Dienstag, 7. Juni 2011

Neil Youngs "Orange Periode" - Die Gretsch 6120

Elektrisch mag es Neil Young vor allem Schwarz und Weiß: „Old Black“, seine legendäre Les Paul, und die Gretsch „White Falcon“ gehören zu seinen bevorzugten E-Gitarren. Beide Hauptinstrumente waren auch auf dem letzten Album und der letzen Solotour die Hauptakteure des elektrischen Sets. Dabei waren Neils Youngs Anfangsjahre eigentlich tief Orange. Diese Farbe nämlich hat die „Gretsch 6120 Chet Atkins“, die er in seinen Anfangsjahren gleich zwei Mal kaufte: 1963 in Winnipeg und 1966 in Los Angeles. Während über „Old Black“ und ihre Besonderheiten nahezu alles bekannt ist, liegen viele Details dieser beiden orangefarbenen Gretsch-Gitarren noch im Dunkeln oder werden teilweise sogar fehlerhaft wiedergegeben.

Mit der aktuellen Albumveröffentlichung "A Treasure" wird die Zeit der "Gretsch 6120" noch einmal lebendig. Bei der auf diesem Album dokumentieren Tour von 1984/85 hatte Neil Young die orangefarbene Gitarre intensiv in Gebrauch. Auch bei der aktuellen Reunion-Tour von "Buffalo Springfield" kommt die "Gretsch 6120" wieder zum Einsatz.

Aus aktuellem Anlass nehmen „Aktenzeichen NY ungelöst“ und „CSI NY“ daher in dieser Folge die Spur der beiden legendären Gitarren auf, mit denen Neil Young seine ersten professionellen Auftritte bestritt, auf denen Songklassiker wie „Sugar Mountain“ entstanden und mit denen Neil Young sogar erstmals im Fernsehen zu sehen war:


Neil Youngs „Squires-Gretsch“


Die erste "Gretsch 6120" kaufte Neil Young gebraucht im September 1963 in Winnipeg. Er spielte damals bei „The Squires“, die seit ihrer Gründung im Januar in Winnipegs turbulenter Musikszene ernsthaft Fuß fassen wollten. Anfangs nutzte Neil Young seine "Les Paul Junior", die ihm seine Mutter Rassy im November 1961 als gebrauchtes Instrument zum 16. Geburtstag geschenkt hatte. Über diese Gitarre ist wenig bekannt – bis auf den Umstand, dass sie eine Sunburst von 1958 oder früher war und ihrem Besitzer Stromschläge verpasst haben soll. Aus diesem Grund landete sie im Herbst 1963 auch zerschmettert an der Wand des Probenkellers der „Squires“ im Hause der Smyths, wohin sie Neil Young aus Wut über die Stromschläge schleuderte.

Alter US-Stecker
Möglicherweise sogar etwas voreilig, denn Probleme solcher Art waren in den Anfangsjahren der E-Gitarre gar nicht selten - aber durchaus reparabel. Vermutlich war nur das interne Erdungskabel der Les Paul nicht korrekt mit der Brücke verbunden und setzte die Saiten unter Strom. Berührt man dann die Saiten und gleichzeitig zum Beispiel einen Mikrophonständer, fließt der Strom über den Körper des Gitarristen in die Erde ab.

Möglicherweise lag es auch überhaupt nicht an der Gitarre selbst, sondern am Verstärker oder der fehlerhaften Verkabelung des Probenraums. Dreipolige Sicherheitsstecker mit Schutzleiter gab es damals noch nicht, 2-adrige nicht separat geerdete Stecker waren die Regel. Fehlende oder fehlerhafte Erdung der Hauselektrik war ein zusätzliches Problem. Auch in solchen Fällen wird dann der Gitarrist selber zum „lebenden Erdungskabel“ - mit schmerzhaften Folgen. Statt die Les Paul gegen die Wand zu donnern, wären also ein paar Dollar für eine Gitarrenwerkstatt oder einen Hauselektriker gut angelegtes Geld gewesen: Die original erhaltene Les Paul Junior von 1958 wäre heute ein Vermögen wert.

Chad Allan And The Reflections - Early Roots
Wie auch immer, die Les Paul Junior war Schrott und Neil Young brauchte ein neues Instrument. Wie Jimmy McDonough in seiner Biographie „Shakey“ beschreibt, hatte der auch schon längst ein „Objekt der Begierde“ im Auge: Zusammen mit seinem damaligen Gitarren-Idol Randy Bachman stand Neil Young schon vorher oft vor dem Schaufenster eines Musikladens in Winnipeg und bestaunte eine orangefarbene "Gretsch 6120".

Die beiden aufstrebenden Nachwuchsgitarristen hatten diese Gitarre bei Lenny Breau bewundert, einem begnadeten kanadischen Jazz-Gitarristen, der seinerzeit in Winnipegs lokalem Fernsehen und den Clubs auftrat. Randy Bachman erzählte in einem Interview mit Rick Landers von "Guitar International", er habe schon als junger Teenager Lenny Breau in der Country-Band seiner Eltern spielen sehen und nach Spieltricks gefragt.

