Freitag, 16. Mai 2014

Vor 40 Jahren: Neil Youngs Highlight im "Bottom Line"

Heute vor 40 Jahren, am 16. Mai 1974, gab Neil Young im kleinen Club "The Bottom Line" in New York City ein legendäres Solo-Konzert. Es war ein spontaner, unangekündigter Gig im Anschluss an einen Auftritt von Leon Redbone und Ry Cooder, die am 15. und 16. Mai für zwei Tage im "Bottom Line" gebucht waren.

Neil Young spielte an diesem Abend ein Set von einer Stunde mit elf Songs. Außer "Helpless" waren alle bisher unveröffentlicht. Mehr als die Hälfte der Songs waren an diesem Abend sogar zum ersten Mal zu hören. Zwei andere hatte er lediglich zu Beginn des Jahres einmal in einem weitgehend unbeachteten Benefiz-Konzert mit den Eagles gespielt. Dazu kam noch eine Version des Traditionals "Greensleeves". Für die Zuhörer im "Bottom Line", darunter neben Leon Redborne und Ry Cooder auch die Musiker Bonnie Raitt und John Hammond Jr., war es an jenem Donnerstagabend also gleich eine doppelte Überraschung: Neil Young war seit seiner Solo-Tour 1971 nicht mehr alleine in kleinen Clubs aufgetreten - und dann spielte er auch noch ein akustisches Set mit völlig neuen Songs.

Laut Ira Mayer, die das Konzert in der Zeitung "The Village Voice" besprach, genoss Neil Young sichtlich die entspannte Atmosphäre in dem kleinen Club. Neil Young zeigte sich zudem ausgesprochen redselig und plauderte zwischen den Songs mit dem Publikum, auch das sehr ungewöhnlich in dieser Phase seiner Karriere. Selbst gerufene Songwünsche ("Southern Man!") wurden freundlich und mit langen Anekdoten verneint und nicht - wie sonst - einfach ignoriert oder verärgert zurückgewiesen. [Weiter mit Foto und Konzertkritik ...]

Leon Redbone, Neil Young, John Hammond Jr.
Leon Redbone, Neil Young und
John Hammond Jr. mit Champagner
(c) Peter Cunningham
Nach der Show stieß Neil Young mit den übrigen Musikern mit Champagner an. Laut "Village Voice" brachte John Hammond einen Toast aus und sagte, Neil Young könne jedes Publikum erreichen, auf jede Art, die er will. Er forderte ihn auch auf,  wieder alleine auf Tour zu gehen und wieder mehr direkt mit dem Publikum zu kommunizieren. Ein Ratschlag, den Neil Young erst neun Jahre später beherzigte. Nach dem denkwürdigen Solo-Auftritt im "The Bottom Line" ging er erst einmal mit CSN&Y auf Welttournee.

Ira Mayer erzählt in ihrer Konzertkritik in der "Village Voice" noch eine weitere nette Anekdote: Peter Cunningham, der Hausfotograf des "Bottom Line" fragte Neil Young, ob er irgendein Feedback auf seinen Song "Ohio" bekommen habe. Darauf Young: "Wir hatten nicht damit gerechnet, wie paranoid Nixon werden würde, während wir da draußen spielten." Neil Young spiele "Ohio" auf der darauffolgenden Tour mit CSN&Y insgesamt noch 24 Mal. Im August 1974, mitten in der Tour, trat US-Präsident Richard Nixon dann zurück.


Setlist, 16.05.1974 - The Bottom Line - Neil Young, solo akustisch:

01. Pushed It Over The End (Citizen Kane Jr. Blues)
02. Long May You Run          07. On The Beach
03. Greensleeves              08. Roll Another Number
04. Ambulance Blues           09. Motion Pictures
05. Helpless                  10. Pardon My Heart
06. Revolution Blues          11. Dance Dance Dance


Konzertkritik von  Ira Myer, "The Village Voice", 23. Mai 1974 (Klick zum Vergrößern)


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