Freitag, 18. November 2011

Reggae Glory - Neil Young 4 Mal Off-Beat

Einen Hauch Sommer in die kurzen und nebelgrauen Novembertage bringen vier Coverversionen aus einem für Songs von Neil Young ungewöhnlichen Musikgenre: Reggae. Dabei hat die in den 60er Jahren auf der karibischen Sonneninsel Jamaika aus Ska und Rocksteady entstandene Musikrichtung schon sehr früh auf die Musik des Singer-Songwriteres aus dem kalten Kanada zurückgegriffen. Bereits 1972 erschien eine Single von Ken Boothe mit einem Cover von „Down By The River“. Es ist das erste Neil-Young-Cover aus Jamaika überhaupt.

Der in Kingston Jamaika geborene Ken Boothe begann seine Kariere 1967 als Vertreter des Reggea-Vorläufer Ska und Rocksteady. Er nahm eine Reihe von Alben auf und schaffte kommerziellen Durchbruch 1974 mit der Single „Everything I Own“, die Platz 1 in England erreichte. Im gleichen Jahr erschien auch ein gleichnamiges Album, das die besagte Reggae-Version von Neil Youngs „Down By The River“ enthielt. Diese Version war bereits 1972 als Single beim jamaikanischen Label Splash erschienen.


Neben Reggea haben vor allem die Steelbands den Sound der Karibik geprägt. Ihren Ursprung haben die Steelbands auf Trinidad, einer Insel der Kleinen Antillen. Darauf spielt auch der Name der Band „The Trinidad Oil Company“ an, unter dem eine niederländische Band Anfang der 70er Jahre in Deutschland auftrat. Diese Steelband stammt aber in Wirklichkeit aus der niederländischen Kolonie Surinam und hatte später unter dem Namen „The Dutch Rhythm Steel & Showband“ Erfolg. 1975 trommelten die Holländer ebenfalls Neil Youngs „Down By The River“ auf ihre Ölfässer.



Das karibische „River“-Trio komplett macht die Reggea-Band „Inner Circle“. Die Band aus Jamaika nahm seit 1974 Platten auf und legte 1992 ihr 13. Album „Bad To The Bone“ vor. Auch darauf findet sich Neil Youngs „Down By The River”. Dies Reggea-Version des Titles orientiert sich stark an den frühen Coverversionen des Songs, die Soul- und Funkbands Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre aufnahmen.



Moderneren Reggea spielt der brasilianische Bassis Rodrigo Santos. Auf dessen Album "Waiting On a Friends" aus dem Jahr 2010 singt er mit Isabella Taviani im Duo Neil Youngs „Helpless“. Eine ungewöhnliche Songwahl, liegen doch zwischen der besungenen „Town in North Ontario“ und Brasilien nicht nur klimatisch Welten.




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