - 5:42 - (Fis-Moll)
03. "Tom Dula" - 8:14 - (A-Moll)
04. "Gallows Pole" - 4:15 - (G-Moll)
05. "Get a Job" - 3:01 - (G-Moll)
06. "Travel On" - 6:46 - (G-Dur)
07. "High Flyin' Bird" - 5:30 - (A-Moll)
08. "Jesus' Chariot - 5:38 - (Fis-Moll)
09. "This Land Is Your Land" - 5:26 - (G-Dur)
10. "Wayfarin’ Stranger" - 3:07 - (B-Moll)
11. "God Save the Queen" - 4:08 - (A-Dur)

Technik:
Signalweg: A-A-A
Universal Audio Röhren Konsole,
Neve BCM10 Junior Console,
Studer 2" 8-Spur Analog Band,
Pro Tools,
abgemischt auf AMPEX ½" 2-Spur Analogband

Mitwirkende:
Neil Young - vocals, guitar
Billy Talbot - bass, vocals
Ralph Molina - drums
Frank 'Poncho' Sampedro - guitar

Dan Greco - Percussion, Tambourine

Stephen Stills, Pegi Young - Guest Vocals

Darrell Brown - Leitung Chor
Tim Davis - Chordirigent

Produzenten: Neil Young, John Hanlon mit Mark Humphreys

Aufnahme und Mix: John Hanlon
Toningenieure: John Hanlon, John Hausmann, Jeff Pinn
Aufnahmestudio Band: Audio Casa Blanca
Aufnahmestudio Chor: East West Studios, L.A.
Erhältlich als CD, 180 gr. Doppel-Vinyl (3 Seiten bespielt), Blu-Ray mit 24/196 Sound, FLAC-Download, weitere Downloadformate: MP3 und iTunes.




Hintergrundgeschichten zu den Songs von "Americana"

Shakey Pictures, WMG
Aus dem Video zu "Oh Susannah"
Die Songs auf "Americana" haben nicht nur einen Bezug zur amerikanischen Geschichte. Viele der Lieder haben auch in der frühen Karriere von Neil Young eine große Rolle gespielt.

Die meisten Songs spielte er nachweislich schon als 13-Jähriger auf seiner Plasikukulele oder später auf der Banjo-Ukulele. Als 19-Jähriger hatte Neil Young rockige Versionen dieser Folksongs mit seiner Band "The Squires" gespielt.

Die Jungs von "Crazy Horse" wiederum, hatten in den 1960er Jahren als Doo-Wop Gruppe "Danny and the Memories" begonnen - damals noch mit dem 1972 verstorbenen Danny Whitten. Der Doo-Wop-Klassiker "Get A Job" ist also auch eine Reminiszens an die Vergangenheit von "Crazy Horse".

"Under The Rusted Moon" hat hier ein paar Hintergundgeschichten rum um die Songs von "Americana" recherchiert:



Kritiken und Reviews
  
"Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche", dichtete einst Robert Gernhard. Die Besprechungen von "Americana" fallen denn auch recht unterschiedlich aus - eigentlich wie immer bei Alben von Neil Young. Seine Produktionsweise und die Songauswahl haben stets polarisiert. Zudem teilen sich seit jeher die Fans in die Lager der akustischen und elektrischen Fraktion. Neil Young hat nie versucht, es allen Recht zu machen - außer sich selbst. Und seine eigene Meinung zum Album sollte sich ohnehin jeder selber bilden.

Wer sich dennoch mit anderen Meinungen beschäftigen will, findet hier regelmäßig aktualisierte Reviews:


"Americana" und Neil Youngs Memoiren

Shakey Pictures, WMG
Aus dem Video zu "Clementine"
Das neue Album steht im unmittelbaren Zusammenhang mit Neil Youngs Memoiren "Waging Heavy Peace", die am 02. Oktober auf Englisch und am 08. November auf Deutsch erscheinen.

Neil Young drehte im Mai 2011 mit Regisseur Jonathan Demme eine Dokumentation über die Orte seiner kanadischen Kinderjahre für den Konzertfilm "Neil Young Journeys". Inspiriert durch diese "Journey Through The Past" hat der in den Monaten darauf circa 400 Seiten über sein Leben zu Papier gebracht.

