Dienstag, 12. Juni 2012

Neil Young: Alle Autos haben eine Seele

Neil Young, der bekannte Autonarr, hat sich während einer Pressevorführung seines Films "Neil Young Journeys" in New York zum Thema Autos geäußert. Phil Patton vom "Wheels"-Blog der "New York Times" fasste die Passagen zusammen, die sich mit Neil Youngs Leidenschaft für "Alles auf vier Rädern" befassen:
„Im Auto Musik zu hören, ist die beste Art, um deren Qualität zu beurteilen. Man kann einen guten Song erkennen, wenn man ihn im Auto hört. "Warum? Wenn man im Auto hört, hat man ein sich änderndes Bild. Man ist abgelenkt durch das Fahren. Man macht zwei Dinge gleichzeitig, was wirklich gut für Musik ist. Der passende Soundtrack zur Landschaft? Bitte sehr!"
Neil Young betonte aber, dass er  seine Songs nicht im Auto schreibe – mit einer Ausnahme: Die Songs von „Greendale“ entstanden, während er mit einem 1951er Plymouth auf seiner Ranch herumfuhr.
„Wenn ich eine Idee hatte, hielt ich sofort an und schrieb. Wenn das, was ich dachte, weg war, fuhr ich noch drei- oder vierhundert Yards weiter. Wenn ich wieder eine Idee hatte, hielt ich wieder an.“ 

Bevor er seine Autosammlung etwas reduzierte, habe Neil Young drei Dutzend Autos auf der Ranch gehabt – darunter viele Buicks:
„Ich habe den ersten 1953er Buick Skylarc, der je gebaut wurde. Ich habe einen 1947er Roadmaster Station Wagon mit Holzaufbau, einen 1947er Roadmaster Sedanette.“
Sein erster Wagen überhaupt war ein 1948 Buick Roadmaster Leichenwagen:
„Das Ding war riesig. Es hatte Rollen im Heck, die großartig waren, um Verstärker einzuladen.“
Demnächst als Film: LincVolt
Neil Young kündigte auf der Veranstaltung auch noch einmal Pläne für einen Film über sein LincVolt-Projekt an. Den zum Hybrid-Wagen umgebauten 1959er Lincoln, den er mit Bio-Ethanol betreibt, bezeichnete er als “Zukunftsauto”:
„Wir haben all die Energie, die wir brauchen in den USA. Also brauchen wir keine Kriege um Öl zu führen.“
Das Thema werde auch eine wichtige Rolle in seiner Biographie “Waging Heavy Peace” einnehmen, die im Oktober erscheint

Seine Faszination für alte Autos, selbst scheinbar tote Exemplare, erläutert Neil Young in menschlichen Kategorien:
"Wenn man einen Spaziergang auf einem Schrottplatz unternimmt, spricht jedes Auto mit einem. Da sind Stimmen. Es ist wie eine Kakophonie aus Tönen. Jedes Auto hat Menschen in sich. Da sind Wracks, alle aufgestapelt, aber wenn man sich ihnen nähert, dann ist da Geschichte in jedem von ihnen: die Familien, die in diesen Autos aufgewachsen sind, die Kinder, die Liebenden. Was in den Autos passierte, ist alles noch da drin. Deshalb liebe ich Autos. Sie alle haben eine Seele und eine Geschichte zu erzählen."


In einem Interview mit dem deutschen Magazin "Die Zeit" hatte Neil Young zuvor von einem weiteren Buchprojekt gesprochen, das er schon im letzten Jahr einmal erwähnte:
"Tatsächlich schreibe ich gerade ein Buch über all die Autos, die ich in meinem Leben kennengelernt habe, (...) Aber ich bin noch im Vorstadium."




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