Montag, 9. Mai 2016

Desert Trip Festival: Neil Young und Bob Dylan nur 2. Wahl

Desert Trip Poster
Heute beginnt der Vorverkauf für "Desert Trip". Passend dazu sind weitere Einzelheiten und Hintergrundberichte zu dem Mega-Festival in der Südkalifornischen Wüste bekannt geworden. Der Wüstentripp zum Stelldichein der sechs Rock-Dinosaurier scheint demnach als eine Art Edel-Woodstock für Snobs konzipiert zu sein.

Für das dreitägige Event mit Konzerten von Neil Young, den Rolling Stones, Bob Dylan, The Who, Roger Waters und Paul McCartney werden laut dem Branchenblatt "Billboard Magazine" 70.000 Karten verkauft. 30.000 davon gehen für reservierte Sitzplätze vor der Bühne und auf seitlichen Tribünen in den Verkauf. 40.000 Plätze werden als General Admission-Tickets mit freier Platzwahl auf einer Wiese hinter den Sitzplätzen ausgegeben. Fans auf diesen "billigen Plätzen" mit recht mäßiger Sicht auf die Bühne müssen immerhin 199 Dollar je Tag oder 399 Dollar für all drei Abende berappen. Die teuersten Tickets für 1.599 Dollar gelten für die Plätze direkt vor der Bühne.

Zu diesen Ticketpreisen kommen noch zusätzliche Kosten für den Schuttle-Service zum Festivalgelände und für Übernachtungen. In den sozialen Netzwerken wird bereits über ausverkaufte Hotels geklagt. Offenbar sind große Kontingente an verfügbaren Zimmern den vom Veranstalter angebotenen Kombinationspaketen aus Tickets, Übernachtungs- und Freizeitangeboten vorbehalten. [Weiter: Neil Young nur Supportact ...]

Überhaupt schlagen sich die Übernachtungskosten noch stärker im Portemonnaie nieder, als der Eintrittspreis für das Festival. Hier reicht die Spanne der vom Veranstalter angebotenen Zubuchungsoptionen von vergleichsweise bescheidenen 99 Dollar für einen einfachen Zeltplatz, über satte 950 Dollar für einen Stellplatz für das eigene Wohnmobil, bis hin zu 1.600 Dollar für ein "Lake Eldaorado Tipi".



Festival wird verlängert


Desert Trip
Desert Trip Konzeptstudie
Wie "Billboard" weiter berichtet, beruht die Kalkulation der Konzertveranstalter Goldenvoice/AEG zu großen Teilen auf solchen Zusatzerlösen. Das Blatt zitiert Branchenexperten, die von Produktionskosten in Höhe von rund 50 Millionen Dollar ausgehen. davon entfielen etwa 35 Millionen Dollar auf die Gagen der Künstler. 15 Millionen werden für Technik, Genehmigungen, Personal und anderes kalkuliert. "Billboard" rechnet vor, dass die 70.000 Tickets bei ausverkauftem Haus etwa 50 Millionen Dollar in die Kassen der Veranstalter spülen. Das reicht also gerade soeben, um die Kosten zu decken.

Gewinn sei nur durch VIP-Packages, Kombinationsangebote, Cross-Promotion und Sponsoren zu erzielen, So "Billboard". Das Blatt spekuliert daher auch auf eine Verlängerung des Festivals um ein weiteres Wochenende. Damit, so die Überlegung, könnten die Veranstalter einerseits dem Schwarzmarkt und den Re-Sellern einen empfindlichen Schlag versetzen. Andererseits hätte man so die Chance, zusätzliche Umsätze bei gleichbleibenden Fixkosten erzielen, weil die teure Bühne und Technik gleich zwei Mal genutzt werden können.

UPDATE: Heute (Montag, 9. Mai 18:30 Uhr) haben die Veranstalter tatsächlich ein zweites Wochenende am 14. bis 16. Mai angekündigt. Tickets für Wochenende Nummer 2 sind auch seit heute im Verkauf.

Neil Young nur Supportact


"Spitzenköche", "Desert Trip"
6 Spitzenköche für Desert Trip 
Angeblich gelten die Stones, Paul McCartney und Roger Waters als Hauptacts des Festivals, so "Billboard". Sie sollen jeweils zwischen sieben und zehn Millionen Dollar für ihre Auftritte erhalten. Neil Young, Bob Dylan und The Who gelten dagegen nur als Supportacts für die "Großen Drei" und sollen jeweils lediglich eine Millionen Dollar oder etwas mehr erhalten.

Die drei Shows starten an allen Tagen ab Sonnenuntergang und umfassen jeweils das komplette Set eines regulären Stadionauftritts. Jeden Abend beginnt zunächst der Hauptact, danach spielt der geringer bezahlte Supportact. Volle Plätze und ein aufmerksames Publikum können Neil Young, Bob Dylan und The Who ein paar Stunden nach Beginn also nicht unbedingt erwarten.

Zumal dem Publikum allerlei Ablenkung geboten wird. Die Zeitung "LA Times" berichtet über eine Armada von Spitzenköchen und Stargastronomen, die die betuchten Rockfans mit allerlei Spezereien beköstigen. Darunter komplette Vier-Gänge-Menus, diverse Getränke- und Essen-Kombinationen für 129 bis 159 Dollar und eine exklusive Weinverkostung für 179 Dollar. Für stolze 499 Dollar pro Person gib es auch eine Art "goldene Essenskarte", gültig für alle drei Festivaltage. Da gerät das musikalische  Geschehen auf der Bühne schnell zu Nebensache.

UPDATE 10.5.2016: Nach Öffnung der offiziellen Webseite für die Ticketbestellung waren beide Wochenenden des Desert Trip Festivals innerhalb weniger Stunden ausverkauft. Auch die teuren Karten für 1.600 Dollar waren schnell vergriffen.



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