Samstag, 18. September 2010

Lanois: "Neil, was ist die Botschaft?"

„Es ist keine Überraschung zu hören, dass Young und Lanois vorhersagen, dass sie irgendwann wieder einmal zusammen arbeiten werden“, schreibt Musikjournalist Randy Lewis heute in der Los Angeles Times.

Lewis hatte sich mit den beiden auf einem Berg an der amerikanischen Pazifikküste getroffen, um dort - 2.000 Fuß über der Bucht von San Franciso und unter Mammutbäumen sitzend - über ihre Zusammenarbeit und das neue Album „Le Noise“ zu sprechen. Dabei sind – außer der Vorhersage einer weiteren Zusammenarbeit – einige interessante Einblicke in die Entstehungsgeschichte des Albums entstanden. Aber auch recht schräge und kryptische Aussagen über Gott und die Welt. Offenbar haben sich mit Young und Lanois nicht nur zwei Musiker, sondern auch zwei kauzige Mystiker gesucht und gefunden.

So bemüht etwa Lanois ein alttestamentarischen Bild, um den Kern von „Le Noise“ zu beschreiben: "Schon sehr früh erkannte ich, dass meine Lieblingssongs dieses Projekts alle eine Botschaft hatten. Und ich entwickelte diese Idee, dass er gerade von der Bergspitze herunter gekommen war und die Steintafeln bei sich hatte. Also sagte ich: "Neil, was ist die Botschaft?'"

Neil Young als Moses und die zehn Gebote in den acht Liedern von „Le Noise“? Daniel Lanois scheint nicht nur den Gitarrensound in höhere Sphären zu verlegen. Wirklich klare Aussagen scheinen Youngs Steintafeln aber auch nicht enthalten zu haben. „Irgendetwas geht gerade vor“, sinniert Young über die Botschaft des Albums. "Wir sind mitten in einer gewaltigen Veränderung oder Umwandlung. Aber ich weis wirklich nicht, was es ist. Aber Du spürst, dass etwas vor sich geht. Wir hatten genug von was auch immer. Die Leute hatten es satt. Die Leute haben es wieder und wieder gesehen. Es widerspricht der wahren Beschreibung dessen, was wirklich los ist. Für eine Weile werden wir es nicht wissen.“ Aha, alles klar …

Welche Botschaften also auch immer das Album enthält, Young und Lanois wollen sie unter die Leute bringen: „Wir sagen nicht, dass wir besser als andere sind“, betont Lanois. „Nur, dass manche Leute die Gabe haben, Informationen zu empfangen, und es ist ihr Aufgabe als Troubadoure, sie weiterzugeben und den Worten Gehör zu verschaffen.“

Beide spielen im Gespräch mit Randy Lewis auf persönliche Schicksalsschläge an: Youngs Gehirnoperation, der Tod von LA Johnson und Ben Keith. Lanois wiederum hatte kurz vor der Produktion von „Le Noise“ einen schweren Motorradunfall, ist nur knapp dem Tod entronnen. Die Zusammenarbeit, so Randy Lewis, schien für beide daher auch eine Art Heilungsprozess zu sein.

Hier geht es zum englischsprachigen Originalartikel

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