Sonntag, 17. April 2016

Kein Konzert am Rhein: Neil Young ist für Bonn zu laut

Neil Young Live
Neil Youngs Rebel Content Tour hätte ihn und "Promise of the Real" auch in die Bonner Rheinaue führen können. Das erzählte der örtliche Veranstalter der Open-Air-Location Kunst!Rasen in Bonn, Ernst-Ludwig Hartz, jetzt dem Bonner General-Anzeiger. Am Ende scheiterte die Verpflichtung an den Lärmschutzauflagen der Stadt. „Neil Young hätten wir haben können, aber er ist einfach zu laut für unseren Platz“, so Hartz gegenüber der Zeitung. Die akustische Obergrenze in Bonn liege bei 93,3 Dezibel, doch der Kanadier drehe seine Gitarre gern etwas kräftiger auf. Jetzt macht die Rebel Content Tour in Deutschland in Leipzig und Berlin Station.

Der Artikel des General-Anzeigers gibt auch sonst interessante Einblicke in die geschriebenen und ungeschriebenen Gesetze der Konzertveranstalter, die sich untereinander möglichst wenig ins Gehege kommen wollen. Auch die ungünstige Kostenstrukturen von Veranstaltern wie Harzt wird thematisiert. Temporäre Open-Air-Locations wie die Bonner Rheinaue müssen mit dem Aufbau der Bühne und der benötigten Infrastruktur wie Toiletten oder Zäune einen erheblichen Aufwand betreiben - und diesen dann auch refinanzieren. Nicht immer geht die Rechnung auf. So zahlte der Veranstalter von Neil Youngs Konzert auf dem Ulmer Münsterplatz 2014 ordentlich drauf. Die Einnahmen durch die Tickets deckten am Ende nicht die Kosten, die durch Garantiegage und die Herrichtung des Münsterplatzs als temporären Auftrittsort entstanden waren.

Veranstaltungsorte wie die Berliner Waldbühne, einer der beiden diesjährigen Stationen Neil Youngs in Deutschland, haben es da einfacher. Sie werden kontinuierlich bespielt und brauchen keine extra Aufbauten. Aber auch diese Bühne müssen sich an zahlreiche Auflagen halten, die kommunale Verordnungen, Landesimissionsschutzgesetze oder drohende Klagen von Anwohnern vorgeben. Neben Obergrenzen für die Lautstärke gehören dazu vor allem die örtlichen Sperrstunden. Deren Überschreitung geht allerdings zulasten des Künstlers. Auch Neil Young zahlt immer wieder fünfstellige Summen aus der eigenen Tasche, weil er durch eine Zugabe die örtliche Sperrstunde nur für ein paar Minuten überschreitet.

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