Dienstag, 3. November 2015

Neil Young zofft sich wieder mit Starbucks

Neil Young vs. Starbucks
Neil Young legt sich mal wieder mit der Kaffeehauskette Starbucks an. Nach dem Vorwurf, der Konzern würde sich für Gentechnik einsetzen, den der Kanadier auf seinem Album "The Monsanto Years" auch musikalisch umsetzte, geht es diesmal um Palmöl und die damit verbundene Schädigung des Regenwaldes. In einer Mitteilung auf seiner Internetseite schreibt Neil Young (übersetzt):

"HÖRT AUF, DEN SCHADEN ZU TRINKEN
angesichts des öffentlichen Drucks gab Starbucks im Jahr 2013 bekannt, sie würden bis 2015 100% nachhaltiges Palmöl beziehen ... 
Nun, 2015 ist da und es sieht so aus, als würde Starbucks den Stichtag versäumen.
Starbucks ist der weltweit größte Kaffeeeinzelhändler - und ein Lieferant von umweltschädigendem Palmöl. Eure Starbucks Kaffeepause wird wahrscheinlich zu Entwaldung, dem Aussterben bedrohter Tiger und Orang-Utans und der Ausbeutung von Arbeitern und Gemeinden beitragen. Während sich andere Branchengrößen wie McDonalds, KFC, Dunkin 'Donuts und Krispy Kreme dazu verpflichteten, konfliktträchtiges Palmöl aus ihren Lieferketten zu streichen, verfolgt Starbucks einen Vogel-Strauß-Ansatz - steckt den Kopf in den Sand und ignoriert die wachsende Alarmiertheit und Besorgnis der Verbraucher.
Angesichts des öffentlichen Drucks gab Starbucks im Jahr 2013 bekannt, sie würden bis 2015 100% nachhaltiges Palmöl beziehen. Dieser Stichtag ist gekommen und verstrichen, und Starbucks muss von uns hören, dass wir nicht länger auf verantwortungsbewusst produziertes Palmöl warten. Hört auf, den Schaden zu trinken.
ny
Süd-Kalifornien, November 2015"

UPDATE: Inzwischen ist der Originaltext - aus welchen Gründen auch immer - wieder von Neil Youngs Webseite verschwunden. Am Ende dieses Artikels ist ein Screenshot verfügbar. [Weiter: Hintergrundinfos zur Aktion ...]

Für Palmöl gerodeter Regenwald
Für eine Palmölplantage geholzter
Regenwald auf Sumatra - Foto: Elekhh
Hintergrund von Neil Youngs Aufruf sind die massiven Umweltschäden, die die boomende Palmölproduktion an den Regenwäldern verursacht. Vor allem Indonesien holzt seine Urwälder ab und vernichtet damit klimawichtige CO2-Speicher. Das Palmöl wird von der Industrie als billiger Rohstoff für unzählige Produkte verwendet. Etwa 57 Millionen Tonnen kommen jährlich zusammen, Schätzungen gehen von Steigerungen bis zu 240 Millionen Tonnen aus.

Die Rodung der Regenwälder zugunsten riesiger Palmöl-Monokulturen gefährdet auch zahlreiche Tierarten wie Tiger, Nashörner, Gorillas und Orang-Utans. Palmöl und seine Nebenprodukte sind in fast der Hälfte aller Supermarktprodukte enthalten. Dazu gehören neben Lebensmitteln auch Kosmetikprodukte, Seifen und Waschmittel.

Wer sich über die Palmölverwendung deutscher Unternehmen informieren will, kann dazu den Palmöl-Check des WWF nutzen, der auch Angaben über die Verwendung nachhaltig produzierten Palmöls enthält.


Sreenshot von Neil Youngs Webseite vom 2. November 2015:



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