Freitag, 17. September 2010

„Es klang wie Gott“

Greg Kot, Musikjournalist der „Chicago Tribune“ hat mit Neil Young und Daniel Lanois gesprochen und gibt heute in einem aufschlussreichen Artikel seiner Kolumne „Turn It Up“ Einblicke in die Entstehung von „“Le Noise“.

Neil Young, laut Greg Kot nicht gerade anfällig für Übertreibungen in Interviews, sei von den Tönen, die Lanois von der Gitarre einfangen konnte, geradezu weggeblasen worden. "Es klang wie Gott", so Young. Lanois schilderte dem Chigagoer Journalisten, wie er Young die aufgemotzte Akustikgitarre gab, die durch spezielle Pick-Ups und Techniken orchestrale Sounds und ein Nachbilden der menschlichen Stimme ermöglicht. Lanois: „Man holt vier Dimensionen des Klangs aus einer einzigen akustischen Gitarre.“ In der ersten der Aufnahmesessions, die auf Wunsch von Neil Young übrigens alle bei Vollmond stattfanden, entstanden die beiden akustischen Stücke und das mit elektrischer Gitarre eingespielte „Hitchhiker“. Lanois: „Ab da begannen die Dinge wirklich interessant zu werden.“ Die Hollowbody-Gitarre [Neils ‚White Falcon’] hat Lanois durch zwei Verstärker gejagt. Einer war clean eingestellt, der andere hatte einen Tremolo-Effekt. Lanois sah noch größeres Potenzial: "Wir deckten beide Enden des Klangspektrums mit der Gitarre ab. Es kam zu diesem schneidenden, bohrenden, rasiermesserscharfen Sound und diesem schönen Basston mit der süßen Melodie auf der anderen Seite." Young sei mit mehreren fertigen Songs zu den Aufnahmen gekommen und habe zwischen den Besuchen in Lanois 'Haus ein paar mehr geschrieben.

Ob es nun die Gitarren waren, die Soundeinstellung oder die Ausrichtung der Planeten, fasst Kritiker Greg Kot seine Eindrücke zusammen, „’Le Noise’ gehört zu den schönsten Aufnahmen Young’s. Das Zusammenspiel von Gewalt und Wehleidigkeit schafft einen eindrucksvollen Hintergrund für des Sängers Meditationen über Themen, die ihn über Jahrzehnte beschäftigt haben: dauerhafte Liebe über den ersten romantischen Gefühlsrausch hinaus, die Korruption auf diesem Planeten, seine eigene Suche nach Erlösung und Klarheit.“

Für den vollständigen englischen Originalartikel hier klicken

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