Randy Bachman und Bobby Curtola
Bachman und Bobby Curtola
(c) Bill Hillman
Breau nannte sich zu der Zeit noch "Hal Lone Pine Jr." und spiele eine der ersten orangefarbenen "Gretsch 6120" mit "G"-Brandzeichen auf der Decke über einen Echosonic Verstärker von Ray Butts, der ein eingebautes Band-Echo hatte. Später legte sich Randy Bachman nicht nur ebenfalls eine "Gretsch 6120" zu. Er wurde in Winnipeg auch durch seinen Echo-Sound à la "Shadows" bekannt, den er mit Hilfe eines deutschen Tonbandgerätes der Firma Körting vom bayrischen Chiemsee erzeugte.

Der Zufall wollte es, dass beide Teenager fast zur gleichen Zeit ihren „Traum in Orange“ verwirklichten - dabei leistete Randy Bachman dem zwei Jahre jüngeren Neil Young sogar ungewollt Schützenhilfe: Bachman war nämlich um 1962 als Gitarrist bei „Allan and the Silvertones“ eingestiegen. Er ersetzte dort den Gitaristen John Glowa, der ausgestiegen war. Die Band um Bandleader Chad Allan nannte sich schon bald um in „Allan and the Reflections“ und war 1962 Winnipegs Top-Band. Zu der Zeit hatten sie mit „Tribute To Buddy Holly“ sogar schon eine Single veröffentlicht. Nach einem weiteren Namenswechsel zu „Allen and the Expressions“ im Jahre 1965 landeten sie mit „Shakin’ All Over“ einen landesweiten Hit. Danach nannten sich erneut um in „The Guess Who“ und hatten weitere Chart-Erfolge.

Lenny Breau als Lone Pine Junior
Lenny Breau mit Gretsch
(c) Bill Hillman
Bachmans Gretsch, deren Kaufpreis von 400 Dollar er sich durch Rasenmähen, Babysitten und andere Tätigkeiten hart erarbeitet hatte, wurde Jahre später während einer Tour mit "Bachman Turner Overdrive" gestohlen. Kein geringerer als Chet Atkins persönlich schickte Bachman daraufhin einen signierten Prototypen der "Gretsch 6120". Randy Bachman besaß bis 2008 übrigens mit über 300 Exemplaren die weltweit größte Sammlung von Gretsch-Gitarren, die er dann an die Gretsch Company verkaufte. Sie kann an deren heutigem Firmensitz in Savannah im Gretsch-Museum besichtigt werden.

Der damals von Bachman bei "Allan and the Silvertones" verdrängte John Glowa, der seine "Gretsch 6120" offenbar als Neuware auf Kredit gekauft hatte, konnte 1963 die Raten nicht bezahlen. Neil Young, so berichtet John Einarson in „Don’t be Denied – The Canadian Years“, übernahm die Gitarre und zahlte Glowa den Betrag, den dieser schon „abgestottert“ hatte. Die neue Gitarre kam dann erstmals am 20. September 1963 bei einem Auftritt der „Squires“ im Tanzkeller der „St. Mary’s Church“ zu Einsatz.

Seitdem wurde die orangefarbene "Gretsch 6120 Chet Atkins" Neil Youngs "ständige Begleiterin". Alle Songs, die der angehende Weltstar in seiner Jugendzeit in Winnipeg und Fort William schrieb, entstanden auf genau dieser Gitarre. Sogar „Sugar Mountain“, ein Song, der eigentlich nach Lagerfeuer riecht und nach Westergitarre klingt, schrieb er an seinem 19. Geburtstag einsam in einem Zimmer des Victoria Hotels in Fort William auf seiner "Gretsch 6120". In Fort William stieß Neil Young 1964 auch erstmals auf seinem späteren Bandpartner Stephen Stills, ebenfalls begeisterter Gretsch-Spieler.

Allen-Ward-Trio
LP "Allen-Ward-Trios" 1965
Nach dem Ende der „Squires“ im Sommer 1965 und Neil Youngs Wechsel nach Toronto, kam die Gretsch auf der Bühne nicht mehr zum Einsatz. Der Versuch, mit der inzwischen in „Four To Go“ umbenannten und umformierten Band in Toronto Fuß zu fassen, scheiterte kläglich. Seine Soloauftritte mit einem akustischen Folk-Programm bestritt Neil Young im Dezember 1965 schon mit einer Martin D-18 oder einer 12-saitigen Gibson Akustikgitarre. Ein akustisches Instrument hatte er sich angeschafft, nachdem er die Gretsch als unpassend für einen Folk-Musiker empfand.

Dieser Wechsel von der elektrischen zur akustischen Gitarre wird unterschiedlich dargestellt und liegt noch weitgehend im Dunkeln. Die Biographie "Shakey" zitiert Neil Young mit der Aussage, er habe seine "Gretsch 6120" gegen eine Gibson 12-String getauscht. Vater Scott Young schreibt in seine Erinnerungen, sein Sohn habe die Gretsch in einem Musikladen in der Yonge Street verkauft und dann eine akustische 12-String erworben.

