April 19, 2018

Ralph Molina und Billy Talbot über die Roxy-Gigs von 1973

Ralph Molina, Billy Talbot
Corbin Reiff hat für die wöchentliche Kolumne "Listen to This Eddie" auf UPROXX.com über Neil Youngs neues Archivalbum "Roxy - Tonight's The Night Live" geschrieben und dabei mit Billy Talbot und Ralph Molina gesprochen. Der Bassist und der Schlagzeuger von "Crazy Horse", die damals zusammen mit Ben Keith und Nils Lofgren in Neil Youngs Band "The Santa Monica Flyers" spielten, erinnerten sich an die Shows im "Roxy" und die Aufnahmesessions für "Tonight's The Night" davor.

Diese Sessions standen unter dem Eindruck der Tode von "Crazy Horse"-Gründungsmitglied Danny Whitten und von Roadie Bruce Berry. Beide starben innerhalb nur weniger Monate an Heroin. "Dannys Verlust war für Neil wirklich ein Schock", so Ralph Molina. "Er war so im Einklang mit Dannys Rhythmus. Er war der Kopf, wir waren der Körper. Es war ein großer Verlust für uns alle bis heute."

"Tonight's The Night' war etwas Besonderes", erzählte Billy Talbot. "Es war wie das wahre Leben: Er hat nur den Mist rausgehauen, der passiert ist. Wir waren bei Neil - und Danny war gestorben.... es war wie eine Totenwache, eine irische Totenwache. Wir waren uns der Situation bewusst und versuchten, es nicht zu schwer zu nehmen. Wir haben doch Musik gemacht und Musik ist eine freudige Sache. Du bekommst nicht jeden Tag diese Stimmung." Ralph Molina: "Die Leidenschaft, das Gefühl, das Herz, alles kam zusammen. So war es während der Sessions - warten, bis der richtige Moment gekommen ist." [Weiter: Molina & Talbot über die Roxy-Gigs ...]

Unmittelbar nach den mehrwöchigen Aufnahmesessions für "Tonight's The Night" ab Mitte August bis September 1973 spielte die Band zur Eröffnung des neuen Clubs "The Roxy" in Los Angeles, an dem auch Young Manager Elliot Roberts beteiligt war. Musikalisch groß umstellen mussten sich Neil Young und seine Mitstreiter aber nicht: "An diesem Abend im Roxy haben wir genau das gemacht, was wir bei den Aufnahmen gemacht haben, außer, dass dort ein Publikum war", erzählte Talbot. Und Ralph Molina."Wenn wir als Einheit eingepegelt sind, vergessen wir, dass es einen Raum gibt. Es könnte die Garage, das Wohnzimmer usw. gewesen sein."

Jede Vorstellung war eine Reise für sich


Neil Young, Ralph Molina, Billy Talbot 1973
Molina (l.), Young, Talbot (r.) im Roxy
Während das Roxy-Publikum die bis dahin unbekannten Songs lässig hinnahm und sich an der Atmosphäre des neuen Clubs berauschte, waren die Fans in Europa während der anschließenden "Tonigh's The Night"-Tour eher enttäuscht. "Als Fan würde ich gerne Klassiker hören, als Spieler kann man aber nicht nur von seinen Lorbeeren leben", verteidigt sich Ralph Molina.

Auch Billy Talbot stimmte dem zu: "Jede Vorstellung war eine Reise für sich. Einfach nicht das zu tun, was sie erwartet haben und mit diesen verschiedenen Songs an die Grenze zu gehen, war wirklich cool für uns. Es war künstlerisch. Ich war froh, ein Teil davon zu sein." Das sah auch Ralph Molina so: "Ich fühle mich gesegnet, dass ich ein Teil dieses Zusammenspiels mit dem emotionalsten Gitarristen aller Zeiten war und mit anderen Musikern spielte, die sich genauso fühlten."

Link: Billy Talbot And Ralph Molina Look Back On Neil Young’s ‘Tonight’s The Night’ 1973 Gig At The Roxy (auf Englisch)

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