Mittwoch, 18. Mai 2011

Neil Young setzt auf "High Resolution Audio"

Auf seiner Webseite kündigt Sound-Freak Neil Young für 2012 in pathetischen Worten ein neues Audioformat an. Dann, so Neil Young, werden die Plattenfirmen „High Resolution Audio“ freigeben. Seit dem Erscheinen der CD seien die Höher der vollen Erfahrung des Hörens beraubt worden.

Mit der Einführung von MP3 über Online-Musikdienste habe man den Hörern noch mehr vorenthalten. Dabei könnten Geist und Seele der Musik nur dann wirklich ergründet werden, wenn einen der Klang umhülle - und genau das sei es, was 2012 bringen werde. Es sei Erleichterung, die man spürt, wenn man Musik endlich so hören könne, wie sie Künstler und Produzenten im Studio erschaffen haben.

Der Klang, schreibt Neil Young weiter, hülle einen ein und öffne die Sinne um die tiefen Emotionen in der Musik von einigen unserer besten Künstler wirklich spüren zu können - von Frank Sinatra bis zu den Black Keys, das Gefühl sei da. Einem das zu geben, dafür seien Plattenfirmen geboren - und das würden sie ab 2012 auch liefern.

Etwas weniger schwülstig hatte vor einigen Tagen Warner Music den Vorstoß zu „High Resolution Audio“ angekündigt. Das Warner Audioformat hat mit 24-bit/192 kHz eine erheblich höhere Auflösung als die CD mit nur 16-bit/44,1 kHz und kommt schon bei DVD und Blu-Ray zum Einsatz. Im nächsten Jahr wolle man das Format auch im Musikbereich marktfähig machen. Eine offizielle Einführung sei für die US-Messe CES im Januar 2012 geplant.

Die feinere Auflösung, die exakt den Werten entspricht, mit denen auch im Studio aufgenommen wird, soll im Download und Streaming-Bereich mit einem neuen Komprimierungsverfahren ergänzt werden. Statt MP3, WMA oder AAC, bei denen unter Verlust von Details komprimiert wird, sollen verlustfreie Verfahren wie FLAC zum Einsatz kommen. So könne auch im Onlinevertrieb die bestmögliche Qualität geliefert werden.

Einige kleinere Online-Shops und Nischen-Anbieter bieten hochaufgelöste, verlustfreie Downloads heute schon an. Ob die großen Anbieter wie Apple, Amazon, Sony und demnächst auch Google den Standard mittragen, steht noch nicht fest.


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