Endstation Pfandhaus?
In anderen Interviews erinnert sich Neil Young wiederum, er habe eine Martin D-18 gekauft und die Gibson 12-String nur vom Folkmusiker David Rea ausgeliehen. David Rea spielte damals im "Allen Ward Trio". Zusammen mit seinem dortigen Bandkollegen Craig Allen war David Rae häufig mit Neil Young zusammen. Die beiden machten laut "Shakey" den Zugezogenen aus Winnipeg auf der Gitarre mit Techniken wie "Open Tunings" und "Fingerpicking" bekannt. Auch seine erste Erfahrungen mit Haschisch machte Young in Gesellschaft von David Rea. Dieses Erlebnis taucht später im Text von "Hitchhiker" auf.

Ob nun eingetauscht gegen eine Martin D-18 oder eine Gibson 12-String - Neil Youngs treue, orangefarbene "Gretsch 6120" aus Winnipeg verschwand im Herbst 1965 auf Nimmerwiedersehen in einer Pfandleihe oder einem Musikladen in Toronto.

Weißer Gretsch-Koffer
„Das war ein blöder Zug“, zitiert John Einsarson Neil Young, „Aber ich brauchte das Geld“. Möglicherweise ging es neben dem Kauf der Akustikgitarre auch um die Rückzahlung eines 400-Dollar-Kredits, den ihm sein Vater Scott verschaffte, als sein Sohn abgebrannt in Toronto auftauchte, nachdem sein Leichenwagen „Mort“ in Blind River mit Getriebeschaden liegen blieb. Zu der Zeit musste Neil Young auf Druck des Vaters sogar für kurze Zeit in einem Buchladen jobben.

Auch Mutter Rassy, die zwei Jahre zuvor nicht unerheblich zum Kauf der Gretsch beigetragen hatte, zeigte sich laut John Einsarson bestürzt: „Er hatte diese schöne Gitarre, die ich ihm gekauft hatte, mit dem weißen Koffer, den alle signiert hatten, mit denen er gearbeitet oder die er getroffen hatte – sogar Stephen Stills.“

Neil Youngs in Toronto verschollene „Squires“-Gretsch wird bislang immer als 1958er Model bezeichnet. Ein Blick in die Historie dieser Modellreihe zeigt aber schnell, dass diese Einordnung nicht korrekt ist.


Geschichte der „Gretsch 6120 Chet Atkins“


Gretsch in Brooklyn
Die Firma Gretsch wurde 1883 von einem deutschen Einwanderer aus Mannheim, Friedrich Gretsch, in Brooklyn gegründet und stellte zu Beginn Banjos, Tamburins und Schlagzeuge her. Gitarren kamen erst in den 30er Jahren ins Sortiment. Seit 2003 ist Gretsch mit der Fender-Gruppe verbunden, die Entwicklung und Vertrieb verantwortet.

Die Gitarren von Gretsch wurden in den 50er Jahren populär, als mit Fred Gretsch Jr. die dritte Inhabergeneration die Unternehmensführung übernahm. Mit Chet Atkins konnte 1954 außerdem ein bedeutender Gitarrist als Werbepartner gewonnen werden. Als erstes Ergebnis dieser Zusammenarbeit kam die „Gretsch 6120“ im Jahr 1955 mit der Modellbezeichnung „Chet Atkins“ auf den Markt. Die elektrische Hollowbody-Gitarre hatte zwei Tonabnehmer, Bigsby-Vibrato, ein Schlagbrett mit der Unterschrift Chet Atkins und kostete bei Einführung 385 US-Dollar.

Chet Atkins
Chet Atkins
Die ersten Modellreihen waren noch deutlich auf den Markt der Country-Musik ausgerichtet. Als "cowboytypischer Zierrat" dienten Gravuren von Kühen und Kakteen in den Griffbretteinlagen, ein Stierkopf auf der Kopfplatte und ein großes „G“ für Gretsch als Brandzeichen auf der Decke. Die Lackierung nannte sich dazu passend „Western Orange“.

Die Gitarre war vom Start weg erfolgreich – nicht nur im Country-Lager. Gretsch entwickelte die Modellreihe daher konsequent weiter. Nach und nach verschwand auch die kitschige Country-Ornamentik. Die bedeutendste Änderung erfolgte 1958 mit dem Wechsel von den alten DeArmond-Singlecoil-Pickups auf die FilterTron-Humbucker aus eigenem Hause. Mit dem Wechsel der Pickups wurde die Gitarre zudem mit den charakteristischen oberen zwei Kippschaltern ausgestattet.

Schaltplan
Ab dem Modelljahr 1962 änderte sich dann die Form der Gitarre. Statt eines Cutaways gab es ab da an zwei davon. Diese „double cutaway“ Modelle waren aber eine komplett andere Konstruktion als die „alte 6120“. Die F-Löcher waren nur noch aufgemalt und auf der Rückseite entstand ein Loch, durch das man zur Elektrik gelangte. Dieses Loch wurde mit einer Klappe und einem Polsterkissen aus Kunstleder geschlossen.

