Freitag, 20. Oktober 2017

Neil Youngs 'Whizzer' kommt bald aus Dresden

Neil Youngs berühmter "Whizzer" bekommt bald einen kleinen Bruder aus Deutschland. Die Dresdener Ver­stär­ker­schmiede "Ritter Amplifi­cation" arbeit derzeit an einem Nach­bau für Jedermann, der im Früh­jahr 2018 auf den Markt kommen soll. Auch Neil Youngs rotes Floorboard, mit dem der "Whizzer" und verschiedene Effekt­pe­da­le bedient wird, soll als Replika aus Sachsen herauskommen.

"Wir sind hier große Neil-Fans und ar­bei­ten seit ca. zwei Jahren am Whizzer", erläutert Tilman Ritter von "RITTER Amplification" auf Anfrage von Rusted Moon. Der Dresdener Whizzer funktioniert nach den gleichen Prinzip wie das von Rick Davis Anfang der 1990er Jahre für Neil Young konstruierte Gerät: Die beiden Volume- und der Tone-Regler des Fender Deluxe-Verstärkers werden vom Whizzer mittels dreier Gleichstrommotoren mechanisch auf die möglichen Einstellungen von jeweils 0 bis 12 gedreht (Video oben). Sechs verschiedene Sound­kombinationen, die sich aus den Einstellung der drei Regler ergeben, können per Knopfdruck als Preset im Whizzer gespeichert und später wieder abgerufen werden. Über das Floorboard sind auch kombinierte Verstärker-Presets mit bis zu sechs Effektgeräten möglich. Die Effekte werden in einer als Option erhältlichen Variante des Floorboards über eine Looper eingebunden. [Weiter: Auch Paket mit Whizzer und Verstärker geplant ...]

Neil Young hatte sich die ungewöhnliche Fernsteuerung für seinen Verstärker ausgedacht, weil er damit Einstellungen verändern kann, ohne dafür direkt in den Signalweg des Verstärker einzugreifen. Die drei Regler, deren Stellungen zu einander bei einem Fender Tweed-Verstärker erhebliche Auswirkungen auf den Klang haben, werden daher vom Whizzer quasi wie von einer mechanischen Hand verstellt. Der von Rick Davis in der "Ragged Glory"-Ära gebaute Whizzer war bereits die zweite Generation des Gerätes. Die erste Version hatte Youngs damaliger Amp-Techniker Sal Trentino 1976 gebaut. Damit konnte aber nur ein einzelner Regler verstellt werden.

Die dritte Generation, der Whizzer aus Dresden, wird aber kein reiner Nachbau sein - schon allein, weil den Sachsen das Vorbild für eine technische Analyse gar nicht zur Verfügung stand. Ritter bildet lediglich die technischen Funktionen des Originals nach, setzt aber auf moderne Technik. So sind Whizzer und Floordboard zum Beispiel über ein Netzwerkkabel miteinander verbunden.

Durch die Looper-Lösung im Floordboard können zudem beliebige Effektgeräte eingebunden werden. Nutzer sind also nicht zwangsläufig allein auf klassische Neil-Youngs-Sounds angewiesen. Optisch sollen sich Ritters Whizzer und Floorboard zwar an den Originalen orientieren, aber kleiner ausfallen. Auch über Einsatzmöglichkeiten an anderen Verstärkermodellen wird nachgedacht.

Da RITTER Amplification mit einem Fender Deluxe-Klon - einschließlich Neil Young-typischen 6L6 Röhren - auch einen Mutron Octave Devider-Nachbau im Angebot hat, soll es zudem eine Art "Neil Young-Rundum-Sorglos-Paket" bestehend aus Verstärker, Effektgerät, Whizzer und rotem Floorboard geben. Preise stehen noch nicht fest. Rusted Moon wird über den Fortgang der Whizzer-Entwicklung weiter berichten.

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