Samstag, 22. April 2017

Neil Young: Pono ist tot - es lebe Xstream

Neil Young + Orastream = Xstream
Neil Young macht Schluss mit Pono. Statt weiter auf seinen dreieckigen PonoPlayer und hochauflösende Musikfiles per Download im PonoStore zu setzen, wechselt der Rockmusiker zum Streaming. In einer Mitteilung im Mitgliederforum der Pono-Webseite verriet Young jetzt auch den Namen des neuen Streamingdienstes: Xstream. Weitere Details sollen in Kürze bekanntgegeben werden.

In seiner Mitteilung schreibt Neil Young weiter, er habe Xstream mit einem kleinen Team zusammen mit der Firma Orastream aus Singapur entwickelt. Im Gegensatz zu den bereits bestehenden Streamingdiensten, bei denen man sich jeweils zwischen geringer, mittlerer oder hoher Auflösung entscheiden müsse, setze Xstream auf eine adaptive Technik. Es gebe nur einen Stream, dessen Qualität sich stets nach dem Wiedergabegerät und der verfügbaren Übertragungsbandbreite ausrichte. Xstream sei in der Lage, die Auflösung der übertragenen Musik in 15.000 Schritten übergangslos anzupassen. Ob im Auto, per Mobilfunk oder Zuhause mit stabilem WLAN - die Kunden bekämen stets die beste Audioqualität ohne extra für hochauflösende Musik zahlen zu müssen. [Weiter: Musiklabel Schuld an Pono-Misserfolg ...

Diese Aufpreisfreiheit sei für ihn die Grundbedingung für den neuen Dienst gewesen, schreibt Neil Young weiter. Alle Songs sollten grundsätzlich gleich viel kosten, egal in welcher Auflösung. Denn wenn hohe Auflösung mehr koste, würden die Kunden immer lieber die geringere Auflösung kaufen. Die überzogenen Preismodelle der Labels seien daher ein Grund, warum Musik heute nicht mehr in der Qualität gehört werde, wie sie vom Künstler produziert wurde.

Neil Young Pono Xstream
Neil Youngs Mitteilung im Pono-Forum
Neil Young macht die Preispolitik der Musiklabels auch für den Misserfolg von Pono mit verantwortlich. Er selber habe letztlich keine Kontrolle über die Preise gehabt. Pono habe der Musikindustrie "tausende von Dollar" für das Remastering zahlen müssen. Diese Kosten habe seine Firma dann kaum refinanzieren können, kritisiert Young.

Nachdem Ponos Vetriebspartner Omnifone durch Apple dicht gemacht wurde, seien die Kosten weiter gestiegen. Er habe gemerkt, dass die Wiederbelebung des seit nunmehr acht Monaten geschlossenen Pono-Stores keinen Sinn mache, wenn man mit den von den Labels hoch gehaltenen Preisen für HiRes-Downloads weiterhin nur einen begrenzten Kundenkreis erreiche.

Ob er mit dem neuen Streamingdienst Xstream erfolgreicher sei, scheint Neil Young aber selber nicht klar zu sein. Er habe mit vielen Akteuren der Musikindustrie und Investoren gesprochen. Wegen der Vielzahl der Streamingdienste, die mal gut, mal schlecht laufen, sei es aber schwierig Geld aufzutreiben. Neil Young: "Die heute kaputte Musikindustrie begeht weiterhin schwere Fehler, aber wir versuchen weiter, die Magie guter Musik zurückzubringen. Ich weiß nicht, ob wir erfolgreich sein werden. Aber es ist immer noch genauso wichtig für uns, wie es immer war." 

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