Im Jahr 1966 lief zudem der Werbevertrag mit Chet Atkins aus. Der Name wurde aus rechtlichen Gründen in „Gretsch 6120 Nashville“ geändert, während die Gitarre selber unverändert blieb. 1972 – Gretsch war inzwischen von der „Baldwin Piano and Organ Company“ übernommen – wurde zudem die Modellnummer in „Gretsch 7660“ geändert. Erst mit dem Wiedererstarken von Gretsch nach der Baldwin-Ära in den 90er Jahren ging man zurück zu den alten Bezeichnungen. Seit 2008 hält Gretsch auch wieder die Namenrechte an „Chet Atkins“.


Datierung der „Squires-Gretsch“


Mit Hilfe der gut dokumentierten Änderungen der Ausstattung im Laufe der Produktionszeit lässt sich der Jahrgang von Neil Youngs Gretsch sehr gut bestimmen. Grundlage ist dabei ein Foto seiner Band „The Squires“, das 1964 in Winnipegs lokalem Rundfunksender CKRC aufgenommen wurde und sich heute im Besitz von John Einarson befindet. Neil Youngs „Gretsch 6120“, die er knapp ein Jahr zuvor gebraucht von Johnny Glowa kaufte, wird auf diesem Photo wie auf einem Präsentierteller dargestellt.

Folgende Datierungsmerkmale fallen dabei ins Auge:
  1. Auf der Kopfplatte ist ein Hufeisen zu sehen. Das ersetzte im zweiten Produktionsjahr 1956 den ursprünglich dort abgebildeten Stierkopf.
  2. Das Modell hat kein „G“-Brandzeichen auf der Decke. Das verschwand mit der dritten Modellreihe 1957.
  3. Die auf dem Foto zu sehende, sogenannte „Bar-Bridge“ wurde im Modelljahr 1958 eingeführt und ersetzte die alte Holzbrücke. Die neue Metallbrücke unterstützte nochmals den typischen metallischen „twangy“ Sound dieser Gitarre.
  4. Unmittelbar hinter dem Sattel ist ein sogenannter „Nullbund“ zu sehen. Dieses Feature, eigentlich typisch für deutsche Gitarren dieser Zeit, wurde von Gretsch im Modelljahr 1959 eingeführt. Dabei wurde auch der Metallsattel durch einen Knochensattel ersetzt.
  5. Die Pickups sind „FilterTron“ Humbucker, erkennbar an den den doppelten Pol-Reihen und der Aufschrift. Diese sind zwar auch schon im Modelljahr 1958 aufgetaucht, aber ist im Jahr 1959 saßen sie in Plastikrähmchen, die zwei charakteristische Rillen hatten. Diese sogenannten „ridged frames“ ersetzten die glatten „smooth frames“ der vorherigen Jahrgänge.
  6. Das montierte Bigsby ist ein „V-Cut B6C“, das sich durch den V-förmigen Ausschnitt und den eingeprägten “Gretsch“-Schriftzug vom bis dahin verwenden Bigsby B6 unterscheidet. Dieses neue Bigsby wurde im Modelljahr 1960 eingeführt.
Neil Youngs Gretsch 6120 Details
Foto der 'Squires'-Gretsch 1964
Neil Youngs orangefarbene „Gretsch 6120 Chet Atkins“ ist also nach optischer Analyse ein Modell des Jahrgangs 1960. Diese Einordnung wird durch zwei weitere Besonderheiten gestützt:

Wie das Foto belegt, wurde eine schön geflammte Ahorndecke mit Maserung in Tigerstreifen verbaut. Laut dem Buch „Gretsch 6120 – The History Of A Legend Guitar“, der von Edward Ball verfassten „Bibel“ zur 6120, wurden im Jahrgang 1960 besonders häufig solche geflammten Decken in Streifenoptik verwendet. Andere Varianten waren einfachere Maserungen oder die besonders auffälligen „wild curled maple tops“.

Die zweite Besonderheit des Jahrgangs 1960 ist die verringerte Zargenhöhe. Ursprünglich mit einer Höhe von 2,75 Zoll (ca. 7 cm) 1955 auf den Markt gekommen, wurde der Korpus der Gitarre 1960 auf 2,5 Zoll (ca. 6,3 cm) „verschlankt“. Schon ein Jahr später, 1961, wurde die Zargenhöhe noch einmal deutlich verringert – diesmal auf 2,25 Zoll (ca. 5,7 cm).

Dass es sich bei Neil Youngs Gretsch vermutlich um eine mit mittlerer Dicke aus dem Jahr 1960 handelte, belegt ein anderes Foto aus dem Jahr 1964. Es zeigt Neil Youngs Auftritt zusammen mit zwei anderen Musikern auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung an der Kelvin High School in Winnipeg. Seine „Gretsch 6120“ ist auf dem Foto gut von der Seite zu sehen.


