Oktober 29, 2026

Kunst statt Tour: Mazzeo-Ausstellung mit Neil Young-Bildern

Poster: Neil Young, Jim Phillips, Mazzeo
Neil Young griff wieder zum Pinsel: Am 6. November eröffnet in Santa Cruz die Retrospektive "Mazzeo", die dem 2022 verstorbenen Künstler James Mazzeo gewidmet ist. Innerhalb der Ausstellung präsentieren Young und die kalifornische Surf- und Skate-Art-Legende Jim Phillips unter dem Titel "Sideshow" auch 13 eigene Arbeiten, mit denen beide ihren verstorbenen Freund ehren. Insgesamt umfasst die Retrospektive mehr als 50 Werke aus Mazzeos fast sieben Jahrzehnte umspannender Karriere.

Mazzeo lernte Neil Young 1967 kennen, ab 1970 arbeiteten die beiden ernsthaft zusammen. Bereits in den Sechzigern war Mazzeo mit "Buffalo Springfield" unterwegs und sorgte bei Konzerten für die Lichtshows. Daraus wurde eine Zusammenarbeit, die mehr als fünf Jahrzehnte überdauerte: Mazzeo gestaltete Plattencover, dazu Bücher, Drucke und Gemälde. Sein bekanntestes Cover ist das von "Zuma", und für "Greendale" entwarf er schließlich das komplette Artwork, das er 2020 für das Archivalbum "Return to Greendale" noch einmal überarbeitete. 

Daneben diente er Neil Young als Tourmanager und Schauspieler, auf dem Archivalbum "Homegrown" ist er sogar als Backgroundsänger zu hören. Bis zuletzt schrieb er in Youngs Online-Zeitung "Times Contrarian" eine Kolumne über Kunst. Auch außerhalb von Youngs Kosmos hinterließ Mazzeo Spuren: Er arbeitete mit "The Doors", Frank Zappa, "The Band" und vielen anderen zusammen. Seine Lichtshows für tourende Bands erregten sogar die Aufmerksamkeit von Andy Warhol, mit dem Mazzeo später zusammenarbeitete. Am 2. August 2022 starb Mazzeo, Spitzname "Sandy Castle", im Alter von 78 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls. [Weiter: Neil Young & Jim Phillips, auch Eric Johnson stellt aus ...]

Für Young und Phillips ist "Sideshow" eine Premiere, eine Zusammenarbeit hat es zwischen den beiden bislang nicht gegeben. Ob die Ausstellung gemeinsam geschaffene Werke zeigt oder jeweils eigene Arbeiten beider Künstler, die aufeinander Bezug nehmen, lässt die Ankündigung offen. Neil Young hat als Autoliebhaber seit vielen Jahren Fahrzeuge aus seiner Sammlung gezeichnet und gemalt. Einige dieser Bilder dienten bereits 2014 als Illustrationen für "Special Deluxe", den zweiten Teil seiner Memoiren. Die mit Wasserfarben und Buntstiften entstandenen Werke waren anlässlich der Buchveröffentlichung in einer Galerie in Los Angeles zu sehen.

Jim Phillips gilt als Begründer des kalifornischen Surf- und Skate-Art-Genres. Die Verbindung zu Mazzeo reicht bei ihm ebenfalls bis 1967 zurück. Damals arbeiteten die beiden im Bostoner Club "Crosstown Bus", entwarfen Rockposter für "The Doors", "Cream" und andere und betrieben gemeinsam psychedelische Lichtshows. "Mazzeo war Surfkumpel, Mitbewohner, künstlerischer Partner und jemand, der Menschen zusammengebracht hat – ich bin ihm für immer dankbar", sagt Phillips. "Ich freue mich darauf, mit Neil zu arbeiten und Mazzeo gemeinsam zu ehren. Es wird ein schöner Abend. Wir alle vermissen ihn."

Eric Johnson stellt Bilder von Neil Young-Tour aus

Eric Johnson: Everybody Knows This Is Nowhere, Road Works, Washington Center for the Performing Arts, Olympia
Dass Konzertbühne und bildende Kunst im Kosmos rund um Neil Young eng beieinanderliegen, zeigt parallel eine zweite Ausstellung. Ihr Urheber ist Eric Johnson, Youngs langjähriger Tour- und Roadmanager. Ausgerechnet der Mann, der im Hintergrund dafür sorgte, dass alles reibungslos läuft, rückte auf Youngs Anregung hin selbst ins Blickfeld des Publikums: Während der "Chrome Dreams II"-Tour 2007 und der anschließenden Welttournee 2008–2009 stand er auf der Bühne an der Staffelei und malte in Echtzeit zu den Songs, die Young gerade spielte. Auf diese Weise entstanden rund 700 Acrylbilder. Schon während der Tour sollten die Werke katalogisiert und zugunsten der Bridge School versteigert werden, dem langjährigen Herzensprojekt von Pegi Young.

Eine kuratierte Auswahl dieser Bühnenbilder ist noch bis zum 15. November unter dem Titel "ROAD WORKS" in der Center Gallery des Washington Center for the Performing Arts in Olympia, Washington, zu sehen. Eric Johnsons Schnellstudien leben von kräftigen Farbfeldern und prägnanten Symbolen, und viele Motive beziehen sich direkt auf die Musik des Abends – etwa eine Leinwand mit einem großen "P", die während der Auftritte von Pegi Young auf der Bühne stand.

Für gut eine Woche hängen damit an der amerikanischen Westküste gleichzeitig zwei Ausstellungen, die jede auf ihre Weise erzählen, dass es rund um Neil Young nicht nur um Musik ging, sondern auch um Kunst, die man an die Wand hängen kann.

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1 Kommentar :

  1. Art and Life: The Story of Jim Phillips (2025)
    enthält u.a. ein Neil Young Interview und ein animiertes The Ducks - High Flyin' Poster (James Mazzeo hängte Kopien 1977 überall in Santa Cruz als Konzert-Ankündigung auf)
    https://fawesome.tv/movies/10731458/art-and-life-the-story-of-jim-phillips

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