Freitag, 17. Juni 2011

"Einige waren naiv" - Neil Youngs Blick in die 80er

In einem Interview, das John Jurgensen von "The Wallstreet Journal" mit Neil Young anlässlich der Präsentation von "A Treasure" führte, äußerte sich der Musiker unter anderem in bemerkenswerter Weise zu seinen Songs, die er über den amerikanischen Süden schrieb, sowie noch einmal zu US-Präsident Ronald Reagan, der in den 80er Jahren amtierte.

"(...) Um diese Zeit herum wurde ich dafür angegriffen, dass ich diese Art von Musik machte. Und die Plattenfirmen sagten, das Radio würde Neil Young nie als Country-Künstler spielen und dass ich mit „Southern Man“ und „Ohio“ und „Alabama“ zu viele Brücken hinter mir abgebrochen hätte. Also hab ich das einfach ignoriert und reiste weiter die Straße runter, nahm alles auf, weil es billig war und wir nicht die Plattenfirmen bezahlen mussten, die uns wiederum nicht für Aufnahmen bezahlten wollten, indem sie meine Aufnahmesessions absagten. (...)


Ich hatte ein paar Songs über den Süden geschrieben. Einige davon waren naiv und ich hätte sie nicht schreiben sollen und zu anderem stehe ich weiterhin. Ich liebe immer noch „Southern Man“. Ich denke, es hat gute und solide Bilder. Aber ich hatte ein paar Lasten, die auch andere Leute mit mir herumschleppten, und die sagten, ich dürfe das eine nicht tun, weil ich das andere nicht getan habe. Also habe ich einfach das getan, was ich gerade machte und ich weiß nicht was ich morgen tun werde und ich will nicht darüber nachdenken, was ich gestern getan habe. (...)

Es gab viele gute Dinge über Ronald Reagan. Wenn man gute Sachen über jemanden einfach ausblendet wegen einiger Dinge, mit denen man nicht einverstanden ist, ist man eine sehr oberflächliche Person und sieht nicht das ganze Bild. Ökonomisch hat er ein paar Entscheidungen getroffen, mit denen ich nicht einverstanden war in der Art, wie sie die Leute langfristig betrafen. Aber ich bin wirklich stinksauer, wenn die Menschen ihn angreifen als einen vollständigen Trottel. Er wurde auf ähnliche Art und Weise behandelt wie George Bush behandelt wurde. Man muss den Leuten ein wenig Zeit geben und sie sich auf lange Sicht anschauen. Ich spreche für ihn und was er über die Werte der Familie und das Zusammenstehen als Gemeinschaft sagte. Ich erinnere mich deutlich an einige Leute, die mich in diesem Bus besuchten, den ich in New Orleans hatte und die versuchten, mich vor ihren Karren zu spannen, um Ronald Reagan anzugreifen, und ich habe es nicht getan. Einige Leute greifen dich an, wenn Du nicht in ihr Weltbild passt. Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß. (...)"

0 Kommentare :

Kommentar veröffentlichen