Neil Youngs „Buffalo Springfield-Gretsch“


Nachdem Neil Young die treue Gretsch seiner „Squires“-Jahre gegen eine Akustikgitarre versetzt hatte, kam er 1966 ohne elektrisches Instrument in Kalifornien an. Eine Rickenbacker, die er bei seinem kurzen Gastspiel bei den „Mynah Birds“ von deren Manager John Craig Eaton erhielt, landete zusammen mit dem übrigen Band-Equipment im Pfandhaus. Mit dem Geld finanzierten Neil Young und Bassist Bruce Palmer ihre Fahrt von Toronto nach Los Angeles.

Die erste Zeit in L.A. nach Gründung von „Buffalo Springfield“ wird Neil Young wohl seine akustische D-18 bzw. die 12-String gespielt oder sich Gitarren der Kollegen Stills und Furay geliehen haben. Angeblich soll auch übernommenes Equipment der „Dillards“ eine Rolle in der Anfangszeit der Band gespielt haben. "Dillards"-Schlagzeuger Dewey Martin stieß schon kurz nach Gründung von "Buffalo Springfield" zu Young, Stills, Furay und Palmer.

Seine „alte Liebe in orange“ hatte Neil Young aber nicht vergessen: Spätestens im Juni 1966, möglicherweise schon früher, tauchte er erneut mit einer orangefarbenen „Gretsch 6120 Chet Atkins“ auf.

Steve Gillette
Album von Gillette
In „Shakey“ schreibt Biograph Jimmy McDonough, Neil Young habe die Gitarre dem Sänger Steve Gillette abgekauft. Steve Gillette war in den späten 50er und frühen 60er Jahren in der Folk-Szene aktiv. Als Songwriter hat er Stücke geschrieben, die von bekannten Interpreten wie „Ian & Sylvia“, John Denver, Nanci Griffith, Waylon Jennings, Kenny Rogers oder Linda Ronstadt gesungen wurden. Er nahm solo und später zusammen mit Ehefrau Cindy Mangsen als „Steve & Cindy“ eigene Alben auf. Seine erste Platte - mit Gastmusikerin Buffy Saint Marie - erschien 1968 im selben Jahr wie Neil Youngs eigenes Solo-Debüt.

Steve Gillette lebte Mitte der 60er Jahre in Huntington Beach, Kalifornien, wo er nach eigenen Angaben auf Stephen Stills stieß, der sich dort ab Ende 1965 als Duo mit Peter Tork, der später bei den „Monkees“ einstieg, durchschlug. Um sich finanziell über Wasser zu halten, habe Stills zu der Zeit sogar als Geschirrspüler in einem Club in Huntington Beach gearbeitet.

Gillettes Name auf Plakat
In einem Interview mit Arthur Wood (The Kerrville Kronicles) aus dem Jahr 1989 erzählt Steve Gillette wie er im Sommer 1966 sein gesamtes Geld zusammenkratzte, um an die Westküste zum „Philadelphia Folk Festival“ reisen zu können. Dorthin habe ihn John Denvers Produzent gerufen und eine Zusammenarbeit in Aussicht gestellt. Gut möglich, dass der Verkauf der Gretsch an Neil Young Teil dieser Geldbeschaffungsmaßnahme war. Gelohnt hat es sich für Steve Gillette allemal – sein Auftritt beim Festival in Philadelphia brachte ihm einen Plattenvertrag ein.

Der Lohn für Neil Young war der Besitz einer "Gretsch 6120", die der geliebten Gitarre aus den guten alten „Squires“-Zeiten sehr ähnlich war. Sie wurde seine Hauptgitarre bei „Buffalo Springfield“ und in der Anfangszeit mit „Crosby, Stills, Nash & Young“. Ihr Sound prägte auch den elektrischen Sound dieser Bands.


Neil Young tauscht „Old Black“ gegen Gretsch


Jim Messina
Jim Messina
Zwar setzte Neil Young auch schon bei „Buffalo Springfield“ die „große Schwester“ der "Gretsch 6120", die „Gretsch White Falcon“ ein, dennoch sollte erst der Erwerb einer schwarz übermalten 1953er Gibson Les Paul Goldtop im Jahre 1968 eine wirkliche Neuorientierung bewirken. Die Rede ist natürlich von der legendären Les Paul „Old Black“, die Neil Young angeblich von Jim Messina im Tausch gegen eine orangefarbene "Gretsch 6120" bekam.

Messina, gegen Ende der "Büffel"-Ära für einige Wochen Ersatzmann Bruce Palmers am Bass, bestätigt den Deal in McDonnoughs Buch „Shakey“ und in einem Interview mit "Vintage Guitar Magazine" im März 1998. Auch Neil Young selber erzählte, die Les Paul von Messina bekommen zu haben. Die gelegentlich zu lesende Theorie, „Old Black“ sei im Tauch gegen eine „White Falcon“ von Stephen Stills gekommen, ist weniger glaubwürdig. Stills Ego hätte seine Mitwirkung an der Geburt der Gitarrenlegende - „Old Black“ hat schließlich Musikgeschichte geschrieben - viel stärker herausgestrichen.

