Sonntag, 13. November 2011

Früher gab es mehr Vögel - Neil Young auf Umweltkonferenz

30 Minuten dauerte Neil Youngs Rede auf dem "2. Globalen Forum zur Nachhaltigkeit" im Rahmen des "Starts With You Music & Arts Festival" im brasilianischen São Paulo. Der Musiker hielt seinen Vortrag während des ersten Panels des Symposiums, bei dem der verstärkte Einsatz der erneuerbaren Energien und der Ausstieg aus der CO2-intensiven Nutzung fossiler Energieträger im Mittelpunkt standen. Zuvor war er an seinen 66. Geburtstag mit einem "Happy Birthday" und Blumen geehrt worden.

Neil Young auf dem SWU-Forum
Neil Young sprach von der Notwendigkeit, die Verwendung von Biokraftstoffen in Autos zu steigern und stellte als Beispiel sein LincVolt-Projekt vor. Er sprach sich auch dafür aus, mehr auf regional erzeugte Produkte zu setzen. Durch Import von in entfernten Ländern produzierten Produkten werde jedes Mal Erdöl für den Transport vergeudet und die CO2-Emissionen gesteigert. Mit Bezug auf das Motto der Veranstaltung „SWU starts with you“ forderte Neil Young vor allem junge Menschen auf, sich für das Thema Nachhaltigkeit zu engagieren: "Es beginnt mit Euch. Für mich ist es zu spät."

Die Auswirkungen des Klimawandels könne außerdem jeder im täglichen Leben erkennen, erläuterte Young. "Mir wurde klar, dass es früher mehr Vögel gab. Jetzt sehe ich nicht mehr so viele und noch niemand weiß, warum", sagte er und fügte hinzu, dass die Welt nur durch das Handeln der Menschen geschützt werden könne.

In weiteren Beiträgen beschrieb ein Vertreter der Vereinten Nationen Maßnahmen, mit denen die UN die Nutzung erneuerbarer Energien und Maßnahmen zur Enegieeffizienz fördern will. Bis 2030 wolle man die Finanzmittel dafür verdoppeln. Erforderte auch eine stärkere Beteiligung der privaten Wirtschaft. Den 6.400 multinationalen Organisationen in 140 Ländern, die sich um die Umwelt kümmern stünden etwa 26.000 multinationale Konzerne auf der ganzen Welt gegenüber.

Einen aus deutscher Sicht provokanten Beitrag lieferte David Cahen, Vertreter des israelischen Weizmann-Instituts. Mit Blick auf den massiven Ausbau der chinesischen Kohlekraftwerke forderte er den stärkeren Einsatz der Atomenergie. Die Welt sei auf Strom aus Kernspaltung und künftig Kernfusion angewiesen und brauche keine Angst zu haben, versuchte Cahen die Atomkraft mit Blick auf den GAU im japanischen Atomkraftwerk Fukoshima zu verharmlosen. Auch für Brasilien, das derzeit noch stark auf Biomasse setze, sei die Atomkraft eine Alternative.

Video: Das brasilianische Konferenzpublikum gratulierte Neil Young vor Beginn seines Vortrags mit einem Ständchen zum Geburtstag




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