Sonntag, 4. Dezember 2016

Vor 50 Jahren: Neil Youngs allererstes Album erschienen

Buffalo Springfield - Buffalo Springfield
Vor 50 Jahren, am 5. Dezember 1966, erschien Neil Youngs allererstes Album: Das Debütalbum von "Buffalo Springfield". Den nach der Band benannten Erstling nahm das Quintett mit Neil Young, Stephen Stills, Richy Furay, Bruce Palmer und Dewey Martin zwischen Juli und September 1966 in den Gold Star Studios in Los Angeles für das Atco-Label auf. Ganze drei Monate, nachdem sich "Buffalo Springfield" nach einem zufälligen Treffen auf dem Sunset Strip in Los Angeles gegründet hatte.

Nur zehn Monate zuvor war Neil Youngs Traum von einem ersten Album noch wie eine Seifenblase geplatzt. Damals verbannte das Motown-Label die in Detroit eingespielten Aufnahmen der kanadischen Band "Mynah Birds" mit Young an der Gitarre in den Giftschrank. Grund: Sänger Rick James war als Fahnenflüchtiger der US-Marine aufgeflogen.

Neil Young und Bruce Palmer reisten enttäuscht per Leichenwagen von Kanada nach Kalifornien, wo es mit "Buffalo Springfield" dann besser lief: Neil Young schrieb fünf der zwölf Songs auf dem Album und durfte trotz der Kontroversen um seine Stimme bei zwei davon ("Burned", "Out Of My Mind") sogar die Lead-Vocals singen. Unter den von Young geschriebenen Beiträgen war mit "Nowadays Clancy Can't Even Sing" auch jener Song, den er im Dezember 1965 in New York schon einmal für das ELEKTRA-Label erfolglos als Demo aufgenommen hatte. "Nowadays Clancy Can't Even Sing" wurde auch vorab im August 1966 als erste Single der "Buffalo Springfield" veröffentlicht, erreichte aber nicht die Top 100 der Charts. Neil Youngs "Burned", im November als zweite Single nachgeschoben, floppte total. [Weiter mit Neil Youngs Albumdebüt ....]

Kommerziellen Erfolg hatte die als Live-Band bereits anerkannte Band erst mit Stephen Stills "For What It's Worth". Der am 5. Dezember, dem Tag der Albumveröffentlichung, aufgenommene Song über die Jugendunruhen am Sunset Strip, kletterte bis auf Platz sieben der US-Single-Charts und kam dann im April 1967 auf die nachgepresste Neuauflage des Albums.

Miese Produktion, schrecklicher Sound


ATCO Werbung für Buffalo Springfield
Album war für Oktober angekündigt
(Klick zum Vergrößern)
Neil Young schreibt in seinen Memoiren "Waging Heavy Peace" über den erheblich besseren Sound und die viel professionellere Abmischung des später aufgenommenen "For What It's Worth". "Zum Glück waren Green und Stone nicht als Produzenten da", zieht Young über die damaligen Manager der Band her, die als unerfahrende Neulinge "Buffalo Springfields" Debutalbum produziert hatten. Die beiden schafften es aber nicht, die von Fans und Presse bejubelte Energie der Live-Auftritte im Studio auf Tonband zu bannen.

Hinter dem Rücken der Gruppe hatten Charles Greene und Brian Stone sogar heimlich die Monoaufnahmen in das damals gerade neue und angesagte Stereoformat gemischt. Die ursprünglich für Oktober 1966 geplante und per Zeitungsanzeige sogar schon beworbene Veröffentlichung (Bild rechts) verspätete sich dadurch bis in den Dezember. Neil Young über den dilletantischen Mix: "Der Ton war dünn, und der Mix selbst war schrecklich. Stephen und ich waren furchtbar enttäuscht."

Für die Wiederveröffentlichung des Albums im April 1967, bei der ihr einziger Hit "For What It's Worth"  Stills Song "Baby Don't Scold Me" ersetzte, durfte die Band dann die Monoversion selber mischen. Retten konnten sie den miesen Sound aber nicht. Neil Young ärgert sich bis heute, die Wiederveröffentlichung nicht für eine komplette Neueinspielung im Studio genutzt zu haben.

"Greatest Song on Earth" nicht auf Album


Buffalo Springfield - Back CoverStills und Young hatten 1966 noch viel mehr Songs für das Album geschrieben, als dann letztlich veröffentlicht wurden. Zu denen, die es nicht schafften, gehören unter anderem Neil Youngs "There Goes My Babe", "One More Sign" und "The Rent Is Alway Due".

Charlie Green nahm während der Sessions für das Debütalbum auch noch das obskure "The Greatest Song On Earth" mit Neil Young auf, bei dem der Kanadier angeblich alle Instrumente selber spielte und sogar das Schlagzeug auf seinem Gitarrenkoffer simulierte. Der Song tauchte später in einer Aufnahmefassung mit allen "Buffalos" als "Sell Out" wieder auf, blieb letztlich aber unveröffentlicht.

"Buffalo Springfield", das erste Album, auf dem Neil Young mitgewirkt hat, erreichte schließlich Platz 80 der Billboard-Charts und war damit ein eher mäßiger Erfolg - für Neil Young aber immerhin der Start in eine Weltkarriere, die auch 50 Jahre später mit dem 37. Studioalbum "Peace Trail" noch nicht zu Ende ist.

Tracklist "Buffalo Springfield"


Release 1966 - ATCO 33-200 Release 1967 - ATCO 33-200-A
01. Go And Say Goodbye (Stills)
02. Sit Down I Think I Love You (Stills)
03. Leave (Stills)
04. Nowadays Clancy Can't Even Sing (Young)
05. Hot Dusty Roads (Stills)
06. Everybody's Wrong (Stills)
07. Flying On The Ground Is Wrong (Young)
08. Burned (Young)
09. Do I Have To Come Right Out And Say It (Young)
10. Baby Don't Scold Me (Stills)
11. Out Of My Mind (Young)
12. Pay The Price (Stills)
01. For What It's Worth (Stills)
02. Go And Say Goodbye (Stills)
03. Sit Down I Think I Love You (Stills)
04. Leave (Stills)
05. Nowadays Clancy Can't Even Sing (Young)
06. Hot Dusty Roads (Stills)
07. Everybody's Wrong (Stills)
08. Flying On The Ground Is Wrong (Young)
09. Burned (Young)
10. Do I Have To Come Right Out And Say It (Young)
11. Out Of My Mind (Young)
12. Pay The Price (Stills)

Credits

Charlie Greene, Brian Stone
Charlie Greene, Brian Stone

Neil Young - Gitarre, Gesang, Piano
Stephen Stills - Gitarre, Gesang
Richie Furay - Gitarre, Gesang
Dewey Martin - Schlagzeug, Gesang
Bruce Palmer - Bass

Produzenten: Charles Greene, Brian Stone
Toningeneure: Doc Siegel, Tom May

Erstveröffentlichung: Atco 33-200, 5. Dezember 1966
Zweitveröffentlichung: Atco 33-200A, April 1967


Video: Kam nicht auf das Album - "Greatest Song On Earth" a.k.a. "Sell Out"




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