Stephen Stills Gretsch 6120
Stills mit Youngs
Gretsch 1967
Wie auch immer, die Frage ist, wann fand der „Old Black“/Gretsch-Deal statt und welche Gitarre erhielt Jim Messina im Gegenzug eigentlich genau?

Die zeitliche Einordnung fällt noch leicht: Jim Messina erzählte 1998 in dem Interview mit dem "Vintage Guitar Magazine", er habe die Les Paul für seine neue Band "Poco" angeschafft, aber Probleme mit deren Stimmstabilität gehabt. Während der Session zu Neil Youngs erstem Solo-Album, auf dem Messina Bass spielte, habe dieser die Gitarre gesehen und sie unbedingt haben wollen. Die Aufnahmen zum Album "Neil Young" fanden von August bis Oktober 1968 in den Wally Haider Studios in Hollywood statt.

Neil Young setzte „Old Black“ erstmals Mitte August 1968 ein. Zuvor war er auf eine Band namens „Rockets“ aufmerksam geworden. Während eines Engagements der „Rockets“ im Whisky-Club in der Zeit vom 11. bis 15. August 1968 habe Neil Young die Band als seine mögliche neue Begleitung testen wollen. Zu diesem Probe-Gig im „Whisky“ habe er laut Jimmy McDonnough „Old Black“ mitgebracht. Die erste Plattenaufnahme mit „Old Black“ war dann Ende 1968 auf einem Album der Sängerin „Elyse Weinberg“, die Neil Young noch aus Toronto kannte. Ab Januar 1969 kam „Old Black“ bei den Proben und Aufnahmen zum Album „Everybody Knows This Is Nowhere“ zum Einsatz. Die „Rockets“ waren da schon zu „Crazy Horse“ geworden.

Neil Young muss die Gretsch demnach in der ersten Augusthälfte 1968 - zwischen Beginn der Aufnahmen zu seinem Debüt-Album und dem "Rockets"-Gig - gegen "Old Black" eingetauscht haben.

Danny Whitten Gretsch 6120
Whitten mit Youngs Gretsch 1970
Anderseits gibt es aber noch bis ins Jahr 1970 hinein Fotos und Videos, die Neil Young bei CSN&Y mit genau der „Gretsch 6120“ zeigen, die er auch schon bei „Buffalo Springfield“ einsetzte. Es gibt sogar ein Foto, das Danny Whitten mit dieser "Gretsch 6120" während eines Konzerts mit "Crazy Horse" im Fillmore East im März 1970 zeigt. Es ist wohl kaum anzunehmen, dass Jim Messina im Sommer 1968 die Les Paul herausrückte, das vereinbarte Gegenstück aber erst im Frühjahr 1970 erhielt. Wahrscheinlicher ist vielmehr, dass Jim Messina eine andere „Gretsch 6120“ von Neil Young erhielt.

In der Tat legen Fotos und Videos nahe, dass Neil Young in der Zeit mehr als eine orangefarbene "6120" einsetzte. Auch leistete er sich nach und nach mehrere „White Falcon“ in Mono- und Stereo-Ausführung, die damals als teuerste Gitarren der Welt galten. Zwei "6120" in Orange scheinen aber schon in der Frühzeit von „Buffalo Springfield“ existiert zu haben, als der finanzielle Erfolg sich noch gar nicht abzeichnete.

Die Gretsch mit Schlagbrett
Als Beleg dafür kann der Umstand angesehen werden, dass Neil Young die „Gretsch 6120“ mal mit, mal ohne Schlagbrett spielte. Dabei ist es aber keineswegs so, dass er einfach irgendwann das Schlagbrett abmontierte und ab da ohne weiterspielte. Vielmehr gehen die Datierungen bunt durcheinander: Es gibt Fotos von 1966 mit und ohne Schlagbrett. Das Jahr 1967 startet mit einem Auftritt im New Yorker Club „Ondine“. Fotos davon zeigen Neil Youngs Gretsch ohne Schlagbrett. Ein Video einer Studiosession von Februar 1967 wiederum, zeigt eine Gretsch mit Schlagbrett. Es ist aber kaum anzunehmen, dass Neil Young ständig das Schlagbrett selber an- und abschraubte – einen Larry Cragg gab es ja noch nicht.

Daher liegt die Vermutung nahe, dass es sich dabei in Wirklichkeit um zwei oder gar mehrere Gitarren handelte. In "Shakey" ist zu lesen, der Plattenvertrag mit Atlantic/Atco, den die Band Angang Juni 1966 abschloss, habe Neil Young erlaubt, "eine weitere Gretsch" zu kaufen. Andere Quellen sprechen von 22.000 Dollar Vorschuss der Plattenfirma. Ob damit eine weitere "6120" oder die erste "White Falcon" angeschafft wurde, bleibt unklar. Autor Johnny Rogan schreibt in seinem Buch "Neil Young: zero to sixty", Young habe zu diesem Zeitpunkt Steve Gillettes Gretsch gekauft. Das würde sich zeitlich mit den oben geschilderten Bemühungen Gillettes decken, Geld für seine Reise nach Philadelphia aufzutreiben.

