Dienstag, 8. November 2011

Vor einem Jahr: Feuer zerstört Neil Youngs LincVolt

Vor einem Jahr, in der Nacht vom 08. auf den 09. November 2010 um 3 Uhr früh brach in einem von Neil Young angemieteten Lagerhaus in San Carlos, Kalifornien, ein Feuer aus. Die alarmierte Feuerwehr konnte damals zwar 70 Prozent der von Neil Young dort eingelagerten Sachen retten. Dennoch zerstörte das Feuer Gemälde, Musikequipment, Instrumente, Bühnenteile und einige der dort gelagerten Autos. Verletzte hat es gottlob nicht gegeben.

LincVolt: vorher, nachher
Die Feuerwehr von San Carlos stellte später fest, dass der Brand im LincVolt, dem von Neil Young zu einem Hybridfahrzeug umgebauten Lincoln Continental aus dem Baujahr 1959 ausgebrochen ist. Von dort habe sich das Feuer dann auf das Lagerhaus ausgebreitet. Insgesamt seien Werte von ca. 850.000 Dollar zerstört worden. Der Schaden am Gebäude wurde von der Feuerwehr mit 250.000 Dollar angegeben.

Neil Young nannte als Brandursache menschliches Versagen. Ein Bedienfehler und das unbeaufsichtigte Aufladen der Batterie durch ein zuvor nicht getestetes Ladesystem habe zu dem verhängnisvollen Feuer geführt. Es sei nicht Schuld des Autos, daher werde man LincVolt wieder aufbauen. Bei einem solchen Projekt müsse man mit Rückschlägen rechnen. Hier ein Rückblick auf das, was seit einem Jahr mit LincVolt geschah:

Schon drei Tage später hatte Pegi Young ihrem Mann einen 1958er Lincoln zum 65. Geburtstag geschenkt. Dessen überwiegend identische Blechteile wurden seitdem nach und nach in LincVolt eingebaut und ersetzten die vom Feuer verzogenen Bleche. Ein weiteres 59er Modell wurde als zusätzlicher Ersatzteilspender besorgt.

Auf diese Weise entsteht aus LincVolt 1 nun LincVolt 2. Der Neuaufbau erfolgt bei „Roy Brizios Street Rods“ in San Francisco. Die Blecharbeiten wurden zuvor bei „Camilleri's Auto Works“ in Sacramento erledigt.

Mit vielen technischen Verbesserungen soll LincVolt 2 sogar mehr Leistung bieten und sauberer als LincVolt 1 sein. Dazu wird ein neuer 200 KW Elektroantrieb und eine 30 KW Capstone Micro Turbine eingebaut. Anstelle der fehlerhaften Batterie chinesischer Produktion, kommt nun ein Lithium-Ionen-System des US-amerikanischen Unternehmens A123 zu Einsatz. Auch die Ladeelektronik wurde verbessert.

In etwa einer Woche tritt LincVolt 2 per Transporter eine Reise in den Süden der USA an, wo ihm bis Ende des Jahres bei AVL Batterie und Ladeelectronik eingebaut wird. Danach geht es zurück zu Roy Brizios, der die Lackierung, den Einbau der Inneneinrichtung und weitere Arbeiten erledigt. Laut einer Meldung in der LincVolt-Gazette kann der Zeitrahmen dieser  Arbeiten noch nicht genau abgesteckt werden.

Zusammen mit Capstone wird ein internetbasierter Datendienst entwickelt, der wichtige Informationen während der kommenden Testfahrten sammelt und übertragt. Die Datenbasis soll der Entwicklung von Mikrogasturbinen speziell für Langstrecken-Hybrid-Elektrofahrzeuge dienen. In dieses Projekt wurde auch die Softwarefirma Saleforce und deren cloud-gestützte Anwendung Chatter als Koordinierungs- und Kommunikationstool eingebunden. Neil Young hielt dazu Ende August einen Vortrag auf der Konferenz Dreamforce 2011 in San Francisco.
Irgendwann 2012, so der Plan, soll dann LincVolt 2 wieder auf die Straße.

Januar bis Oktober 2011: Bilder von LincVolts Restaurierung und Neil Young (mit Hut) - Klick zum Vergrößern








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