Dienstag, 1. November 2011

Hat das Jahr 1972 die Welt verändert?

Im Oktober ist mit Writing Gordon Lightfoot eine interessante "Pseudo-Biographie" über die kanadische Folk-Legende Gordon Lightfoot erschienen. Das Buch hat nicht nur Neil-Young-Bezug. Auch die Umstände seiner Entstehung und die literarische Form sorgen derzeit für kontroverse Diskussionen, vor allem unter den Lightfoot-Fans.

Autor des Werkes ist der kanadische Musiker und Schriftsteller Dave Bidini. Der hatte bislang über Themen wie chinesisches Hockey, Sport und afrikanische Musik geschrieben. „Writing Gordon Lightfoot: The Man, the Music, and the World in 1972”, so der vollständige Titel, ist Bidinis zehntes Buch. [Weiter ...]

Weil Lightfoot nicht an einer Zusammenarbeit interessiert war und kein Gespräch mit ihm zustande kam, entschloss sich der Autor zu einem Experiment. Er verknüpft imaginäre Briefe eines imaginären Fans an Gordon Lightfoot mit realen historischen Ereignissen aus der Woche vom 10. bis 17. Juli 1972.

Er wählte dazu Ereignisse aus Politik, Sport, Musik und Kultur aus, die in dieser Sommerwoche des Jahrs 1972 rund um Toronto von mehr oder weniger großer Bedeutung waren: Kanadisch-Russisches Eishockey, Kanadas bis dahin größter Gefängnisausbruch, die Rolling Stones mit ihrem 2-tägigen Toronto-Gastspiel während der „Exile On Main Street“-Tour oder der Beginn der Schachweltmeisterschaften zwischen Boris Spassky und Bobby Fischer. 

Zu den von Bidini behandelten Themen gehören auch die Vorbereitungen zum Mariposa-Folk-Festival in der Umgebung von Toronto, dessen 16. Auflage am 17. Juli 1972 Überraschungsauftritte von Bob Dylan, Neil Young, Joni Mitchell und Gordon Lightfoot zu bieten hatte. Die Darstellung des Mariposa-Festivals und die Auftritte der Stars stehen am Ende Buches. Bidini hat nach eigenen Angaben viel über Mariposa 1972 recherchiert, es ging ihm dabei um die Frage, wie Musik, politische, aber auch alltägliche Ereignisse die Welt verändern können - und wie sich die Musik verändert hat.

Writing Gordon Lightfoot, 288 Seiten in englischer Sprache, ist am 18. Oktober 2011 bei McClelland & Stewart erschienen.


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