Ganz sicher lassen sich zwei verschiedene orangefarbene Gretsch bestimmen, die Neil Young in der Zeit von "Buffalo Springfield" einsetzte: Eine, bei der die charakteristischen beiden Schalter oben auf der Gitarre ungewöhnlich nahe am Korpusrand liegen. Und eine andere, bei der die zwei Schalter in einem normalen Abstand zum Korpusrand angebracht verbaut sind. Von dieser zweiten Gitarre gibt es nur wenige Fotos, auf der man die Schalter überhaupt sehen kann. Die besten stammen von einem Konzert an der Whittier High School in Kalifornien im Januar 1968. Im Vergleich zu der anderen Gretsch wird dabei schnell deutlich, dass es ich um zwei verschiedene Gitarren handeln muss.


Es wird vermutlich die "Gretsch 6120" mit der "normalen" Schalterposition gewesen sein, die Jim Messina im August 1968 dann im Tausch gegen „Old Black“ erhielt. Spätere Bilder dieser Gitarre als von 1968 sind nämlich nicht mehr zu finden. Die Gretsch mit den Schaltern dicht am Korpusrand dagegen hat Neil Young noch bei CSN&Y, mit Crazy Horse und z.B. auf der Tour 1984/85 mit den "International Harvestern" benutzt.

Benutzt und behalten hat Jim Messina seine "Tausch-Gretsch" aber wohl nicht lange. Fotos, die ihn bei "Poco" oder "Loggins & Messina" mit der Gitarre zeigen, sind nicht bekannt.

Neil Young wiederum erzählte in einem Interview, das im März und April 1992 im französischen Magazin "Guitare & Claviers" und dem englischen "Guitar Player Magazine" erschienen ist, er besäße alle Gitarren, die er jemals gespielt habe. "Ich habe auch die Gretsch, die Jim Messina gehörte und die so aussieht wie die, die ich während der Springfield-Ära hatte", sagte Young und deutet damit an, dass sein damaliges Tauschobjekt wieder in seinem Besitz ist.


Datierung der „Buffalo“-Gretsch


Die Gretsch bei CSN&Y 1969
Zweifellos gab es eine Art „Lieblings-Gretsch 6120“, die Neil Young bei Buffalo Springfield und Anfangs auch bei CSN&Y nutzte. Es war das Modell ohne Schlagbrett, das sich aber ansonsten kaum von der alten „Squires“-Gretsch aus der Winnipeg-Zeit unterschied. Auch die „Buffalo“-Gretsch besaß einen Nullbund, hatte FilterTron-Pickups in gerillten Rähmchen und ein Bigsby B6C in V-Cut-Ausführung. Abgesehen vom entfernten Schlagbrett fallen zwei Unterschiede auf:

  1. Die Decke hatte keine geflammte Tigerstreifen-Maserung
  2. Die Gitarre erscheint kompakter. Der obere Pickup sitzt näher am Griffbrett. Die Schraube, mit der das entfernte Schlagbrett in die Decke geschraubt war, sitzt näher am Pickup-Rähmchen, als bei der anderen Gretsch.
  3. Die oberen beiden Kippschalter liegen näher am Korpusrand.
Die beiden letzten Punkte sind aber nicht ungewöhnlich für Gitarren aus einer Zeit, als noch Handarbeit und nicht computergesteuerte CNC-Fräsmaschinen das Aussehen mit bestimmten. Fotos von alten Gretsch-Gitarren dieser Zeit belegen, dass solche kleineren Ungenauigkeiten nicht selten waren.

Die „Buffalo“-Gretsch muss wegen des V-Cut-Bigsby also ebenfalls ein Modell Jahrgang 1960 sein. Möglicherweise war sie auch eine der letzten im Jahr 1959 produzierten Modelle, die aber schon das neue Bigsby erhielten.


Neil Young modifizierte seine Gretsch


Ob bereits die "Squires"-Gretsch von Neil Young modifiziert wurde, lässt sich anhand der wenigen schwarz-weißen Fotos nicht erkennen. Sie scheint aber weitgehend original gewesen zu sein. Das lässt sich dagegen von der "Buffalo"-Gretsch nicht sagen. Wie nahezu alle Gitarren Youngs, erhielt auch diese Gitarre einige Umbauten und Veränderungen:

Da ist zunächst das fehlende Schlagbrett. Nur in den Anfangstagen von "Buffalo Springfield" ist Neil Young auf Fotos und Videos mit einer "Gretsch 6120" mit montiertem Schlagbrett zu sehen. Spätestens ab Mitte 1967 zeugt nur noch ein leeres Schraubenloch oberhalb des Neck-Pickups von dem abmontierten Stück goldenen Plastik mit Gretsch-Logo und Chet Atkins Signatur. Warum Neil Young seine 6120 bis heute ohne Schlagbrett spielt, ist nicht bekannt. Ungewöhnlich ist es aber allemal - alle anderen Gitarren nämlich, außer der "White Falcon", spielt er mit Schlagbrett. Richtig berühmt ist sogar das Aluminium-Schlagbrett von "Old Black" und der gelben Backup Les Paul.

