Mittwoch, 6. April 2016

Vor 50 Jahren: Buffalo Springfield nach Dampfwalze benannt

Buffalo Springfield
In diesen Tagen jährt sich zum 50. Mal die Gründung von "Buffalo Springfield". In den frühen Apriltagen 1966 trafen Stephen Stills und Richie Furay auf dem Sunset Strip in Hollywood zufällig auf Neil Young und Bassist Bruce Palmer, die nur ein paar Tage vorher mit einem alten Leichenwagen aus Toronto nach Kalifornien gekommen waren.

Zusammen mit Drummer Dewey Martin gründeten sie eine Band, deren Namen sich ihr damaliger Manager Barry Friedman kurzerhand von einer Dampfwalze lieh, die vor seinem Haus eine Straße teerte - "Buffalo Springfield". Das Blechschild mit dem Firmennamen schraubte Friedman kurzerhand ab und hängte es in sein Wohnzimmer, in dem Neil Young und seine neuen Musikerkumpel für einige Zeit probten und übernachteten, ehe ihre Karriere durchstartete. 

Die "Buffalo-Springfield Company", Namensgeber der Band, entstand 1916 durch eine Fusion der "Buffalo Steam Roller Company" aus Buffalo, New York, und der "Kelly-Springfield Road Roller Company" aus Springfield, Ohio. Beide Vorläuferunternehmen waren US-Pioniere im Bau dampfgetriebener Landwirtschaftlicher Geräte, Traktoren und Dampfwalzen, die Amwerika zuvor hauptsächlich aus England importierte. Vor allem die Dampfwalzen waren damals im Zuge des Ausbaus des amerikanischen Straßensystems zu Beginn des 20. Jahrhunderts stark nachgefragt. [Weiter: Alles über die Firma ...]

Vom Dampf zum Bezin


"Buffalo Springfield", Walze
Dampfwalze (Klick zum Vergrößern)
Das fusionierte Unternehmen war lange Zeit nahezu konkurrenzlos und profitierte stark von öffentlichen Aufträgen, die durch die Konjunkturprogramme zur Bekämpfung der großen Depression in den 1930er Jahren noch einmal erheblich anstiegen. Als Lieferant von schwerem Gerät für die Pioniereinheiten der US-Army profitierte die "Buffalo Sprinfgield Company" auch vom Zweiten Weltkrieg.

Viele technische Errungenschaften bei Straßenbaumaschinen ging auf das Konto der findigen Ingenieure bei "Buffalo Springfield", unter anderem der Umstieg von dampfgetriebenen auf benzingetriebene Maschinen, die Einführung von Walzenräder mit Wasserballast sowie die Entwicklung von Spezialmaschinen für den Bau großer Highways.


Ende 1956 starb Charles M. Greiner, der Hauptaktionär der "Buffalo-Springfield Company". Dessen Firmenanteile kaufte die "Koering Company" aus Milwaukee, Wisconsin. Unter Koering stieg "Buffalo Springfield in den frühen 1960er Jahren auch erfolgreich ins Geschäft mit Luftfrachtequipment ein. Kurze Zeit später, nach einem weiteren Firmenzukauf, kamen noch Ausrüstungen für Öl- und Wasserbohrfirmen hinzu.

Buffalo Springfield wurde BOMAG


BOMAG, Walze
Koehring wurde dann im Jahr 1980 wiederum von “AMCA International“ gekauft. Das Unternehmen nannte sich 1990 in “Dominion Industries (UDI)“ um und verlagerte ihre Baumaschinensparte in die Tochterfirma "Compaction America" mit Sitz in Kewanee, Illionois. Deren Name änderte sich 2003 in BOMAG Americas, Inc..

Seit 2005 gehört BOMAG zur französichen “FAYAT Group“ mit Sitz in Bordeaux. Dampfwalzen befinden sich auch weiterhin in der Produktpalette des Unternehmen - und einen passablen Bandnamen würde "BOMAG" auch heute noch abgeben. Vielleicht fragt Neil Young ja noch einmal an ...

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