Donnerstag, 9. September 2010

Neil Young und Daniel Lanois: "Le Noise"-Zusammenarbeit begann mit YouTube

Deutsche Übersetzung aus dem “Los Angeles Times Music Blog” vom 08. September 2010

von Randy Lewis

Willst Du einen Gig und mit einem Grammy-Gewinner und Mitglied der Rock’n-Roll-Hall-of-Fame zusammenarbeiten? Versuche ein hübsches Video auf YouTube zu posten. Genauso lief es bei Daniel Lanois, der kürzlich die Arbeit an der Produktion eines neuen Albums eines seiner langjährigen Rock-Helden abschloss, Neil Young. Da macht es nichts, dass Lanois selber sieben Grammys besitzt und schon früher mit solch stellaren Lichtern der zeitgenössischen Popmusik wie U2, Bob Dylan, Peter Gabriel, Emmylou Harris und Brian Eno zusammenarbeitete.

Letztlich waren es die YouTube-Sachen, die Lanois mit seiner eigenen Band, Black Dub, machte, die Young inspirierten, sich mit seinem alten kanadischen Kumpel wegen einer Zusammenarbeit in Verbindung zu setzen. „Er rief mich an und sagte ‚Ich kann Deine Hilfe brauchen’“, sagte mir Lanois am Wochenende in seinem Haus in Siver Lake [Los Angeles]. „Er sagte ’Ich sah Deine Black-Dub-Filme auf YouTube … Ich mag diese Filme. Würdest Du mich dabei filmen und aufnehmen wie ich zehn akustische Songs spiele?’ Ich wollte schon immer mal ein Neil-Young-Album machen. Ich sagte, ich mache es, klar.“

Ihr Zusammentreffen jedoch fiel nicht genau so aus wie Young es zunächst vorschlug. Statt zehn Akustik-Songs enthält das entstandene Album "Le Noise", das am 28. September erscheint, nur acht Songs - und nur zwei von ihnen sind akustische Nummern. Was passierte war, sagte Lanois, dass nach Beginn der Zusammenarbeit in Lanois’ Haus der Produzent Young vorschlug, eine elektrische Gitarre durch das ausgefeilte Equipment zu jagen, das er eigentlich für Youngs akustische Nummern zusammengestellt hatte. Sehr schnell bekam die Aufnahme eine elektrische Prägung, aber immer noch „nur“ Young und „nur“ eine Gitarre – keine Band. In beiden, den akustischen und den elektrischen, Einstellungen schafft Lanois ein klangliches Umfeld für Youngs neue Songs, das nur als gigantisch beschrieben werden kann.

Lanois stellte das Album letzte Woche in seinem Haus einer kleinen Gruppe von Musikautoren, Plattenindustrie, Freunden und Bekannten vor, die meisten gingen begeistert von dem, was sie dort hörten. "Ich denke, wir haben’s genau getroffen, Mann,“ sagte Lanois. "Wir haben genau diesen Zwillings-Verstärker-Sound getroffen. Der eine Verstärker übernimmt den Bass-Anteil der Gitarre und der andere hat die Höhen - und das erlaubt es mir, jeden Verstärker ganz anders einzustellen .... Wir waren sehr vom Klang getrieben und innovativ."

Wir werden bald mehr über die „Ins“ und „Outs“ der Young-Lanois Zusammenarbeit erfahren, über die Lanois ausführlich sprach, obwohl es mitten im langen „Labor Day“ Feiertagswochenende war - ein Thema für sich, das während meiner Plauderei mit ihm aufkam, und Bezugspunkt für eine andere Gemeinsamkeit zwischen den beiden Künstlern. "Ich habe ihm gesagt, dass es mir immer etwas peinlich war, Wochenenden und Feiertagen keine Beachtung zu schenken. Ich habe immer durchgearbeitet“, so Lanois. „Er sagte, 'Oh, ich bin genauso. Mach dir keine Sorgen. Das sind nur Zeitmarken, die von jemand anderem festgesetzt werden." "Ich dachte, das war ein starker Satz", sagte er. "Ich glaube, es braucht eine starke Person zu erkennen, dass die Phantasie niemals schläft. Du erwachst in der Nacht, hast eine Idee .... Wir sind uns in dieser Beziehung sehr ähnlich. Wir operieren nicht nach vorgegebenen Zeitmarken."

Zum Originalartikel bitte hier klicken

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