In seinem Memoiren wird Neil Young auch auf die frühen musikalischen Schritte mit seinen Teenager-Bands in Winnipeg eingehen. Viele der damals gespielten Songs finden sich auf heute "Americana" wieder.

Hier ist alles zum Nachlesen über die Memoiren, den Film "Neil Young Journeys" und wie alles mit allem irgendwie zusammenhängt:


Die Covergrafik

Ursprüngliche Fotografie von 1905
Das Cover des Albums stammt vom 2009 verstorbenen Grafiker Tom Wilkes, der auch die Cover für "Harvest", "Decade" und das sagenumwobene Album "Homegrown" gestaltet hatte.

Es war ursprünglich für ein dann unveröffentlichtes Album aus dem Jahr 1975 bestimmt. Die Covergrafik wurde beim Brand von Neil Youngs Lagerhaus im November 2010 vor den Flammen gerettet und für das "Americana"-Album verwendet. Tome Wilkes hatte damals die Köpfe von "Crazy Horse" ausgeschnitten und auf eine alte Fotografie geklebt.

Das Cover-Foto des "Americana" Albums ist eine alte Aufnahme von Häuptling Geronimo (rechts mit Federschmuck), der 1905 zusammen mit anderen in Fort Sill, Oklahoma arrestierten indianischen Gefangenen eine Spritztour in einem "Locomobile Model C" machte.

Das Photo entstand nach Angaben des "American History Magazine" am 11. Juni 1905 auf der Miller Brothers' 101 Ranch in Ponca City, Oklahoma.



Americana-Kunst

Shakey Pictures, WMG
Aus dem Video zu "God Save ..."
Neil Young hat aus "Americana" fast ein Gesamtkunstwerk gemacht. Noch nie wurde ein Album von Neil Young auf so vielen Ebenen gestaltet und promotet wie "Americana".

Neben den Videos, die sorgfältig ausgewähltes historisches Filmmaterial des besungenen "alten Amerikas" enthalten, wurden auch bekannte Künstler in den Prozess eingebunden.

Der Maler und Grafiker Shepard Fairey, der auch schon das Poster und Albumcover zum 25. Bridge-School-Jubiläum schuf und durch das Plakat "HOPE" für Barack Obama weltberühmt wurde, hat eigens eine Bilderserie mit Motiven zu jedem einzelnen Song gestaltet.

Diese Bilder stehen auch im Mittelpunkt des Promotionvideos, das Neil Young aka Bernard Shakey als Stummfilm gestaltet hat. Darin kauft er als fikiver Autor des Buches "Americana" Faireys Kunstwerke in einer Galerie. Den Galeristen spielt "Painter" Eric Johnson.

Neil Young hat zudem Grafiken mit Standbildern aus den Videos zu allen Songs über seine Mailingliste versandt. Wie üblich, gibt es natürlich auch wieder T-Shirts und andere Devotionalien über den Shop auf neilyoung.com.


Neil Young & Crazy Horse: Americana Tour 2012

Neil Young & Crazy Horse Tour 2012
Die zweite Überraschung neben dem Album selber ist, dass NeilYoung offenbar mit "Crzay Horse" auf Tour geht. Bislang stehen einige wenige Termine fest - überwiegend Festivals. Der Zeitplan lässt aber noch genügend Raum für weitere Shows.

Interessant sind die Konstallationen auf manchen Festivals, auf denen Künstler auftreten, die selber die Folkssongs im Repertoire haben, die Neil Young nun interpretiert.


Fun & Kuriositäten

Neil Young lacht
Neil Young und die Jungs von Crazy Horse hatten bei den Aufnahmen viel zu Lachen. Der Spaß bei der Produktion kommt auf einigen Songs gut rüber, wenn am Songende das Mikrofon noch ein paar Sekunden aufblieb. Bierernst ist die Band jedenfalls nicht an die Folksongs herangegangen, was auch der letzte Track "God Saver The Queen" symbolisiert.

Daher zum Schluss auch hier noch etwas zum Schmunzeln:



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