Auch die zweite Modifikation hat Neil Young schon sehr früh vorgenommen. Auf Videos, die die "Buffalo"-Gretsch von hinten zeigen, sind deutlich massivere, geschlossene Mechaniken im Stil von Schaller oder Grover zu erkennen. Die "Gretsch 6120" von 1960 hatte ab Werk aber zierliche, offene Mechaniken auf der Kopfplatte. Diese Modifikation, die offenbar vor allem der Stimmstabilität dienen soll, hat Neil Young auch an seiner legendären 1953er Les Paul "Old Black" vorgenommen. Auch bei dieser Gitarre wurden ebenfalls die ursprünglich ab Werk montierten Mechaniken mit den Les-Paul-typischen Tulip-Kunstoffflügeln gegen massivere Schaller-Mechaniken vom Typ M6 mit Metallflügeln ausgetauscht.

Die dritte Modifikation ist dagegen schon etwas ungewöhlicher: Neil Youngs "Buffalo"-Gretsch hat auf der Rückseite einen für Gretsch-Gitarren typischen "Back Pad" aus Kunstleder. Dieses kreisförmige, gepolsterte Kissen schützt die Rückseite und macht außerdem das Bespielen bei umgehängter Gitarre deutlich bequemer. Allerdings taucht dieses komfortable Bauteil bei Gretsch erst ab 1962 auf. Damals wurde die F-Löcher der "6120" geschlossen und waren nur noch als Fake aufgemalt. Zudem wurde die Konstruktion der Gitarre auf Double-Cutaway geändert. Die Elektrik war seitdem statt über die F-Löcher, wie bei Hollowbody-Gitarren üblich, über eine große Kunststoffklappe im Rücken zugänglich. Diese hässliche Klappe wurde dann mit dem Lederkissen überdeckt. Neil Youngs "Gretsch 6120" ist aber deutlich zwei Jahre zu alt und Teil einer ganz anderen Generation der "6120", um dieses kunstlederne "Back Pad" zu haben. Er hat das Kissen also nachträglich anbringen lassen.

Als viertes ist eine Modifikation zu nennen, die überhaupt nicht erfolgte - und gerade eben deshalb ungewöhlich ist: Neil Youngs "Gretsch 6120" hat immer noch das Original Bigsby-Vibrato ohne Niederdruckrolle montiert. Auf allen anderen Gitarren hat Neil Young dagegen dieses Originalbauteil schon früh gegen eine Bigsby-Variante mit Niederdruckrolle ausgetauscht. Man kann das gut sehen, wenn man alte Fotos der "White Falcon" mit Fotos vergleicht, die später entstanden. Auch "Old Black" spielte Neil Young noch 1970 bei Crazy Horse mit dem ursprünglichen Bigsby ohne Niederdruckrolle. Später erhielt auch diese Gitarre die Version mit Rolle. Nicht so bei der orangefarbenen "Gretsch 6120", die er bis heute mit dem Original-Bigsby spielt. Die Niederdruckrolle erleichtert das Aufziehen der Saiten und führt zu einem steileren Winkel der Saiten zur Brücke und damit zu mehr Druck. Offenbar wollte Neil Young den offeneren, silbrig schimmernden Ton erhalten, den die "6120" mit dem geringeren Saitendruck des alten Bigsby hat.


Schlussakkord


Im Jahre 1970, nach immerhin sieben Jahren, war die „orange Periode“ Neil Youngs dann endgültig vorbei. Die "Gretsch 6120" verschwand in Neil Youngs Sammlung oder in seiner Scheune. Das eingangs erwähnte Schwarz/Weiß hielt Einzug in Form von „Old Black und der „Gretsch White Falcon“, mit denen er viele seiner Klassiker aufnahm.

Die „Gretsch 6120“ in ihrem klassischen „Western Orange“ kam erst wieder ab 1984 zu Ehren, als Neil Young bis 1985 mit den „International Harvesters“ auf seine legendäre Country-Tournee ging. Auch beim ersten FarmAid-Konzert 1985 kam die Gretsch noch einmal zu Ehren. Sein Archiv-Album „A Treasure“, das Aufnahmen und Videos der "International Harvesters"-Tour enthält, ist gerade in der "NYA Perfamance Serie" erschienen und präsentiert die Gretsch optisch und akustisch in einigen Stücken.

Und passend zur Entdeckung der „Orangen Periode“ geht Neil Young auch wieder mit „Buffalo Springfield“ auf Tournee - mitsamt der Gretsch, die er in immerhin vier Songs einsetzt. Zurück in die orangefarbene Zukunft …




Literatur:


Links:


Videos:


Neil Young Squires Gretsch als 3D-Modell



Chet Atkins persönlich erläutert die Gretsch 6120



Vorstellung der "Gretsch 6120" 1959er Reissue



Die Gretsch mit Buffalo Springfield 1967



Die Gretsch mit CSN&Y 1969


Die Gretsch bei FarmAid 1985





Artikel-Serie über Neil Youngs Instrumente:

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